Diakonie Hamburg
Altenpflege
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Pressemeldung

Wer zu Hause Angehörige pflegt, darf auch gut für sich sorgen

Das aktuelle Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie trifft vor allem die gefährdete Gruppe der älteren und pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen besonders hart. Etwa 2/3 aller Pflegebedürftigen leben zu Hause. Viele werden von Angehörigen im Haushalt gepflegt und versorgt, häufig unterstützt von ambulanten Pflegediensten. Viele bestehende Kontakte zu Freunden, Familie, Nachbarn sind aktuell nicht möglich. Umso bedeutender ist die Rolle, die die pflegenden Angehörigen jetzt einnehmen.

Dazu Janina Herbst, Leitung der Hamburger Angehörigenschule: „Es ist erwiesen, dass Pflege nur gelingen kann, wenn es auch den Pflegenden selbst gut geht. Wir haben das Thema Selbstfürsorge regelmäßig im Kurs-Plan und haben dazu jetzt dazu ein Video mit vielen Tipps gedreht, abrufbar auf unserer Website www.hamburgerangehoerigenschule.de.“

Die wichtigsten Tipps für pflegende Angehörige zum Thema Selbstfürsorge:

  • Gehen Sie gut mit sich selbst um. Je besser Ihnen das gelingt, umso besser können Sie mit anderen Menschen in Kontakt treten.
  • Pflegende Angehörige können verschieden belastet sein durch körperliche, psychische, soziale, zeitliche oder auch finanzielle Anforderungen. Überlegen Sie, in welcher Situation Sie sind.
  • In welcher Beziehung stehen Sie zu dem Pflegebedürftigen, der Familie oder dem Partner, den Verwandten, dem Arbeitgeber oder auch zu anderen? Wo gibt es eventuell Probleme? Aber auch: Aus welcher Beziehung ziehen Sie Kraft?
  • Wenn Sie wissen, wo Sie stehen, können Sie leichter sagen, was Sie brauchen. Sind es zum Beispiel fachliche Kompetenzen, Zeit für sich, Zeit für Familie und Freunde, Kenntnis über Anforderungen, Unterstützung, Anerkennung, Verständnis, finanzielle Sicherheit?
  • Wenn Sie wissen, was Sie für Ihr Wohlbefinden brauchen, können Sie Maßnahmen ergreifen. Einige können Sie selbst starten, für andere brauchen Sie Hilfe.
  • Scheuen Sie sich nicht, rechtzeitig andere anzusprechen: Hier können Freunde und Familie unterstützend sein oder auch professionelle Beratungsstellen und Pflegeanbieter.
  • Im gesamten Pflegezeitraum empfiehlt es sich hin und wieder den eigenen Standort zu bestimmen, da sich die Anforderungen mit der Zeit verändern können.
  • Nehmen Sie sich persönliche Auszeiten. Rituale oder Gewohnheiten helfen, diese auch einzuhalten.
  • Sprechen Sie über Ihre Gefühle, auch wenn es manchmal schwer fällt.
  • Je mehr Sie wissen über die Pflege-Situation, umso besser können Sie handeln oder sich auf neue Situationen einstellen.  

Die Hamburger Angehörigenschule ist für pflegende Angehörige da und bietet auch in der aktuellen Corona-Pandemie telefonische Beratungen an. Interessierte erreichen das Team unter der Telefonnummer
040/416 246 51 oder per E-Mail info@hamburgerangehoerigenschule.de.

Aktuell darf die Hamburger Angehörigenschule allerdings keine Kurse anbieten. Auf der Website www.hamburgerangehoerigenschule.de finden Angehörige viele Videos mit wertvollen Tipps für die aktuelle Situation.

 

Hintergrund:

Die Hamburger Angehörigenschule berät und schult seit 2010 pflegende Angehörige im Verbund der Diakonie Hamburg. Pro Jahr sind rund 250 Grund- und Spezial-Gruppenkurse in ganz Hamburg im Programm. Erfahrene Pflege-Expertinnen und -Experten vermitteln praxisrelevantes Wissen, Methoden und Fertigkeiten zur Erleichterung des Pflege-Alltags. Individuelle Beratungen und Schulungen zu Hause oder in der Klinik sind ebenfalls möglich. Diese sind auch kostenfrei, wenn eine Pflegestufe beantragt wurde.

Hamburger Angehörigenschule gGmbH
Kleiner Schäferkamp 43
20357 Hamburg
Telefon 040/416 246 51
info@hamburgerangehoerigenschule.de

www.hamburgerangehoerigenschule.de
www.facebook.com/Hamburger-Angehörigenschule 
www.instagram.com/hamburger_angehoerigenschule

 

Veröffentlicht am 22. April 2020