Diakonie Hamburg
Jugendarbeit
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Jugendsozialarbeit

Offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern wirken in der Praxis häufig zusammen. Offene Kinder- und Jugendarbeit ermöglicht durch ihren konzeptionellen Ansatz häufig benachteiligten Jugendlichen den Zugang zur Jugendsozialarbeit, deren Haupt-Zielgruppe sie sind. Auch in der bezirklichen Globalrichtlinie Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit wird nicht trennscharf unterschieden. Das entspricht der Umsetzung der Hamburger Praxis in Einrichtungen der Jugendsozialarbeit und der OKJA.

Die Zielgruppe der Jugendsozialarbeit sind junge Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligung oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Die soziale Benachteiligung bezieht den gesellschaftlichen Bezugsrahmen und die individuelle Beeinträchtigung den personenbezogenen Aspekt in die Betrachtungsweise ein. Daran wird die konzeptionelle Besonderheit der Jugendsozialarbeit sichtbar.

Das können Jugendliche sein, die von Armut in der Familie betroffen sind. Die in beengten Wohnverhältnissen mit Ressourcenmangel aufwachsen und konfrontiert sind mit einer eingeschränkten familiäreren Unterstützungsstruktur. Sie erfahren möglicherweise eine mangelhafte soziale Orientierung und Wertevermittlung, um nur einige mögliche Benachteiligungsfaktoren zu benennen.

Um nun zur Zielgruppe der Jugendsozialarbeit zu werden, muss aus der festgestellten Ausgangslage auch ein erhöhtes Maß an Förderbedarf erwachsen. Eine soziale Benachteiligung oder individuelle Beeinträchtigung muss nicht zwangsläufig mit einem Scheitern im Übergang Ausbildung und Beruf einhergehen. Dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns mit dem Maß der Benachteiligung und Beeinträchtigung. Für die Zielgruppe der Jugendsozialarbeit ergibt sich aus der beschriebenen Ausgangslage ein Entwicklungsprozess mit sich verfestigenden, negativen Kompensationshandlungen, aus dem sich der erhöhte Förderbedarf ableiten lässt. In der Regel handelt es sich um Kombinationen vielfältiger Aspekte z. B. schlechte Noten und Bemerkungen, Probleme mit der Zeitstruktur, mangelnde Konfliktfähigkeit, gestörte Gruppenfähigkeit, schlechte Selbsteinschätzung.

Diesen Jugendlichen sollen sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern. Das Ziel für den einzelnen Jugendlichen ist grundsätzlich der Erhalt oder Gewinn von Würde und Selbstachtung.