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Du bist nicht allein - Wege aus der Einsamkeit im Alter

Lupe Gemeinsam ist man weniger allein - Seniorentreffs sind eine Möglichkeit, Gemeinschaft im Alter zu erleben. Foto: ©Rawpixel.com

Einsame Menschen können ihre Situation als starken Stress empfinden, chronisch einsame Menschen leiden nachweislich viel häufiger unter physischen oder psychischen Krankheiten. Wie sich Einsamkeit manifestiert, wie alte Menschen damit umgehen und was wir alle gegen Einsamkeit im Alter tun können - darum geht es im Vortrag von Katrin Kell, Fachbereichsleitung Pflege und Senioren der Diakonie Hamburg.

Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1.10.2018 war Katrin Kell zu Gast bei einer Festveranstaltung vom Hamburger Landes-Seniorenbeirat und von den DGB Senioren. In ihrem Vortrag unterstreicht die Diakonie-Expertin die Forderung, dass jede und jeder, dass Politik, Gesellschaft, Verbände und gemeinnützige Träger aktiv etwas gegen Einsamkeit unternehmen sollen. Dabei geht es sowohl um Angebote, mit einsamen Seniorinnen und Senioren in Kontakt zu kommen als auch um Möglichkeiten, wie einsame alte Menschen aktiv bleiben können. Auch sehr sehr alte Menschen haben Studien zufolge den Wunsch und das Bedürfnis, sich in der Gesellschaft einzubringen, für andere sorgen zu können, so Kell in ihrem Vortrag.

Die Diakonie und auch die anderen Wohlfahrtsverbände bieten in Hamburg sehr viele Angebote, wenn Betroffene Rat, Hilfe, Begleitung brauchen. Das können Seniorentreffs sein, ein Besuchs- und Begleitdienst wie SeniorPartner Diakonie oder auch ein Anruf bei der TelefonSeelsorge der Diakonie. Ebenso gebe es viele Angebote für Menschen, die über ein freiwilliges Engagement aktiv werden möchten. Hier biete die Diakonie sehr viele Möglichkeiten - neu ist das Projekt "Kurz und gut", in dem man für wenige Stunden oder nur einen Tag für andere aktiv werden kann. Im Aktivoli-Netzwerk in Hamburg bietet eine Datenbank unzählige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Allerdings, so betont Kell im Vortrag, lebten diese Angebote davon, dass sich dort Menschen für Menschen engagieren. Und dass diese zumeist ehrenamtlich Engagierten durch Hauptamtliche unterstützt werden müssten. Kell schließt mit einem Appell der Wohlfahrtspflege an die Verantwortlichen in der Politik : "Bitte sorgen Sie dafür, dass wir weiterhin diese Angebote für Seniorinnen und Senioren in Hamburg aufrecht erhalten können - im Rahmen der demographischen Entwicklung müssen diese Angebote sogar noch deutlich ausgebaut werden. Aber dies gelingt nur, wenn Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen durch fachliches und hauptamtliches Knowhow unterstützt werden".

Veröffentlicht am 1. Oktober 2018