Diakonie Hamburg
Wohnungslosigkeit
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Pressemeldung

Hilfe für Obdachlose muss einladender werden und wieder für alle nutzbar sein

Lupe

Das Straßenmagazin Hinz & Kunzt berichtet heute, dass wieder ein Obdachloser auf der Straße gestorben ist. Dirk Hauer, Leiter Fachbereich Migration und Existenzsicherung im Diakonischen Werk Hamburg: „Vier tote Obdachlose Menschen in Hamburg obwohl der Winter noch nicht einmal richtig begonnen hat. Offensichtlich schreckt das Winternotprogramm in dieser Form zu viele Menschen ab. Sie bleiben aus Angst vor Sanktionen lieber auf der Straße als in Unterkünfte oder die sogenannte `Wärmestube´ zu gehen. Die Hilfe für Obdachlose muss einladender werden und wieder für alle nutzbar sein.“

Um weitere Todesopfer nach Möglichkeit zu verhindern, sind jetzt vor allem drei Maßnahmen nötig:

  1. Das Winternotprogramms tagsüber öffnen, damit die sowieso schon Geschwächten nicht zusätzlich Wind und Wetter ausgesetzt sind.  
  2. Auf alle Maßnahmen verzichten, die Obdachlosen Angst machen und sie abschrecken. Das heißt konkret: Das Winternotprogramm muss wieder frei und anonym zugänglich sein für alle, die in Not sind, egal welcher Nationalität. Keine Ausweisung aus dem Winternotprogramm oder Verweis auf die Wärmestube, die viele Menschen nicht annehmen.
  3. Besser Obdachlose auf der Straße unterstützen statt sie zu vertreiben: Denn das Räumen von Platten – also Orten, an denen Obdachlose übernachten – oder Verfahren zur Aberkennung der Freizügigkeit bei Bürgern aus dem EU Ausland – führen häufig dazu, dass die Menschen versteckt in extremer Armut und Gefahr leben und verelenden.

 

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Dirk Hauer unter 040 / 306 20-367 gern zur Verfügung.

Veröffentlicht am 12. Dezember 2018