Diakonisches Werk Hamburg

Presse

Klare Arbeitsteilung zwischen Jugendamt und Freien Trägern nötig
01.02.2012 Bei der Klärung des tragischen Todes der elfjährigen Chantal in ihrer Pflegefamilie rät die Hamburger Diakonie zu sorgfältiger und sachbezogener Aufarbeitung. Gabi Brasch, zuständiger Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg: „Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns kein Stück weiter. Das wichtigste ist doch jetzt, Lücken im System der Jugendhilfe schnell zu erkennen und dann die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.“
Die Diakonie plädiert für eine klare Trennung der Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zwischen Jugendämtern und Freien Trägern. Gabi Brasch: "Die Jugendhilfe steht immer auf zwei Beinen: Vertrauensvolle Beratung und Kontrolle. Ohne Vertrauen werden Pflegefamilien sich nicht beraten lassen, gleichzeitig müssen klare Regeln gelten, die auch kontrolliert werden. Das Jugendamt muss prüfen, ob jemand als Pflegeperson geeignet ist und über die geeignete Art der Hilfe entscheiden. Die Begleitung, Beratung und Betreuung von Pflegefamilien sollten vorwiegend die freien Trägern machen. Denn sie können am Besten das notwendige Vertrauen aufbauen."
Das Diakonie-Projekt "Zentrale Anlaufstelle Anerkennung" wird ausgebaut und verlängert
30.01.2012 Wer im Ausland einen Berufs-, Schul- oder Hochschulabschluss erworben hat, kann sich im Diakonischen Werk Hamburg vom Team der „Zentralen Anlaufstelle Anerkennung“ (ZAA) beraten lassen wie sein Abschluss in Deutschland anerkannt werden kann. Doch das Projekt wurde so gut angenommen, dass es an die Grenzen seiner Kapazitäten kommt: Seit 1. Oktober 2010 wurden über 800 Migrantinnen und Migranten aus 93 Ländern von der ZAA beraten. Und wenn am 1. April 2012 das neue Anerkennungsgesetz des Bundes in Kraft tritt, erwartet die ZAA einen weiteren Anstieg der Anfragen. Jetzt hat die Behörde für Arbeit, Familie, Soziales und Integration die Aufstockung der Beratungskapazität sowie eine Verlängerung des Diakonie-Projektes bis 31. Dezember 2013 bewilligt.
Senat verdrängt das eigentliche Problem
24.01.2012 Der Senat hat heute für St. Georg ein Kontaktverbot für Freier beschlossen. Die Diakonie hält das Kontaktverbot nicht für sinnvoll; es nützt weder dem Stadtteil noch verbessert es die Situation der Prostituierten. Anke Mohnert, Leiterin des Diakonie-Projektes "Sperrgebiet" in St. Georg, befürchtet im Gegenteil, dass jetzt besonders junge Prostituierte stärker als zuvor gefährdet sind: "Die sexuelle Ausbeutung im Verborgenen wird zunehmen. Die Prostitution wird ja nicht geringer, sie verlagert sich nur in andere, weniger belebte Stadtteile. Und die sowieso steigende Zahl der Verabredungen via Internet bietet den Mädchen und Frauen noch weniger Schutz vor menschenunwürdigen Praktiken von Freiern und Zuhältern. Besonders treffen wird es die oft sehr jungen Opfer von sexueller Ausbeutung aus Staaten wie Rumänien oder Bulgarien."
Aktivoli Freiwilligenbörse – zum ersten Mal mit einem Unterstützungsangebot für Menschen mit Behinderung
18.01.2012 Auf der Aktivoli Freiwilligenbörse am Sonntag, 22. Januar 2012, von 11.00 – 17.00 Uhr im Börsensaal der Handelskammer Hamburg gibt es in diesem Jahr ein neues Angebot für Menschen mit Behinderung: Die Mitarbeiter des Projekts Selbstverständlich Freiwillig des Diakonischen Werkes Hamburg unterstützen Menschen mit Behinderung bei ihrer Suche nach Möglichkeiten zum freiwilligen Engagement und begleiten sie an die Stände der Anbieter.
Aussteigen fördern statt Prostitution in andere Stadtteile verlagern
12.01.2012 Innensenator Michael Neumann plant in St. Georg ein bußgeldbewehrtes Kontaktverbot für Freier. Anke Mohnert, Leiterin des Diakonie-Projektes "Sperrgebiet" in St. Georg, glaubt nicht, dass die Probleme mit der Prostitution im Stadtteil durch ein Kontaktverbot für Freier und Bußgelder gelöst werden: "Natürlich verstehen wir die Sorgen der Menschen im Stadtteil, schließlich arbeiten wir seit 26 Jahren hier in St. Georg. Die Erfahrungen aus Köln und Essen zeigen jedoch: Kontaktverbote und Bußgelder führen nicht zu weniger Prostitution. Stattdessen nimmt die sexuelle Ausbeutung im Verborgenen zu. Die Verlagerung in andere, weniger belebte Stadtteile und die sowieso steigende Zahl der Verabredungen via Internet bietet den Mädchen und Frauen noch weniger Schutz vor menschenunwürdigen Praktiken von Freiern und Zuhältern. Besonders treffen wird es die oft sehr jungen Opfer von sexueller Ausbeutung aus EU-Anrainerstaaten wie Rumänien und Bulgarien."
Ansprechpartner
Steffen Becker, Telefon 040/306 20 233, 0160 58 76 22 5, becker@diakonie-hamburg.de
Themen aus dem Bereich Kindertagesstätten
Ulrike Kotthaus, Telefon 040/306 20 217, kotthaus@diakonie-hamburg.de
Praktikum
Die Stabstelle Information und Öffentlichkeitsarbeit bietet Praktikumsstellen an.
 



gedruckt am Sa, 04.02.2012 aus http://diakonie-hamburg.de

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