Diakonie Hamburg

Rettungspaket Altenpflege: Die Hamburger Forderungen

Lupe

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Altenpflege der Diakonie“ und des internationalen Tages der Pflege am 12.5. 2014 fordert die Diakonie in ganz Deutschland mit zahlreichen Aktionen die Politik auf, ein „Rettungspaket Altenpflege“ zu schnüren. Dieses Signal an Berlin unterstützen wir aus Hamburg. Hintergrund ist der demographische Wandel. Oder ganz pragmatisch formuliert: „An der Pflege kommt keiner vorbei!“ Das Thema „Pflege im Alter“ betrifft früher oder später praktisch jeden. Wir werden immer älter und damit werden wir auch immer mehr Ältere. Irgendwann brauchen wir dann selbst Unterstützung oder – wenn wir noch jünger sind – wollen und müssen wir unsere Angehörigen, Freunde oder Nachbarn unterstützen. Und auch dabei brauchen wir häufig Hilfe. Deshalb gilt:

 

Das wichtigste ist die Entlastung der Angehörigen
In Hamburg werden rund 2/3 der Pflegebedürftigen durch Angehörige gepflegt, ein Drittel davon tut dies ohne jegliche Unterstützung durch ambulante Pflegedienste oder andere Hilfe. Viele sind bereits heute überfordert. Hier müssen wir die Beratung und Schulung ausbauen. Die Finanzierung von Verhinderungspflege und Betreuungsleistungen für Menschen mit Demenz muss deutlich verbessert werden.

Weitere Forderungen sind:

Entbürokratisierung in der Pflege
Dokumentation in der Pflege ist absolut notwendig und fachlich ange-bracht. Es muss nachvollziehbar sein, wer was wann gemacht hat. Doch wenn in einem Hamburger Pflegeheim mit 60 Bewohnern statistisch
gesehen täglich 3,5 Mitarbeitende ausschließlich mit der Pflegedoku-mentation beschäftigt sind, stimmt das Gleichgewicht zwischen der Pfle-ge und Verwaltung nicht mehr. Diese Verbürokratisierung der Arbeit zu Lasten der Pflegebedürftigen muss dringend reduziert werden.

 

Gerechtere Finanzierung und Erhöhung der Leistungen der Pflegeversicherung
Der Eigenanteil der Pflegebedürftigen darf nicht weiter steigen, sondern muss wieder gesenkt werden. Es kann nicht sein – wie unsere ambulan-ten Pflegedienste immer häufiger beobachten –, dass Pflegebedürftige nur noch die Leistungen „einkaufen“, die die Pflegeversicherung abdeckt und nicht die Leistungen, die notwendig wären. Es muss Schluss sein mit der Stopp-Uhr-Pflege.
 

 


 

Bildergalerie

12.5.2014: Der Aktionstag Altenpflege in Hamburg

Wie aus den Rettungspaketen Altenpflege, den Forderungen der Diakonie und vielen engagierten Beteiligten der Hamburger Diakonie ein deutliches Zeichen für die Altenpflege wurde: Hier die komplette Aktion in der Hamburger City in Bildern.

Die Forderungen der Diakonie

Das Rettungspaket Altenpflege

Die Situation in der Altenpflege ist äußerst kritisch: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt, pflegende Angehörige fühlen sich nicht ausreichend unterstützt, es werden dringend Fachkräfte für die Pflege ...

Gut zu wissen I

Zahlen und Fakten zur Altenpflege aus Hamburg

Zum Diakonie-Aktionstag Altenpflege 2014 hat das Diakonische Werk Hamburg folgende Zahlen und Fakten zusammengestellt zum demografischen Wandel, zum Thema Pflegedokumentation und zum Thema Schulgeld in der Altenpflege.


Gut zu wissen II

Fakten zur Situation der Pflege in Deutschland

Zur Kampagne hat die Diakonie Deutschland die aktuellen Fakten zusammenstellt (Stand 2013): Deutschland wird immer älter. Während 2010 gut 4,2 Millionen Menschen 80 Jahre und älter waren, werden es 2050 – soschätzen es Experten – über 10 Millionen sein. Damit steigt der Anteil der ...

Die Aktion in Hamburg

An der Pflege kommt keiner vorbei!

Am 12. Mai 2014 ist der bundesweite Aktionstag Altenpflege der Diakonie. Passend zum internationalen Tag der Pflege fordert die Diakonie von der Politik mit vielen Maßnahmen ein Rettungspaket Altenpflege. In Hamburg fand ab 11.30 Uhr in der Mönckebergstraße die Aktion "An der Pflege kommt keiner ...