Diakonie Hamburg
Wohnungslosigkeit
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Obdachlosigkeit

Im Jahr 2009 wurde zuletzt eine Zählung und Befragung obdachlos auf der Straße lebender Menschen in Hamburg unter intensiver Beteiligung und Begleitung der Freien Wohlfahrtspflege durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind publiziert.

Die Ergebnisse einer Fachtagung zu dieser Untersuchung finden Sie hier.

Die Zählung ergab, dass mindestens 1.026 Menschen obdachlos auf der Straße leben.Im Anschluss an die Untersuchung wurde das Projekt „Wege aus der Obdachlosigkeit“ (WADO), welches Vorschläge zur Verbesserung Hilfesystems und zur Reduzierung der Obdachlosigkeit erarbeitete durchgeführt. Auf der Grundlage von Ergebnissen des WADO Prozesses hat die Fachbehörde ein "Gesamtkonzept der Wohnungslosenhilfe in Hamburg" erarbeitet. Dieses Gesamtkonzept soll bis Anfang 2016 umgesetzt werden.

Seit der Zählung im Jahr 2009 hat sich die Zahl der obdachlos auf der Straße lebenden Menschen stark erhöht. Die Diakonie schätzt die Zahl nun auf etwa 2.000 Personen.

Die Zahl der städtischen Plätze für Flüchtlinge, Asylbewerber und Wohnungslose in Hamburg ist Anfang 2015 auf etwa 12.000 gestiegen (ohne Erstaufnahme und Übernachtungsstätten). Die Bedarfsprognosen gehen von einem weiter stark steigenden Platzbedarf aus.

Berücksichtigt man nur die „wohnberechtigten Zuwanderer“ und die Wohnungslosen in Unterkünften, Einrichtungen und auf der Straße in Hamburg, dann müssen wir zu Beginn des Jahres 2015 von 7.860 wohnungslosen Menschen ausgehen, die dringend auf die Vermittlung von Wohnraum angewiesen sind. Detailierte Angaben zur Zahl Wohnungsloser in Hamburg mit Stand April 2015 finden sich hier.


Hamburg ist zur Unterbringung unfreiwillig obdachloser Menschen verpflichtet

Die hamburgischen Behörden haben nach § 3 Abs. 1 des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) die im Einzelfall zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Eine Gefahr besteht immer, wenn elementare Rechte von Menschen, also das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrt-heit oder die Menschenwürde welche durch das Grundgesetz für alle Menschen geschützt sind, verletzt zu werden drohen. Ein solcher Gefahrentatbestand liegt auch dann vor, wenn Menschen unfreiwillig obdachlos sind. Die Gefährdung dieser Grundrechte durch unfreiwillige Obdachlosigkeit muss und kann durch Unterbringung in einer Unterkunft abgewendet werden.