Diakonie Hamburg
Jugendarbeit
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Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA)

In Hamburg erfährt die Offene Kinder- und Jugendarbeit ihre besondere Bedeutung unter anderem auch durch die Globalrichtlinie „Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit in den Bezirken“ der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Integration. Diese gesetzlichen Vorgaben sind Grundlage und Orientierung der Ziele und des fachlichen Selbstverständnisses der OKJA. Hauptmerkmal der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Freiwilligkeit der Teilnahme. Sie findet in der Regel als Freizeitgestaltung statt. Gerade dieser Aspekt verhilft der Offenen Arbeit zu einer besonderen Qualität. Was Jugendliche mit Spaß und freiwillig tun, wirkt besonders erfolgreich. Darüber hinaus kennzeichnen folgende Arbeitsprinzipien das eigenständige Arbeitsfeld der OKJA:

  • Offenheit: Die Angebote sind grundsätzlich offen für alle jungen Menschen unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Weltanschauung, religiöser Zugehörigkeit, Nationalität, ethnischer Gruppierung, jugendkultureller Ausrichtung und Behinderung. Bei Angeboten für spezielle Zielgruppen wie geschlechtsspezifische Arbeit sind Ausnahmen möglich. Zur Umsetzung des Prinzips der Offenheit gehörten die aktive Integration und Gleichstellungsorientierung, ein Klima der gegenseitigen Achtung und ein respektvolles Miteinander.

  • Freiwilligkeit: Die Teilnahme an den Angeboten ist freiwillig. Dem steht der Anspruch, durch attraktive Angebote eine Bindungswirkung zu erreichen, nicht entgegen.

  • Niedrigschwelligkeit: Die Angebote können ohne bürokratische und personelle Barrieren und in der Regel ohne Anmeldung besucht werden.

  • Lebenswelt- und Alltagsorientierung: Die Angebote der OKJA richten sich an den Lebenslagen, Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen der jungen Menschen aus.

  • Aufgreifen sozialer Vielfalt: Unterschiede aufgrund von Geschlecht, Herkunft, körperlicher oder geistiger Verfasstheit werden anerkannt und für die Konzept- und Angebotsgestaltung genutzt. Dabei wird auf gleiche Teilhabemöglichkeiten geachtet.

  • Ganzheitlichkeit: Die jungen Menschen werden mit ihren Fähigkeiten, Vorlieben, Verhaltensäußerungen und Einstellungen sowie sozialen Bezügen gesehen.

  • Wertschätzung: Die jungen Menschen werden als Individuen mit ihren jugendkulturellen Ausdrucksformen, mit ihren wechselnden Interessen und Bezügen zu bestimmten Szenen und Cliquen ernst genommen und gefördert.

  • Partizipation: Die jungen Menschen werden zu aktiver Mitbestimmung und Mitgestaltung, auch über die Grenzen der Einrichtung hinaus aufgefordert. Ihnen werden Möglichkeiten eröffnet, Meinungen und Auffassungen zu äußern und zu diskutieren, Einfluß zu nehmen und mitzuentscheiden sowie Verantwortung bis zur Gestaltung und Nutzung von Programmteilen in Eigenregie zu übernehmen.

  • Vertrauensschutz: Vertrauensschutz wird gewährleistet.

(vgl. Globalrichtlinie „Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit“ vom 14.12.2010)

Die OKJA umfasst ein breites, konzeptionell stark differenziertes Förderangebot. Diese unterschiedlichsten Angebote bieten Orte der Freizeitgestaltung, der pädagogischen Gruppenarbeit und der eigenständigen jugendkulturellen Entfaltung. Sie verstehen sich als lebenswelt- und stadtteilorientierte Orte und sind Anlaufstelle, zweites Zuhause und Ausgangsort für junge Menschen.

Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen trägt dazu bei, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien zu schaffen. Dafür stehen in der OKJA hauptberufliche pädagogische Fachkräfte sowie qualifizierte nebenberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Ansprech- und Bezugsperson für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Aufgabe der Fachkräfte ist es, aktivierende Rahmenbedingungen zu organisieren. Dazu gehört, sich den Herausforderungen zu stellen, die sich aus der Lebenssituation und den Erfahrungen der jungen Menschen ergeben, diese anzuerkennen, aufzugreifen und im Sinne der jungen Menschen umzusetzen. Die persönlichen und sozialen Gegebenheiten der Kinder und Jugendlichen bestimmen entscheidend die Inhalte, Methoden und Angebote der OKJA. Sie fördert die Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Sie leistet jungen Menschen gegenüber Hilfestellung und Unterstützung bei der eigenständigen Gestaltung ihrer Lebenswirklichkeit. Die OKJA fördert zielgruppenspezifisch und im Sinne einer Querschnittsaufgabe die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen. Sie ermöglicht jungen Menschen soziale Integration, interkulturelle Bildung und schafft Möglichkeiten zur Partizipation.

Die OKJA arbeitet kooperativ, vernetzt und sozialraumorientiert mit den anderen für junge Menschen relevanten Einrichtungen und Angeboten zusammen.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und aufzugreifen sowie die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Gemeinwesen zu vertreten. Die OKJA fühlt sich mitverantwortlich für schulische Bildungsaspekte junger Menschen und sucht die Zusammenarbeit mit Schulen im Umfeld. Daneben zielt die Vernetzung auch darauf ab, Jugendlichen kompetente Ansprechpersonen für Beratungsgespräche und Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen bzw. an diese weitervermitteln zu können. Vernetzung und Kooperation sollt die Integration von Jugendlichen in selbstorganisierte gesellschaftliche Strukturen und Angebote erleichtern.