Studie: Ermittlung der Unterstützungsbedarfe von EU-Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg | Diakonisches Werk Hamburg
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Grenzübergreifende Soziale Arbeit
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Studie: Ermittlung der Unterstützungsbedarfe von EU-Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg

Lupe

In den letzten Jahren wurde viel über die Zuwanderung von EU-Bürger*innen berichtet und diskutiert: Fachkräfte und Hochqualifizierte werden ebenso wie Saisonarbeiter/innen als Bereicherung für den deutschen Arbeitsmarkt willkommen geheißen – ohne sie wäre der Fachkräftemangel noch viel gravierender.

Dagegen wird die Mobilität von Menschen in prekären Lebenssituationen zur Arbeitssuche eher kritisch betrachtet. Diese Menschen sind es, die häufig in den Beratungseinrichtungen und Hilfseinrichtungen der Diakonie und andere sozialer Dienstleister um Hilfe nachfragen.

Um auf die Bedürfnisse dieser heterogenen Gruppe adäquat reagieren und einen konstruktiven Umgang mit den neuen Formen europäischer Mobilität entwickeln zu können, braucht es mehr und tiefere Kenntnisse über die Lebenssituation, Interessen und transnationalen Netzwerke dieser Menschen. Hier setzt die Diakonie Hamburg an: Sie möchte durch eine wissenschaftliche Studie die Lebensrealitäten mobiler EU-Bürger/innen in prekären Lebenssituationen aufzeigen. Dafür werden sowohl in Hamburg wie auch in den Herkunftsländern Betroffenen und Mitarbeitende von Beratungsorganisationen interviewt. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen fundiert Handlungsoptionen für Hamburg und die Partner entwickeln werden.

Der Fokus richtet sich vorwiegend Menschen aus Bulgarien, Rumänien und Polen, da aus diesen Ländern die größte Zahl an Hilfesuchenden kommen.

Die Studie soll Mitte 2021 fertig sein.

Teil 1: Literaturstudie
Die Diakonie legt jetzt die Ergebnisse einer Literaturauswertung zur Situation mobiler EU-Bürgerinnen und Bürgern Deutschland vor. Die Literaturauswertung wird als Diskussionspapier verstanden - Anmerkungen und Ergänzungen sind willkommen und können an folgende Adresse geschickt werden:
Sangeeta Fager, Diakonisches Werk Hamburg, Fachbereich Weltweite Diakonie: fager@diakonie-hamburg.de

Teil 2: "Der Umgang mit EU-Bürger*innen mit Unterstützungsbedarf in Hamburg: lokale Antworten auf transnationale Herausforderungen“

Hier finden Sie den 2. Teil der Studie

Positionspapier

Die Freizügigkeit innerhalb der EU ist politisch gewollt. Die meisten Einwanderer*innen leben hier in stabilen Verhältnissen. Wenn aber die eigenständige Sicherung des Unterhalts nicht (mehr) gelingt, dann fängt das bundesdeutsche soziale Sicherungssystem nur einen Teil von ihnen auf. Die existenziellen Nöte dieser Menschen begegnen uns in vielen Arbeitsfeldern der Diakonie – in der Fachstelle Zuwanderung Osteuropa, in der Migrationssozialarbeit, in der Wohnungsnotfallhilfe, in der Fachstelle Prostitution oder auch in der Arbeit gegen Menschenhandel. Wir haben arbeitsfeldübergreifend die wesentlichen Befunde zur vielfältig prekären Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten aus Polen, Bulgarien und Rumänien herausgearbeitet. Mit diesem Positionspapier stellen wir unsere Ergebnisse und die damit verbundenen Handlungsanforderungen vor.

Positionspapier: EU-Bürger*innen in prekären Lebenslagen – Befunde und Handlungsnotwendigkeiten (September 2020)