Diakonie Hamburg

Studie

Studie: Jobcenter Mitarbeitende "Zwischen Vermessen und Ermessen"

Vor zehn Jahren sind die Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt verabschiedet worden. Der damit verbundene und von andauernden politischen Aushandlungen und rechtlichen Korrekturen geprägte Umbau des Sozialstaats zielt in zentraler Weise auf die Arbeitsmarktpolitik und die Institutionen der Existenzsicherung.

Die Studie des Hamburger Instituts für Sozialforschung untersucht die Rolle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter Hamburgs.

Gefördert wurde die Studie von: Diakonisches Werk Hamburg, Evangelische Akademie der Nordkirche, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt und ver.di

Zur Studie:

Eine herausragende Bedeutung in der Umsetzung des SGB II und der damit verbundenen Aktivierungspolitik kommt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jobcenter zu -  sie repräsentieren für die ALG II-Leistungsberechtigten quasi den Geist des Gesetzes und ihr Handeln hat hohe Auswirkungen auf deren Lebenssituation. Gleichzeitig ist ihr Arbeitsbereich in hohem Maße Gegenstand politischer Diskussionen und öffentlicher Bewertungen. Die aus unterschiedlichen beruflichen und fachlichen Traditionen stammenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter stehen im Fokus der diesem Bericht zugrunde liegenden Studie: "Akteure wohlfahrtsstaatlichen Handelns - Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hamburger Jobcenters". Ziel dieser Studie war es, tiefere Einsichten in die Arbeit im Jobcenter, die Perspektive der Mitarbeitenden auf die Praxis der Jobcenter, ihre Arbeit mit den Leistungsberechtigten, ihre Arbeitsbedingungen und berufliches Selbstbild zu gewinnen. Mit welchen Chancen, Belastungen und Konflikten sind die veränderten gesetzlichen Anforderungen und Neustrukturierungen der Dienstleistungserbringung im SGB II für die Mitarbeitenden im Jobcenter verknüpft, und wie wirken sich diese konkret auf den Arbeitsalltag aus? Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Perspektive der Leistungsberechtigten weite Ermessensspielräume zum Hineinregieren in deren Alltag und Lebensführung besitzen, lag ein zentrales Augenmerk der Studie nicht zuletzt auf der Frage nach tatsächlich bestehenden Ermessensspielräumen und deren Ausübung.