Diakonisches Werk Hamburg

Weblog, 2. Teil

 
 
20.9.05 Turnschuh-Puzzle
Heute hatten wir u. a. ein dreistuendiges Gespraech mit den beiden Adidas-Repraesentanten Adelina und Harry, die uns schon waehrend der Fabrikbesuche begleitet hatten. Sie sind extra fuer die Einhaltung des "Code of Conduct" bei den Zulieferern zustaendig.

Gemeinsam mit dem Team von UCM und vier der gewerkschaftlich aktiven TextilarbeiterInnen, die wir aus den Formen oder dem Workshop kannten, z. B. Marketo, gab es lebhafte Diskussionen.

Insgesamt verstaerkt sich unser positiver Eindruck, dass gerade bei adidas mit dem "Code of Conduct" ein wichtiger Schritt zur Verbesserung unternommen wurde. Sie wollen den Arbeitern die Auditing-Berichte ueber die Firmen zur Verfuegung stellen. Allerdings haben sie verraten, dass es dreissig Zulieferer fuer adidas in Indonesien gibt - das Land steht bei ihnen an zweiter Stelle - und wie es da ausieht, wissen wir natuerlich nicht. Sie koennen sich vorstellen, mit UCM als Partner die fuer 2006 geplanten Schulungen der Arbeiter ueber den "Code of Conduct" durchzufuehren. Darueber muss Senior-Manager Harry in zwei Wochen in Hong-Kong mit den anderen asiatischen Kollegen sprechen.

Das ganze Thema ist wie ein grosses Puzzle, von denen sich die ersten Teile zusammengefuegt haben. Das passt zu dem Turnschuh in Einzelteilen, den Edelgard Abram mitgebracht bekam. Sie hatte darum gebeten, um Schuelern und Konfirmanden das Thema noch anschaulicher zu machen. Das ist sicher der einzige Schuh dieser Art, der unzusammengenaeht Europa erreicht!

 
21.9.2005 "Fair" findet Anklang
Der letzte Tag vor Ort! Die Haelfte der Zeit verbringen wir in Carla Natans (Direktorin UCM) 8-Quadratmeter-Buero beim Auswertungsgespraech. Sie under Projektleiter Henri Darungo sagen: Jetzt sei das Projekt fuer die ArbeiterInnen konkret geworden, und sie hoffen, dass es ueber ein Jahr hinaus verlaengert wird. Ein einmaliger Vorteil gegenueber anderen Besuchen aus dem Westen sei gewesen, dass durch Edelgard Abrams Indonesischkenntnisse eine direkte Kommunikation moeglich war.

Henri erzaehlt noch, dass die Postkarte des neuen "Brot fuer die Welt"-Kampagne "Fairgeben, fairsorgen, fairteilen", die Edelgard gestern bei dem Treffen mit adidas verteilt und erklaert hatte, bei den ArbeiterInnen so viel Anklang gefunden hatte.

 
22.9.05 Rückblick von oben
Heute hatte ich einen ganzen langen Tag (+ 5 Stunden Zeitunterschied) auf dem Rückflug Zeit, für mich Bilanz zu ziehen. Was sind die Früchte dieser Reise für das Projekt?

- Die Lobbyarbeit von außen unterstützt die eigene Interessenvertretung der jungen Turnschuhnäherinnen und ihrer Kolleginnen und Kollegen. Das berühmte Stichwort "Hilfe zur Selbsthilfe"  passt.

- Der "Direkte Kont@kt" hat die ArbeiterInnen, UCM und die Managementvertreter der adidas-Zulieferer an einen Tisch gebracht. Seit es den "Code of Conduct" gibt, haben sie ein gemeinsames Interesse an der Implemetierung.

- Das Internet ist in diesem von Großstadt und Industrie geprägten Umfeld ein geeignetes Medium, neue Wege der Kommunikation zu gehen.

 

 
23.9.05 Back to the office
Der Beitrag von gestern hatte schon wieder ü's und ä's - das Internet in Singapur funktionierte nicht, so dass ich ihn erst jetzt bei meinem ersten Besuch zurück im Büro geschrieben habe. Schön, wie viele Kolleginnen und Kollegen im "Nordelbischen Zentrum für Kirche und Diakonie" mich gleich auf die Reise ansprechen, weil sie sie mitverfolgt haben. Ich habe immer wieder in Jakarta bei den Vorstellungsrunden kurz von den Aufgaben der Diakonie erzählt. Je mehr wir weltweit voneiander wissen, um so besser. Nun geht es an die weitere Auswertung aller mitgebrachten Recherchen und Fotos. In der "Nordelbischen Kirchenzeitung" ist der am Montag geschriebene Artikel schon erfreulich groß erschienen. Seit heute tagt die Nordelbische Synode u. a. zum Thema "Strukturelle Gewalt". Als eins von drei Beispielen dafür waren die Verhältnisse in der Textilproduktion und die "Clean Clothes Campaign" ausgewählt worden. So sind die Synodalen schon gut vorbereitet, wenn Landespastorin Stoltenberg den Gruss der ArbeiterInnen und unseres Partners UCM ausrichten wird.
 



gedruckt am Mo, 21.05.2012 aus http://diakonie-hamburg.de

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