Persönliche Hilfe | Diakonisches Werk Hamburg

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Persönliche Hilfe

„Die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67-69 SGB XII ist die einzige leistungsrechtliche Vorschrift, die an die Verbindung besonderer Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten anknüpft. Sie beschränkt sich damit nicht auf Hilfemaßnahmen, die jeweils nur einen Teilbedarf decken. Mit diesem umfassenden Hilfeansatz wird der durch die Kombination unterschiedlicher Problemlagen geprägten komplexen Lebenssituation der Betroffenen ebenso Rechnung getragen wie deren fehlenden oder eingeschränkten Fähigkeiten, diese aus eigenen Kräften zu überwinden. Erst damit ist die rechtliche Basis für eine Hilfe im Wohnungsnotfall gegeben, die Erstversorgung und Hilfe bei einer nachhaltigen Integration in übliche Lebensverhältnisse aus ,,einer Hand“ bietet.“ (Position der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. Rechtsverwirklichung der Hilfen nach §§ 67-69 SGB XII, Januar 2018)

Beratung auch für Familien
In den Anfangsjahren war die Hilfe in den ambulanten Beratungsstellen fast ausschließlich auf alleinstehende Personen ausgerichtet. Heute wird sie nicht mehr am Merkmal des Familienstandes, sondern an den besonderen Lebenslagen und sozialen Schwierigkeiten festgemacht. § 68,1 SGB XII sieht „Beratung und persönliche Betreuung für die Leistungsberechtigten und ihre Angehörigen vor“. Dies hat zur Folge, dass auch Personen mit Partnern mit oder ohne Kinder einen Anspruch auf Hilfen zur Überwindung besonderer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff SGB XII haben können sofern der Bedarf nicht durch vorrangige Hilfen etwa nach dem SGB VIII bedarfsdeckend zur Verfügung steht. Familien haben nach unserer Erfahrung häufig besonders komplexe und zeitintensive Beratungs- u. Betreuungsbedarfe.

Bedarfsermittlung und Hilfeplan
Bei der Zugehörigkeit zum Personenkreis gem. §§ 67ff. SGBXII wird in der Regel ein Antrag auf persönlichen Hilfe an die zuständige Bezirkliche Fachstelle für Wohnungsnotfälle (BFW) gestellt. In den ersten 4-6 Wochen findet eine differenzierte Bedarfsermittlung mit den Klient*innen statt. In diesem Zeitraum wird zu untenstehenden Punkten von der Beratungsstelle ein individueller Hilfeplan erstellt. Auf dieser Grundlage folgt eine intensive Bearbeitung der einzelnen Bereiche. Während der Beratung dient der Hilfeplan als wichtiges Instrument zur Standortbestimmung und zur Zielkontrolle. Bei weiterem Hilfebedarf kann nach 6 Monaten eine Verlängerung der persönlichen Hilfe beantragt werden.

Beziehung und Selbsthilfekraft
Das Angebot einer konstanten sozialen Beziehung ist neben der sozialarbeiterischen Fachlichkeit eine wesentliche Voraussetzung für einen positiven Beratungsprozess. Es gilt dabei, die vorhandenen Selbsthilfekräfte herauszuarbeiten und behutsam zu fördern.