Diakonie Hamburg
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"rückenwind"-Projekte der Diakonie

Soziale Arbeit zwischen Ökonomisierung, Professionalität und Fachkräftemangel

Lupe

Am 3. April 2014 kamen 75 Führungskräfte und Mitarbeitende der Diakonie und Interessierte an der sozialen Arbeit zusammen, um über Widersprüche und Herausforderungen für Führungskräfte in der sozialen Arbeit zu sprechen. Ganz praktisch wurde in Workshops darüber diskutiert, welche Ansätze sich bewährt haben und was noch nötig und möglich ist.

Wie gehen wir in der sozialen Arbeit mit Ökonomisierung und Ressourcenknappheit um? Wie können Führungskräfte ihrer Verantwortung für Mitarbeitende gerecht werden? Wie begegnen wir Fachkräftemangel? Wie kann eine immer älter werdende Belegschaft zum Qualitätsmerkmal werden?

Diese Fragen beschäftigen uns aktuell in der sozialen Arbeit. Drei Projekte der Diakonie in Hamburg stellen sich diesen neuen Problemlagen, indem sie Praxismodelle erproben, um in Zeiten des demografischen Wandels neue Impulse zu setzen: fit for care (Träger Diakonisches Werk Hamburg) hat es sich zum Ziel gemacht, die Personalentwicklung in Pflegeeinrichtungen zu optimieren, indem Führungskräfte geschult und begleitet werden. Das Projekt Flexibel bleiben  (Träger Stiftung Das Rauhe Haus, Hamburg) bietet Fortbildungen, Coachings, Teamentwicklungen und Hospitationen an, um eine flexible, alternsgerechte und generationssensible Personalentwicklung in sozialen Arbeitsfeldern zu gewährleisten. Auch im dritten Projekt Alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung in evangelischen Kitas (Träger Diakonisches Werk Hamburg) geht es darum, Potenziale und Perspektiven aufzuzeigen. Kita-Leitungen und Mitarbeitende erproben jeweils im Tandem Maßnahmen der alternsgerechten Arbeitsplatzgestaltung. Die drei Projekte der Diakonie Hamburg werden im Rahmen des rückenwind-Programmes aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Am 3. April 2014 ging es im Rahmen der Veranstaltung „Mit Widersprüchen umgehen – Herausforderungen für Führungskräfte in der sozialen Arbeit“ darum, von den Erfahrungen der drei rückenwind-Projekte zu lernen, Anregungen zu sammeln und eigene Erfahrungen zu diskutieren und einzubringen. Diakonie-Vorstand Gabi Brasch dazu in ihrem Grußwort zur Veranstaltung: „Mit Widersprüchen umgehen“ – so das Motto der heutigen Veranstaltung, bedeutet, dass wir anerkennen, dass Widersprüche in sozialen Arbeitsfeldern nicht immer auflösbar sind. Aber dass es notwendig ist, gerade für Führungskräfte, hier eine Balance zu finden, die sowohl der Einrichtung, den Mitarbeitenden und der eigenen Rolle gerecht wird."

Den Impulsvortrag zum Thema "Leitung zwischen Ökonomisierung und professionellen Werten" hielt Prof. Dr. Michael Lindenberg von der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie. In drei verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmenden über Widersprüche wie denjenigen zwischen ökonomischen Rahmenbedingungen und Ansprüchen an soziale Arbeit oder hohen Qualitätsstandards und Arbeitsalltag diskutieren.Dabei stand die Rolle von Führungskräften in all diesen Fragen im Mittelpunkt.