Diakonie Hamburg
Altenpflege
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Gut zu wissen I

Zahlen und Fakten zur Altenpflege aus Hamburg

Zum Diakonie-Aktionstag Altenpflege 2014 hat das Diakonische Werk Hamburg folgende Zahlen und Fakten zusammengestellt. Die Daten im zweiten Absatz wurden aktualisiert mit den Daten aus der Pflegestatistik Hamburg 2013 (aktuellste valide Zahlen):


Demografischer Wandel Deutschland
Der demografische Wandel in Deutschland lässt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,2 Mio. (2007) auf 2,9 Mio. im Jahr 2020 (+29%) und etwa 3,4 Mio. im Jahr 2030 (+50%) ansteigen. Bis 2050 ergibt sich eine Verdopplung auf 4,5 Mio.

Demografischer Wandel Hamburg
In Hamburg gab es 2013 rund 52.100 Pflegebedürftige (2011: knapp 47.000): Gut 36.100, also gut zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Von diesen zuhause lebenden Pflegebedürftigen werden rund 15.600 Betroffene durch ambulante Dienste mitversorgt. Knapp 20.500 Betroffene werden allein von Angehörigen versorgt.

Etwa 16.000, also knapp ein Drittel der Pflegebedürftigen in Hamburg leben in einer vollstationären Pflegeeinrichtung.

Die meisten Pflegebedürftigen sind ältere Menschen: 75% (etwa 39.000) Personen sind 70 Jahre und älter. Circa 65% aller Pflegebedürftigen sind Frauen. 34% aller Pflegebedürftigen in Hamburg weisen eine sogenannte Eingeschränkte Alltagskompetenz aus, die meistens durch eine demenzielle Erkrankung verursacht wird. Sie leben zu etwa einem Drittel in stationären Pflegeeinrichtungen.


Pflegedokumentation
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verursacht die Pflegedokumentation Gesamtkosten von 2,7 Millionen Euro jährlich. Das sind 12% der Ausgaben der Pflegeversicherung für alle Sachleistungen. Das bedeutet: Jeder achte Euro wird für Dokumentation und Verwaltung und nicht für die Menschen ausgegeben.
Die Einrichtung der Pflegedokumentation bei Neuzugängen braucht 386 Minuten. Bei ambulanten Diensten beläuft sich der Zeitaufwand auf 196 Minuten. Pro Pflegebedürftigen und Tag werden im Pflegeheim min. 16 Minuten für die Pflegedokumentation benötigt, in der ambulanten Pflege sind es 10 Minuten.
In einem Pflegeheim mit 60 Bewohnern müssen statistisch gesehen etwa 3,5 Vollzeitstellen täglich ausschließlich für das Führen der Pflegedokumentation zur Verfügung stehen, in einem ambulanten Pflegedienst mit 60 Patienten arbeiten 2,3 Stellen nur für die Dokumentation. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass etwas 68.000 Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen in Deutschland mit nichts anderem als der Dokumentationbeschäftigt sind.

Schulgeld in der Altenpflege
In Hamburg gibt es eine staatliche Schule für Altenpflege und sieben Privatschulen. An den Privatschulen müssen die Auszubildenden ein Schulgeld in Höhe von ca. mtl. 70-150 Euro zahlen. Dieses Schulgeld wird häufig von den Betrieben übernommen. Aber es gibt auch zahlreiche Auszubildende, die dieses Schulgeld selbst zahlen. Die Sozial- und Gesundheitsminister der Länder haben jetzt mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe beschlossen, dass das Schulgeld abgeschafft werden soll. Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks lehnt für Hamburg bisher die Schulgeldfreiheit mit Hinweis auf die Möglichkeit der Ausbildung an der staatlichen Schule ab