Diakonie Hamburg

News

Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung zeichnet Hamburger Projekt aus

Lupe Prof. Dr. Winfried Hardinghaus (Mitte), Vorstand Deutsche Hospiz- und PalliativStifung, hat den Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg (KGC) mit dem Stiftungspreis 2014 ausgezeichnet.

Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung hat das Hamburger Projekt „Sterbende Menschen begleiten. Krankheit, Tod und Trauer in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe“ ausgezeichnet. Das Diakonische Werk Hamburg ist Mitglied des Arbeitskreises „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V., der das Projekt initiiert hat.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Feierstunde in der Wohnunterkunft Hinrichsenstraße statt. Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender der DHPStiftung und des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes sagte in seiner Laudation: „Schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten, vorzugsweise zuhause, ist Aufgabe der Hospizbewegung. Was aber, wenn in der letzten Lebensphase aufgrund von Wohnungslosigkeit kein Zuhause da ist und es am Nötigsten fehlt? Das Projekt 'Sterbende Menschen begleiten. Krankheit, Tod und Trauer in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe' hat ein Netzwerk geschaffen, das auch für Menschen in der Wohnungslosigkeit Zugang zu Angeboten rund um Gesundheit, Sterbebegleitung und Trauerkultur schafft. Dafür unseren Dank und unsere Anerkennung!“

Petra Hofrichter von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. und Koordinatorin des Arbeitskreises „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ sagte in ihrem Beitrag: „Seit vielen Jahren engagiert sich der Arbeitskreis für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Wohnungslosen in Hamburg. Wir wissen, dass Wohnungslose viel früher sterben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Menschen ohne Obdach halten sich häufig bis kurz vor ihrem Tod auf den Beinen und haben weniger Möglichkeiten, Pflege und Hilfe anzunehmen. Oft lassen die Rahmenbedingungen die Fragen nach einem würdigen Sterben kaum zu. Bisher arbeiteten Wohnungslosenhilfe und Hospizbewegung eher nebeneinander als miteinander. Wir haben mit unserer Arbeit erreicht, dass die Akteure voneinander wissen und aufeinander zugehen, sich austauschen und kooperieren. Wir möchten sie dabei unterstützen gemeinsam an Wegen zu arbeiten die eine dem Sterbenden gerecht werdende Palliativ- und Sterbebegleitung vor Ort ermöglichen.“

Hintergrund
Der Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ engagiert sich seit 2004 für wohnungslose Menschen in der Stadt. Er fördert die sektorenübergreifende Zusammenarbeit der Wohnungslosenhilfe, der medizinisch-pflegerischen Versorgung und – seit 2011 – der Hospiz- und Palliativarbeit, um die Situation kranker und sterbender Menschen ohne Obdach zu verbessern.

Der Arbeitskreis will Versorgungslücken aufdecken und die Zusammenarbeit der Hilfesysteme stärken. Dazu zählt die Akteure in der Wohnungslosenhilfe für die Themen Sterben und Umgang mit Sterbenden zu sensibilisieren und die Öffnung zum (ambulanten) Hospiz- und Palliativarbeit für die Begleitung von wohnungslosen Menschen zu unterstützen. Mit der Durchführung von Fachveranstaltungen und mit verschiedenen Vernetzungs- und Unterstützungsstrategien hat der Arbeitskreis in Hamburg eine Lobby für das Thema geschaffen.

Mitglieder des Arbeitskreises:

  • ASKLEPIOS Klinik St. Georg
  • Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (BASFI)
  • Bundesverband der Berufsbetreuer/innen e. V., Landesgruppe Hamburg
  • Caritasverband für Hamburg e. V.
  • Diakonisches Werk Hamburg
  • f&w fördern und wohnen, AöR
  • Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit der HAG
  • LandesVerband Hospiz und Palliativarbeit Hamburg e.V.
  • MW Malteser Werke gGmbH – Malteser Nordlicht
  • Stadtmission Hamburg – Soziale Beratungsstelle Hamburg-Mitte

Veröffentlicht am 20. Februar 2015