Diakonie Hamburg
Dossier: Neues Endnutzer-Dossier
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FSJ in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen

Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres habe ich in einer Werkstatt für Menschen mit psychischer Erkrankung und Lernbehinderung gearbeitet. Ziel solcher Einrichtungen ist es, den Menschen trotz ihrer Einschränkungen die Möglichkeit zu geben am Arbeitsleben teilzuhaben. So war es die Aufgabe der „Beschäftigten“ in meiner Einrichtung einfache Bürotätigkeiten zu erledigen, Konferenzräume vorzubereiten und für die Bewirtung zu sorgen. Meine Aufgabe war hierbei hauptsächlich die Anleitung, d.h. die verschiedenen Arbeitsschritte zu erklären und vorzumachen. Ich hatte jedoch auch die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen. So konnte ich z.B. selbstständig kleine Unterrichtseinheiten vorbereiten und durchführen. Als junge Frau wurde ich nicht immer von allen Ernst genommen. So hatte ich zu Anfang ziemliche Mühe meine Position innerhalb des Teams und vor allem den Beschäftigten gegenüber zu finden. Mit der Zeit wurde ich jedoch immer sicherer und habe an Selbstvertrauen dazu gewonnen.

Während meiner 18 Monate in der Einrichtung habe ich einen Einblick in das Leben psychisch kranker Menschen bekommen. Es war wirklich interessant mehr über die verschiedenen Krankheitsbilder zu erfahren und sich mit den Problemen dieser Menschen auseinanderzusetzen. Natürlich ist die Arbeit im sozialen Bereich nicht immer einfach. Man braucht ein recht dickes Fell, weil man immer auch eine Art „Kummerkastenfunktion“ hat. Doch gerade solche Momente, in denen die Menschen einem ihr Vertrauen entgegenbringen und offen von sich erzählen, sind Momente, in denen die Arbeit wirklich Spaß macht.

Zu der alltäglichen Arbeit in der Einrichtung, kamen über das Jahr verteilt verschiedene Seminare. Zum einen die Wochenseminare, bei denen man gemeinsam mit einer festen Gruppe wegfährt. Hier trafen die verschiedensten Charaktere aufeinander, man hatte die Gelegenheit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und natürlich war auch immer etwas Zeit zur gemeinsamen Abendgestaltung. Besondere Highlights waren hier z.B. eine Rollstuhltour durch Lübeck, oder der Besuch in einem Hochseilgarten. Neben den Wochenseminaren konnten wir dann außerdem noch aus verschiedenen Wahlpflichtseminaren wählen. Hier gab es die unterschiedlichsten Angebote: Von thematischen Seminartagen z.B. „Armut und Obdachlosigkeit“, „Menschenrechte“ usw. bis hin zu sportlichen Angeboten wie „Capoeira“ und „Yoga“.

Über meine Zeit als FSJlerin bei der Diakonie kann ich wirklich nur Gutes sagen. Als Einstieg ins Berufsleben hat mich das FSJ auf jeden Fall weitergebracht. Ich habe gelernt mehr Verantwortung zu übernehmen, für mich und meine Entscheidungen, bin ein Stück weit auch selbständiger geworden. Ich habe eine Menge interessanter Leute kennengelernt und neue Erfahrungen gemacht, die ich nicht mehr missen möchte.

Nadine Düsenberg, Juni 2008

Nadine Düsenberg arbeitete in der Abteilung "Assistenz PE/Beschäftige" beim Alsterdialog, einer Einrichtung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf