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Presse-Infos 2002
Feiern Sie mit - Brot statt Böllern! Über 50 Millionen Euro fliegen Jahr für Jahr allein in Deutschland wortwörtlich in die Luft: Mit Böllern, Krachern und Raketen begrüßen die Menschen das neue Jahr. Brot für die Welt bittet nun, einen Teil des Geldes statt in das diesjährige Feuerwerk in die Zukunft von Menschen im Süden der Welt zu investieren. Der Slogan "Brot statt Böller" soll niemandem die Feierlaune verderben. Es ist nur ein Hinweis, dass schon mit einem kleinen Teil des Geldes für viele Menschen in den Entwicklungsländern eine Zukunft eröffnet werden kann. Für den einzelnen Menschen kann das einen Ausbildungsplatz bedeuten, Hilfe bei der Bewässerung seiner Felder oder ein Kleinkredit, um sich auf eigene Füße zu stellen. Brot für die Welt hat vor über 20 Jahren den Slogan Brot statt Böller aufgenommen. Erfunden wurde er 1981 von einer evangelischen Kirchengemeinde in Bargteheide in Schleswig-Holstein, die für Brot für die Welt sammelte. Weitere Infos unter www.brot-fuer-die-welt.de Spendenkonto: Diakonie
warnt vor Betrug bei "Telefonseelsorge" In den vergangenen Tagen wurden in Briefkästen in Kaiserslautern Handzettel verbreitet, die unter der Überschrift "Telefonseelsorge" auf eine 0180-Nummer hinweisen. Dahinter verbirgt sich schließlich eine teure 0190 - Nummer, die auf einer Mailbox landet. Die Kosten belaufen sich auf 1,80 Euro pro Minute. Die Diakonie und die bundesweite Evangelische Konferenz für TelefonSeelsorge warnen vor diesem kostenpflichtigen Dienst. Konferenz-Geschäftsführer Traugott Weber: "Die Zettel stammen nicht von der Telefonseelsorge. Wir haben rechtliche Schritte gegen den Missbrauch eingeleitet". Der Begriff Telefonseelsorge ist seit 1999 ein eingetragener Markenname. Anrufe bei der Telefonseelsorge unter den bundesweit einheitlichen Rufnummern 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222 sind gebührenfrei. Die Gesprächsgebühren für diesen Dienst übernimmt die Deutsche Telekom AG. Alle Gespräche sind grundsätzlich vertraulich, die Anrufenden können anonym bleiben. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sich nach intensiver Ausbildungszeit rund um die Uhr, auch an Wochenenden und an den Weihnachtstagen, zur Verfügung, um Menschen in seelischer Not eine Gesprächsmöglichkeit anzubieten. Heiligabend-Kollekte für Brot für die Welt Evangelische Kirchen und Freikirchen bitten in ihren Gottesdiensten am 24. Dezember um Spenden für Brot für die Welt. Susanne Hesemann, Referentin für Brot für die Welt in Hamburg, ruft auf: "Hunger ist in Deutschland selten geworden, aber in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas verhungern täglich 30.000 Kinder. Dabei wäre genug für alle Menschen da. Man muss nur gerecht teilen und die Nahrungsmittel nachhaltig anbauen." Etwa 60 Millionen Euro gehen pro Jahr bei Brot für die Welt als Spende ein, etwa 35 Prozent davon allein durch die Heilig Abend Kollekten. Rund 1.800 Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika werden mit diesem Betrag gefördert. Für den einzelnen Menschen kann das Hilfe bei der Bewässerung seiner Felder bedeuten oder ein Kleinkredit für Saatgut, um sich auf die eigenen Füße zu stellen. Brot für die Welt finanziert die Projektarbeit fast ausschließlich mit Spenden und kann deshalb unabhängig von wirtschaftlichen Interessen und politischen Vorgaben der Regierungen handeln. Spendenkonto Brot
für die Welt Hamburg Weitere Informationen
gibt: Politik jetzt erst recht integrationspolitisch gefordert - Diakonie zur Verfassungsgerichtsentscheidung Die Diakonie bedauert die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über das verfassungswidrige Zustandekommen des Zuwanderungsgesetzes. Durch die negative Entscheidung können die rechtlichen Neuregelungen im Bereich der Zuwanderung, des Flüchtlingsschutzes und der Integration nicht wie geplant zum 1. Januar 2003 in Kraft treten. Das heutige Urteil stelle aber lediglich fest, dass das Zuwanderungsgesetz nicht verfassungsgemäß zustande gekommen ist. Es bedeute keine negative Entscheidung über dessen Inhalte. Birgit Dethlefs, Fachbereichsleiterin Migration Diakonisches Werk Hamburg, fordert: "Wenn das Gesetz noch verändert wird, dann darf es im Sinne der Zuwanderer nicht verschlechtert werden, sondern es muss eher besser werden." Auch ohne Zuwanderungsgesetz muss aus Sicht der Diakonie ein grundlegender Perspektiv-Wechsel in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik erfolgen. Notwendig ist eine aktiv gestaltende, offene Zuwanderungspolitik und die umgehende Entwicklung einer nachhaltigen und umfassenden Integrationsförderung für Zuwanderer. Eine individuelle Integrationsberatung und -begleitung ist dabei neben der Förderung von Deutsch-Kenntnissen aus Sicht der Diakonie der Schlüssel zum Erfolg. Ohne diese Förderung seien die Mittel für die Sprachkurse ineffektiv eingesetzt. Der Präsident des Diakonischen Werks der EKD, Pfarrer Jürgen Gohde, appellierte an Bundesregierung und Bundestag, die Mittel für die Begleitung zu verstärken. Die geplante Kürzung der Zuschüsse für die Ausländersozialbetreuung um annähernd zwanzig Prozent sei inakzeptabel. Dies sei integrationspolitisch ein fatales Signal. "So kann man weder die Bundesländer noch die Zivilgesellschaft für die anstehenden Integrationsaufgaben gewinnen," so Gohde. Der Diakonie-Präsident forderte anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Migranten zudem alle im Bundestag vertretenen Parteien auf, die geschlechtsspezifische und nichtstaatliche Verfolgung bei der Anerkennung von Flüchtlingen zu berücksichtigen und diesem Schutzanliegen im Rahmen der europäischen Asylrechtsharmonisierung Rechnung zu tragen. Wirtschaftsbehörde gefährdet 450 Arbeitsplätze Massive Vorwürfe gegen das Verhalten der Wirtschaftsbehörde haben das Diakonische Werk Hamburg und die zum Verband der Diakonie gehörende Harburger GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH heute mittag auf einer Pressekonferenz erhoben. Unterstützt wurden sie von Andreas Buß, Vorstandsmitglied der Laurens Spethmann-Holding AG & Co. und Aufsichtsrat bei GATE sowie dem Harburger Propst Jürgen Bollmann. Die Wirtschaftsbehörde plant die Einführung einer Fallkostenpauschale für Träger arbeitsmarktpolitischer Projekte zum 1. Januar 2003. Aber noch immer fehlen konkrete Informationen zur Umsetzung. Diese Pauschale bedeutet für die GATE GmbH ein Minus von rund 45 % gegnüber der bisherigen Finanzierung. GATE muss voraussichtlich zwischen 10 und 17 Personalstellen sowie erhebliche Sach- und Mietkosten einsparen. Betriebszusammenlegungen und Schließungen wären unvermeidlich. Entsprechende Umstrukturierungen und Auflösungen sind nicht innerhalb von vier Wochen zu bewerkstelligen, so dass das gesamte Unternehmen durch die auftretende Finanzierungslücke gefährdet ist. Gisela Beck, Geschäftsführerin der GATE GmbH: "Ich kann bis jetzt keine wirtschaftlichen Planungen vornehmen, da ich keine Anhaltspunkte dafür habe, wie die Fallkostenpauschale umgesetzt werden soll. Wir brauchen Zeit, um auf diese Einsparungen zu reagieren." Gefordert wird, dass die Wirtschaftsbehörde die Einführung der Fallkostenpauschale verschiebt, um den Trägern die nötige Anpassungszeit zu geben, genauso wie es die Behörde für Soziales und Familie tut, die das neue System erst zum 1.1.2004 plant. Gisela Beck: "Wir werden dafür kämpfen, um diese Zusage zu erhalten." "Gerade von der Wirtschaftsbehörde erwarten wir eine professionellere Arbeit und mehr Verständnis für betriebswirtschaftliche Erfordernisse," so Stefan Rehm, Vorstand Finanzen und Personal im Diakonischen Werk Hamburg. Spethmann-Vorstand Andreas Buß zieht den Vergleich mit der Wirtschaft: "Wir sind es gewöhnt, als erfolgreiches Unternehmen rechtzeitig zu planen, um die notwendigen Veränderungsprozesse zu managen." Er kritisiert Uldall scharf: "Gerade der Senator, der 1997 den Deutschen Mittelstandspreis gewonnen und als Unternehmensberater gearbeitet hat, ist dafür verantwortlich." Der Vorwurf: Erst hatte nach dem Regierungswechsel die Wirtschaftsbehörde die Zuständigkeit für Teile der Arbeitsmarktprojekte an sich gezogen, so dass ein großer Träger wie GATE in den Behördenwirrwarr geriet, ständig mit zwei Behörden verhandeln zu müssen, jetzt treibt eben diese Behörde die Projekte durch ihr unprofessionelles Verhalten in den Ruin. Andreas Buß bezeichnet die unterschiedlichen Vorgehensweise der Sozialbehörde und der Wirtschaftsbehörde unter einem Dach des Senats "als Führungsfehler Nummer 1". Propst Jürgen Bollmann prangerte die fehlende Abstimmung zwischen den Behörden an: "Wenn GATE Insolvenz anmeldet, dann werden auch die von der Sozialbehörde gewollten Projekte kaputt gehen." Er warnte vor den Folgen für die soziale Stadtteilentwicklung wie Verslumung und Kriminalität. Die GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH ist ein Unternehmen für Beschäftigung, Qualifizierung, berufliche Bildung und Information mit Schwerpunkt in Hamburg-Harburg. Insgesamt arbeiten bei der GATE GmbH rund 450 Menschen. Der Unternehmensbereich Arbeit, Qualifizierung und Vermittlung beschäftigt und qualifiziert auf befristeten Stellen in neun Betrieben und in der Verwaltung zuvor langzeitarbeitslose Menschen, um ihnen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bessere Chancen zu ermöglichen. Gleichzeitig werden von diesen Projekten Dienstleistungen in benachteiligten Stadtteilen angeboten. Rund 300 Personen arbeiten in diesem Bereich. Fünf der Betriebe (Kleiderkammer Wilhelmsburg, KochKunst, Freibad Neugraben, JobShop Süderelbe und Dienstleistungszentrum Kirchdorf-Süd) werden gefördert durch Mittel der Bundesanstalt für Arbeit und der Behörde für Soziales und Familie der Freien und Hansestadt Hamburg. Die restlichen vier Betriebe dieses Unternehmensbereiches werden neben der Bundesanstalt für Arbeit finanziert durch die Behörde für Wirtschaft und Arbeit. Des weiteren besteht bei der GATE GmbH noch der Bereich Berufsbildung mit 10 Projekten, die durch die Bundesanstalt für Arbeit, verschiedene Fachbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg, den Europäischen Sozialfonds und Bundesmittel finanziert werden. Über 300 Menschen nutzen die Angebote zu Berufsorientierung, Ausbildung, Ausbildungsvorbereitung und -begleitung, Information und Ausbildungsvermittlung. Rückfragen auch
an: Birgit Kruse, Öffentlichkeitsreferentin GATE Ökumenisches
Podium Sozialpolitik: Es ist genug für alle da! Thema: "Arm, obdachlos - und noch psychisch krank!" - Zwischen Eigenverantwortung und unterlassener Hilfeleistung Viele Wohnungslose leiden auch unter akuten oder latenten psychischen Erkrankungen. Nach ambulanten oder stationären psychiatrischen Behandlungen erfolgt häufig wieder eine Entlassung in die Obdachlosigkeit. Mehrfachdiagnosen bedeuten eine Zuordnung zu mindestens zwei institutionalisierten Hilfesystemen. Auch nach der neuen Behördenaufteilung in Hamburg funktioniert eine Kooperation zugunsten der Hilfebedürftigen nicht. Das freiwillige Engagement aus der Bevölkerung für Obdachlose mit psychiatrischen Erkrankungen steckt ebenfalls noch in den Kinderschuhen. Über das derzeitige Hilfeangebot und Möglichkeiten der Verzahnung notwendiger Hilfen diskutieren:
Moderation: Burkhard Plemper, Journalist Die Diskussion gehört zum Ökumenischen Podium: Sozialpolitik, das unter dem Motto "Es ist genug für alle da!" vom Diakonischen Werk Hamburg, dem Caritasverband, der Evangelischen Akademie, der Ev. Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird. Nähere Informationen
und Vermittlung von Interviews mit Referenten: "Flüchtlingsarbeit
durch Freiwillige? Erfahrungen, Einwände, Perspektiven" Mit einer Fachtagung zum Projekt "Fit für Flüchtlinge - Qualifizierung von Freiwilligen zu Alltagsbegleitern für Flüchtlinge" am 27. November 2002 soll erreicht werden, Flüchtlingen konkret helfen zu können. Die Freiwilligen brauchen eine Qualifizierung, um Verantwortung übernehmen zu können. Sie sollen in der Lage sein, in schwieriger Gesetzes-lage und im Umgang mit deutschen Behörden gemeinsam mit den Flüchtlingen die richtigen Schritte zu tun. In vier Modulen lernten die 25 Teilnehmenden seit Anfang des Jahres viele Aspekte kennen, um sich als Alltagsbegleiter für Flüchtlinge kompetent zu fühlen. Ziel des Projektes war es auch, diese Module zu entwickeln, zu erproben und für andere Einrichtungen zugänglich zu machen. Die Tagung beginnt um 9.15 Uhr mit der Begrüßung durch Folkert Doedens, Leiter des Pädagogisch-Theologischen Instituts (PTI) und Birgit Dethlefs, Leiterin des Fachbereiches Migration im Diakonischen Werk Hamburg, über "Kirchliches Engagement in der Flüchtlings-arbeit in Hamburg". Vormittags wird Prof. Dr. Ursula Neumann von der Universität Hamburg über das Thema "Die Flüchtlingspolitik der letzten Jahre: EU, Deutschland, Hamburg" referieren. Im Anschluss spricht Fanny Dethloff, Flüchtlingsbeauftragte der NEK. Daran schließt sich eine Diskussionsrunde mit einem Statement von Hartmut Sauer, Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg, an. Karl-Albert Kako, Referent für Erwachsenenbildung, PTI Hamburg, Dr. Joachim Schroeder, Universität Hamburg und Evelyn Duhnkrack-Hey, Projekt-leiterin, Diakonisches Werk Hamburg, moderieren. Nach der Mittagspause führt Evelyn Duhnkrack-Hey in das Projekt "Fit für Flüchtlinge" ein. Dr. Joachim Schroeder wird die Ziele und Aufbau der Module darstellen. Eine Teilnehmerin wird der Frage "Was haben mir die Qualifizierungsseminare gebracht?" nachgehen. Ausserdem wird ein Flüchtling über seine Erfahrungen mit dem Alltagsbegleiter berichten. Nachmittags soll in Arbeitsgruppen über "Chancen und Grenzen von Alltagsbegleitung" diskutiert werden. Das Abschluss-Statement hält Karl-Albert Kako, Referent für Erwachsenenbildung beim Pädagogisch-Theologischen Institut. Das Projekt wurde im Rahmen des Europäischen Flüchtlingsfonds gefördert. Träger des Projektes ist das Diakonische Werk Hamburg, Kooperationspartner sind das Institut für Interkulturelle Bildung der Universität Hamburg und das Pädagogisch-Theologische Institut Hamburg. Sie sind herzlich
zu der Tagung eingeladen 44.
Aktion Brot für die Welt Mit einer Installation von Kunstwerken prominenter Hamburgerinnen und Hamburger zum Thema Brot für die Welt und dem traditionellen Eröffnungsgottesdienst beginnt die diesjährige 44. Sammelaktion Brot für die Welt der Evangelischen Kirchen in Hamburg. Landespastorin Annegrethe Stoltenberg eröffnet am Donnerstag, 28. November um 18 Uhr die Ausstellung "KunstZuBrot - Hamburger Kunst-Stücke für Brot für die Welt" in der Hauptkirche St. Petri. Mit einem Kunstwerk beteiligen sich Gaby Bauer, Ole von Beust, Karl-Joachim Dreyer, Bettina Tietjen, Wilhelm Wieben, Dagmar Reim, Isabella Vértes-Schütter, Corny Littmann, Dagmar Berghoff, Norbert Aust, Mathieu Carrière, Maria Jepsen, Peter Striebeck, Jürgen Roland, Jobst Plog, Kai Diekmann, Helge Adolphsen, Frank Ulrich Montgomery, Peggy Parnass, Louwrens Langevoort, Christa Randzio-Plath, Uwe Hornauer, Robert Leicht, Stephan Reimers, Ulrich Pleitgen, Peter Becker, Christoph Störmer, Alexandra von Rehlingen, Friedhelm Mönter, Heidi Kabel, Witta Pohl, Klaus Asche, Annegrethe Stoltenberg. Ausgangsmaterial für alle Werke war jeweils ein schlichtes rundes Brett aus Buchenholz. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern befindet sich bewusst keine bildenden Künstler. Dennoch entstanden aus den ehemaligen Holzbrettern Gemälde, Skulpturen und Skizzen, die zusammen ein Gesamtkunstwerk ergeben. Bürgerschaftspräsidentin Dr. Dorothee Stapelfeldt wird zur Eröffnung der Ausstellung in St. Petri sprechen. "Weltweite Gerechtigkeit ist kein Kunststück und leider auch nicht mit diesen Kunst-Stücken herzustellen", sagt Susanne Hesemann, Referentin für Brot für die Welt. "Diese Ausstellung soll ein Schlaglicht auf das Thema werfen. Wir hoffen, damit viele Menschen zum Nachdenken über die Ziele und den Auftrag von Brot für die Welt anzuregen." Der Eröffnungsgottesdienst der 44. Sammelaktion findet am Sonnabend, 30. November, um 18 Uhr in der Rathauspassage statt. Seit 1959 sammeln alle evangelischen Kirchen Deutschlands, vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit, Geld für Projekte in armen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Neben der konkreten Projektförderung durch Hilfe zur Selbsthilfe ist die Interessenvertretung der Armen eine Hauptaufgabe von Brot für die Welt. Dazu werden weltweit ungerechte Strukturen analysiert, benannt und Konzepte zur Lösung erarbeitet oder eingefordert. Weitere Informationen
im Internet unter http://www.kunstzubrot.de
oder Hinweis für die
Redaktionen: Fotos der Kunstwerke schicken wir Ihnen gern per E-mail. Rückfragen bitte
an Susanne Hesemann, Herbstklänge
Am Samstag, 23. November, um 19 Uhr in der Musikhalle veranstaltet der Tae Kwan Do-Verein SOSAN e. V. ein Benefizkonzert mit Werken von Beethoven, Mozart, Verdi und anderen. Es musizieren internationale Preisträger wie Namjeong Kim, Tae-Hyum Kim und Dorothea Suh und Musikhochschulstudenten aus dem Verein. Karten zu 20 Euro gibt es im Vorverkauf bei Suh Sport/SOSAN e. V. Grindelberg 9, Telefon 45 18 22, oder an der Abendkasse. Der Erlös geht an den Mitternachtsbus des Diakonischen Werks Hamburg, ein Projekt, das sich ausschließlich aus Spenden finanziert. Täglich fahren Ehrenamtliche von 20-24 Uhr zu den Schlafplätzen von Obdachlosen, versorgen sie mit heißen Getränken und warmer Kleidung je nach Bedarf, knüpfen Kontakte und weisen auf weitere Hilfen hin, die zum Beispiel in der Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose in den Bundesstraße 110 gegeben werden, in der der Mitternachtsbus auch sein Büro hat. Die Initiatoren vom Verein SOSAN e.V. und die Künstler bedanken sich mit dem Benefizkonzert im Namen der in Hamburg lebenden Koreaner für die Chance, sich hier eine gesicherte Existenz aufbauen zu können. In Hamburg leben derzeit rund 1.000 Koreaner, viele bereits seit den 60er Jahren. Schon im Jahr 2000 hatte SOSAN in der Musikhalle ein erfolgreiches Benefizkonzert veranstaltet, bei dem 2.500 Mark für den Mitternachtsbus zusammenkamen. Rückfragen bitte
an Jubiläum 25 Jahre Jugendwerkstatt Rosenallee Die Jugendwerkstatt des Diakonischen Werks Hamburg in der Rosenallee 11 verhilft seit 25 Jahren Jugendlichen, die sonst wenig Chancen hätten, zu einem Hauptschulabschluß und zu ersten Schritten ins Berufsleben. 48 Jugendliche nehmen an Förderlehrgängen der Berufsvorbereitung teil, zwölf sind in der überbetrieblichen Ausbildung im Tischlerberuf. Aktuell sind der Ausbildungswerkstatt von Seiten der Jugendbehörde einschneidende Sparmaßnahmen angekündigt, die für die ganze Jugendwerkstatt existenzbedrohend sind. Donnerstag, 21.
November: Tag der Offenen Tür und Basar ab 12 Uhr Am 26. November ist ein spezieller Informationstag für Schulklassen. Freitag, 22. November:
Benefizkonzert der Band "Tuten und Blasen" für die Jugendwerkstatt Rosenallee
Einladung an die
Redaktionen zum Empfang in der Jugendwerkstatt Rosenallee am 21. November
von 10 bis 12 Uhr Informationen:
Markus Hohlbein, Leiter der Jugendwerkstatt Rosenallee, Tel. 236137-11,
Rosenallee@diakonie-hamburg.de
Klicken Sie hier, um die Chronik der Jugendwerkstatt Rosenallee herunterzuladen (Word-Datei). Bis zu 600 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose bei der Diakonie in Gefahr Durch die geplante Einführung der Fallkostenpauschale für Beschäftigungsträger zum 1.1.2003 sind aktuell Beschäftigungsträger der Diakonie in ihrer Existenz bedroht. Obwohl das Vorhaben bereits in den Ausschüssen der Hamburger Bürgerschaft diskutiert wird, haben die betroffenen Träger bislang keine offiziellen Informationen über das geplante Verfahren. Das Diakonische Werk Hamburg hat am 25. Oktober die zuständigen Behörden - Wirtschaftssenator Gunnar Uldall und Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram - angeschrieben und um Informationen gebeten. Bislang leider ohne Reaktion. "Dieses Vorgehen ist widersinnig und eine Zumutung. Denn die betroffenen Projekte müssen doch wenigstens eine Chance haben, ihre Strukturen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Mitarbeiter können zum Beispiel nicht von heute auf morgen gekündigt werden. Mietverträge lassen sich ebenfalls nicht sofort kündigen." so Landespastorin Annegrethe Stoltenberg. Die bislang diskutierte Höhe der Fallkostenpauschale pro beschäftigtem Langzeitarbeitslosen (jährlich 11.000 Euro unter anderem für Leitung, Verwaltung, Miete und Nebenkosten, Arbeitsmaterial sowie einen Teil der Lohnkosten) deckt die realen Kosten der Projekte nicht. Finanzierungslücken von bis zu 30 Prozent wären die Folge. Ein weiteres Problem: Vor dem Hintergrund des unklaren Haushaltes der Bundesanstalt für Arbeit und der geplanten Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission sind die Rahmenbedingungen für arbeitsmarktpolitische Projekte völlig unklar. Eine Fallkostenpauschale geht aber von gesicherten Rahmenbedingungen aus. Aus Sicht der Diakonie ist der Zeitpunkt der Einführung eines neuen Finanzierungssystems vollkommen falsch gewählt, da nicht einmal klar ist, ob entsprechende Stellen vom Arbeitsamt zugewiesen werden. "Wenn es um eine Effektivierung der Arbeitsmarktpolitik in Hamburg geht, sollte eine fachlich kompetente und ausgereifte Lösung unter Einbeziehung der beteiligten Träger zu einem späteren Zeitpunkt das Ziel sein", fordert Landespastorin Stoltenberg. Für Rückfragen: Für Rückfragen:
Diakonie
fordert Kassen zum Umdenken auf Die Mitglieder des Diakonischen Werks Hamburg haben auf ihrer gestrigen Mitgliederversammlung eine Resolution zur Zukunft der ambulanten Pflege verabschiedet: Die Mitgliederversammlung beobachtet mit großer Sorge die Entwicklung in der Pflege und befürchtet, dass aufgrund der dramatisch abgesenkten Kostensätze in der häuslichen Krankenpflege im Jahr 2003 viele Pflegedienste in die Insolvenz geraten werden. Die Krankenkassen besitzen faktisch eine Monopolstellung gegenüber den Pflegediensten und nutzen diese, um existenzbedrohende Preissenkungen umzusetzen. So werden vorgeschriebene Leistungen der Kranken- und Pflegekassen weder kostendeckend noch leistungsgerecht vergütet. Die Kosten für die notwendige persönliche und soziale Betreuung der Menschen werden von den Kassen nicht ausreichend anerkannt. Wir wollen, dass Pflegebedürftige in ihrem Wert und ihrer Würde respektiert und vor allem ganzheitlich betreut und gepflegt werden können. Da die Kranken- und Pflegekassen in erster Linie an Ausgabenminderung und Budgetsicherung interessiert sind, ist zu erwarten, dass es in Zukunft zu immer stärkeren Leistungseinschränkungen kommen wird. Leistungsgerechte Vergütungen sind vor diesem Hintergrund kaum verhandelbar. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. Vor dem Hintergrund der Reformen im Gesundheitswesen und insbesondere im Blick auf die Veränderungen in der Krankenhausversorgung, in deren Gefolge die häusliche Versorgung eine immer größere Bedeutung erhalten wird, fordern wir die Kassen zum Umdenken auf. Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Bundesregierung gesetzgeberisch aktiv wird und für die häusliche Krankenpflege eine Schiedsstelle als Konfliktregelungsinstrument in das Sozialgesetzbuch V aufnimmt. Stoltenberg verlieh Hinz & Kunzt-Preis an Polizist Hinz & Kunzt-Herausgeberin Annegrethe Stoltenberg verlieh heute um 15 Uhr den ersten symbolischen "Gut, Mensch!"- Preis, um außergewöhnliches soziales Engagement zu würdigen. Unter vielen möglichen Kandidaten haben der Hinz & Kunzt-Beirat und Obdachlose eine Person ausgewählt, die vor allem bei den Verkäufern in der Hamburger Innenstadt großes Ansehen genießt. Hinz & Kunzt-Beirat: Dr. Theo Sommer (DIE ZEIT), Olaf Köhnke (Bauer Verlag), Horst Stendel (Polizeikommissariatsleiter i.R.), Alexander Unverzagt (Medienanwalt), Gisela Zeisberg (Lawaetz-Stiftung), Dr. Bernd-Georg Spies (Personalberater), Mathias Bach Bei Rückfragen: Sybille
Arendt, Tel. 040/321 08 401, Hinz & Kunzt, Altstädter Twiete 1-5, 20095
Hamburg, Fax 040/30399638; Ökumenisches
Podium Sozialpolitik: Es ist genug für alle da! zum Thema: Leistungsabbau plus effektive Arbeitsmarktintegration? Was bringt wem die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe? Am 22. Oktober ab 16.30 Uhr ist die Zukunft von Arbeitslosen- und Sozialhilfe Thema des "Ökumenischen Podiums: Sozialpolitik" in der Evangelischen Akademie. Die Hartz-Kommission und die großen Parteien haben in der Debatte um die Zukunft von Arbeitslosen- und Sozialhilfe deutliche Positionen bezogen. Im Kern geht es um zwei Fragen: Wird die Arbeitslosenhilfe abgeschafft? Ist die Integration in Erwerbsarbeit primäre Aufgabe dieser Hilfesysteme? Über Gewinner und Verlierer einer Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe und sozialpolitische Alternativen zum Leistungsabbau diskutieren:
Moderation: Burkhard Plemper, Journalist Die Diskussion gehört zum Ökumenischen Podium: Sozialpolitik, das unter dem Motto "Es ist genug für alle da!" vom Diakonischen Werk Hamburg, dem Caritasverband, der Evangelischen Akademie, der Ev. Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird. Nähere Informationen
und Vermittlung von Interviews mit Referenten: Wolfgang Völker, Referent
für sozialpolitische Projekte in der Beratungsstelle für sozialpolitische
Projekte Einführung von Pastor Dr. Ingo Habenicht, Vorstand Diakonie-Hilfswerk Hamburg Am Freitag, 20. September, um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Petri-Kirche Altona (Schillerstraße) und anschließendem Empfang im Diakonischen Werk Hamburg wird Pastor Dr. Ingo Habenicht als neuer Vorstand des Diakonie-Hilfswerks Hamburg eingeführt. Zum Diakonie-Hilfswerk gehören zwölf soziale Einrichtungen, unter anderen die Telefonseelsorge, das Frauenhaus, das Café Sperrgebiet, der Mitternachtsbus und die Schuldnerberatung mit 110 hauptamtlichen und 250 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Am 1. August 2002 hatte der 42-Jährige mit seiner Tätigkeit als Mitglied des vierköpfigen Vorstands des Diakonischen Werks Hamburg unter Vorsitz von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg begonnen. Theologie studierte der gebürtige Niedersachse in Bethel und Hamburg. Zwischendurch arbeitete er ein Jahr lang als Dekansassistent in Rom bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche Italiens. Schon als Schüler interessierte ihn auch die Psychologie. 1993 promovierte er mit einer Doktorarbeit über "Telefonseelsorge als Form intentionaler Seelsorge". Mit einer langjährigen Ausbildung in themenzentrierter Interaktion (TZI) und vielen Einzelkursen in beraterischen Verfahren qualifizierte er sich für zahlreiche Aufgaben in Beratung und Seelsorge sowie in der Aus- und Fortbildung für Seelsorger, die er zum Teil parallel zu Studium, Vikariat in Groß-Flottbek und Gemeindearbeit freiberuflich wahrnimmt. Unter anderem machte er im Diakonischen Werk Hamburg die Ausbildung in Telefonseelsorge und betreut heute als Supervisor eine Gruppe von Ehrenamtlichen. Von 1992-1995 war er Honorarkraft in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werks Hamburg. Während der Promotionszeit sicherte er seinen Lebensunterhalt unter anderem mit der Betreuung eines Krankenhaus-Computersystems. In seiner ersten Gemeinde Schwarzenbek wurde der Berater zum Leiter: Nach einem Jahr schon wurde er Kirchenvorstandsvorsitzender und verantwortlich für viele Einrichtungen, 80 Angestellte, 200 Ehrenamtliche und einen Jahreshaushalt von 2,7 Mio Euro. 1997 nach seiner Heirat mit einer Pastorin, die er aus dem Vikariat kannte, teilte er sich mit seiner Frau die Stelle und konzentriert sich im vierköpfigen Pfarrteam seitdem fast ausschließlich auf die Leitung. Dazu gehören politische Verhandlungen, zum Beispiel zur Sanierung einer der beiden Kitas der Gemeinde, Konfliktmanagement nach innen und außen, die Verantwortung für Gebäude sowie die Erschließung neuer Finanzierungswege. Ver.di-Landesvorsitzender Wolfgang Rose als Gastredner beim Jahresempfang des Diakonischen Werks Hamburg Über 300 Gäste aus Diakonie und Kirche, Politik und Gesellschaft treffen sich heute Abend auf Einladung von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg zum Jahresempfang des Diakonischen Werks Hamburg. Auch Bischöfin Maria Jepsen nimmt teil. Die Diakonie ist Gast der Hanse-Merkur. Die Bewirtung übernimmt die Gastronomie der Rathauspassage. Dieser "Abend der Begegnung" kurz vor der Bundestagswahl bietet viel Zeit für Gespräche. In einem Impulsreferat erinnert der Gastredner Wolfgang Rose, ver.di-Landesvorsitzender, unter dem Titel "Für sich und füreinander Verantwortung tragen" an das vor fünf Jahren von beiden Kirchen gemeinsam veröffentlichte Sozialwort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit". Dies hatte bundesweit ein starkes Echo ausgelöst. Landespastorin Stoltenberg kündigt in ihrer Begrüßung an, dass das Diakonische Werk seine Rollen als Anwalt und Partner für Menschen in Not und sozialpolitischer Impulsgeber verstärken wolle. Anwaltschaft bedeute, dem Menschen in Not zu helfen: nach den persönlichen Hintergründen fragen und ihm zur Selbständigkeit helfen sowie sich einmischen, indem man nach den strukturellen Hintergründen für diese Not fragt und gesellschaftspolitische Verantwortung übernimmt. Wolfgang Rose, der auf seinen kirchlichen Hintergrund verweist, unter anderem auf eine zehnjährige Tätigkeit in der Jugendarbeit, betont in seinem Referat die Verbindung zwischen Kirche und Gewerkschaften durch gemeinsame Werte. Die Kirche folge nicht dem neoliberalen Mainstream, der alles und jeden zum Funktionselement des Marktes machen wolle. Mut
zum Wachsen - Zeit zum Werden Den diesjährigen Weltkindertag - unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Präses Manfred Kock - feiern die Evangelischen Kindertagesstätten in ganz Deutschland mit Kindergottesdiensten und Aktionen. Unter dem Motto der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder zum Weltkindertag ,Mut zum Wachsen - Zeit zum Werden', feiern auch alle neun Evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Altona gemeinsam. Rund 350 Kinder und ihre Erzieherinnen feiern am 20. September um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Christianskirche in Ottensen mit Propst Horst Gorski vom Kirchenkreis Altona. Zum Abschluss läuten um 11.30 Uhr - wie in vielen anderen Gemeinden in ganz Deutschland - die Kirchenglocken. Mit ihrem Motto ,Mut zum Wachsen - Zeit zum Werden' stellen die Evangelischen Kindertagesstätten das Recht des Kindes auf Bildung in den Vordergrund. Dieses in der UN-Konvention über die Rechte des Kindes verbriefte Recht wird nicht nur in entwicklungspolitischen Zusammenhängen diskutiert. Seit der PISA-Studie hat auch in Deutschland die Bildungsdebatte neues Gewicht bekommen. Evangelische Kindertagesstätten verstehen sich als ein unverzichtbares Element der ersten Bildungsstufe. Sie fördern Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Eigeninitiative und Kooperationsfähigkeit der Kinder. Diese sozialen Kompetenzen haben in der heutigen Wissensgesellschaft eine hohe Bedeutung für den beruflichen Erfolg und für die Bewältigung der Anforderungen des Lebens. Aktion Urlaubsmünzen für Brot für die Welt erbrachte fast 40.000 Euro Knapp 40.000 Euro erbrachte die Urlaubsmünzenaktion von Brot für die Welt Hamburg. Vier Tonnen Münzen wurden in Hamburg unter dem Motto "Tschüss Lire, Francs, Peseten... Münzen für die Welt erbeten" gesammelt. Das Geld ist bestimmt für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia. Sammelstellen waren 165 Hamburger evangelische Kirchengemeinden und 19 Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West. Die Schirmherrschaft übernahmen Bettina Tietjen und Tivoli-Chef Corny Littmann. Die Münzen wurden im Auftrag der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft in einem Münzzentrum gezählt und sortiert. Wegen des Hochbetriebs in den Sortierbetrieben dauerte das Sortieren zwölf Wochen. Nun kann der Betrag für die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Communitiy Initiative Support Services) eingesetzt werden. Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranken und ihren Angehörigen bietet CISS Hilfe bei der Pflege zu Hause. Näheres unter http://www.urlaubsmuenzen-hamburg.de Rückfragen an Susanne
Hesemann, BROT FÜR DIE WELT, Schon jetzt an das nächste Sommerloch denken! Jetzt sind wieder mehr als 850 Zivildienstleistende im Dienst der Hamburger Diakonie. "Auch bei einer immer kürzeren Dienstzeit von zur Zeit 10 Monaten sind die Zivis in den Arbeitsbereichen der Hamburger Diakonie als soziale Helfer wichtiger denn je. Ich freue mich besonders für die alten, kranken und behinderten Menschen dieser Stadt, dass so viele junge Männer bereit sind, ihren Zivildienst im sozialen Bereich abzuleisten", sagt Dieter Schreiber vom Diakonischen Werk Hamburg. So werden nach dem Sommerloch bei den Einberufungen im August und September wieder mehr als 100 junge Männer im Bereich der individuellen Schwerstbehinderten Betreuung ihren Dienst aufnehmen. Diese Zivis ermöglichen es, dass der behinderte Mensch weiterhin in seinem sozialen Umfeld leben kann, dass Familienangehörige entlastet werden oder dass behinderte Kinder am Schulunterricht teilnehmen können. Auch in den Arbeitsbereichen Sozialstationen, Altenhilfeeinrichtungen oder in Krankenhäusern sind der größte Teil der Zivildienstplätze wieder belegt. Hier sind die Zivis überwiegend als zusätzliche Helfer in der Betreuung von alten, kranken und behinderten Menschen eingesetzt, und auch im ambulanten Bereich freuen sich die älteren Menschen immer wieder, wenn ihnen ein junger Zivi helfend zur Hand geht. Die Zahl der Zivildienstleistenden wird jedoch auch in der Zukunft deutlich abnehmen. Durch die Dienstzeitverkürzung auf 10 Monate wird es auch im folgenden Jahr wieder ein Sommerloch im Bereich der Betreuungen durch Zivis geben. Außerdem wird die Zahl der Zivildienstleistenden im Haushaltsjahr 2003 nochmals von 115000 auf 110000 Zivis bundesweit aus Kostengründen deutlich gekürzt. Auch die Möglichkeit, dass man eventuell gar nicht mehr zur Bundeswehr einberufen wird, hält viele junge Männer davon ab, den Dienst mit der Waffe zu verweigern. Hier sollte im Rahmen der Wehrgerechtigkeit eine bessere Lösung herbeigeführt werden. "Es ist schon sehr fragwürdig, wie unser Staat oft mit wehrpflichtigen jungen Männern umgeht", sagt Dieter Schreiber. Bei der Besetzung der Zivildienstplätze wird es aber immer wieder Lücken geben. Da es zur Zeit aber noch freie Zivildienstplätze gibt, können sich Zivildienstleistende, die noch keine Stelle gefunden haben, melden unter der Telefon 040 / 30620235. Dort wird man ihnen bei der Suche nach einer Zivildienststelle helfen. Erklärung der Kirchenleitung zum 11. September 2002 Die Nordelbische Ev.-Luth. Kirche gedenkt heute, am 11. September, der Opfer des vergangenen Jahres, der Terroropfer in New York und Washington wie der Kriegsopfer in Afghanistan, der Opfer auf israelischer wie derer auf palästinensischer Seite. Auch die Toten in den zahlreichen Kriegen, die keine öffentliche Aufmerksamkeit finden, und die Toten des täglichen, lautlosen Hungerkrieges sollen ebenso wenig vergessen sein wie die, die durch unterschiedliche Formen von Gewalt in unserem Land zu Tode gekommen sind. Nicht nur an die Opfer, auch an die Täter denken wir. Denn wo wir als Christinnen und Christen nicht nur für die Opfer Gott anrufen, sondern auch für die Täter, stellt sich auch die Frage nach Motiven und Ursachen: Wer genau hinsieht, wird ein erschreckendes Ausmaß an Demütigungen, Ohnmachtserfahrungen und Kränkungen finden, das Menschen über Jahre hin verleitet, mehr und mehr Zuflucht zu suchen in Fanatismus, Gut-und-Böse-Ideologien, Menschenverachtung und Gewaltphantasien. Was kann und muss
in diesen Zeiten Feindesliebe, Entfeindung heißen? Aber wird der Gefahr so beizukommen sein? Bei aller Notwendigkeit, Gewalt einzudämmen und zu verhindern, haben Christinnen und Christen noch eine andere Perspektive: Gottes Liebe gilt allen, auch denen, die zu Tätern wurden. Darum wird Gewalt erst dann wirklich zu überwinden sein, wenn die Täter selber von Hass und Terror lassen, wenn sie keinen verzweifelten Sinn mehr in solchen Taten sehen, sondern stattdessen gemeinsame konstruktive Lösungen suchen. Der Weg dahin ist weit aber ohne Alternative. Er muss dringend eingeschlagen werden! Zu den ersten Schritten gehört auch eine intensivierte christlich-muslimische Begegnung und Zusammenarbeit. Suchen wir verstärkt solche Begegnung, zeigen wir uns selbst, schauen wir genauer hin und scheuen wir auch die Auseinandersetzung nicht! Unsere Gesellschaft braucht uns als Anwältinnen und Anwälte von interkulturellem Gespräch und religiöser Verschiedenheit in Versöhnung. Der Tag der Weltreligionen" am 14. November 2002 wird dazu ein wichtiges Datum sein. Zugleich ruft die Kirchenleitung dazu auf, die diesjährige Ökumenische Friedensdekade vom 10. bis 20. November 2002 unter dem Motto Warum habt ihr Angst?" mit diesen Fragen und Perspektiven zu gestalten. Verstehen wir all dies als unsere Schritte im Rahmen der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt"! Sie lebt davon, dass Gewalt kein Weg ist, dass Gewalt überwindbar ist. Nicht eine konfliktlose Welt ist das Ziel, wohl aber, dass Konflikte genauer erkannt, gewaltfrei und geduldig ausgetragen und miteinander geregelt werden. Böses nicht mit Bösem, sondern mit Gutem überwunden zu haben das soll das Entscheidende sein, wovon wir zu erzählen haben. Weitere Informationen:
Pflege
und Diakonie: Menschlichkeit spüren In der Pflege macht Qualität den Unterschied. Was hinter dem abstrakten Begriff steckt, lässt die Qualitätsgemeinschaft Diakonie ab heute in Plakaten und Anzeigen wissen: Menschlichkeit, Güte, Vertrauen, Achtung - Werte, die eng mit dem christlichen Menschenbild verbunden sind. Mit ihrer Kampagne setzt die Qualitätsgemeinschaft, zu der mehr als 70 Einrichtungen in und um Hamburg gehören, bewusst auf Emotionalität und besinnt sich auf ihre diakonische Wurzeln, die auch die Basis ihrer gemeinsamen Verpflichtung sind. Diese Elemente - Menschlichkeit, Vertrauen, Güte, Achtung, Verantwortung, Miteinander - gerade die drohen bei allen Einsparungsbestrebungen der Kostenträger und neuen Gesetzesauflagen immer weiter an den Rand gedrängt zu werden. Denn sie gehören zu den Leistungen, die nicht vergütet werden. Die diakonischen Leitmotive sind aber ein ganz wichtiger Bestandteil dessen, was eine gute Qualität in der Pflege ausmacht. Bei allen fachlichen, pflegerischen Arbeitsanweisungen, bei allem Druck wollen die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft doch eines zeigen: Der Mensch steht im Vordergrund, und es gibt für jeden Bedarf die passende Lösung wie in einem Netzwerk. Mit dem Internetauftritt unter www.pflege-und-diakonie.de, der zur Zeit im Aufbau ist, und der Telefonnummer 080 00 11 33 33, die kostenlos angerufen werden kann, sind die 74 Einrichtungen in und um Hamburg jederzeit erreichbar. Über das Internet sind in Kürze viele Informationen über die Einrichtungen wie Größe, Lage, Einsatzgebiet, spezielle Angebote, Preise, sofort abrufbar genauso wie über das Diakonie-Pflege-Telefon rund um die Uhr. Damit bietet die Qualitätsgemeinschaft Interessierten, Suchenden und Kunden ein großes Stück Komfort und Entgegenkommen und natürlich Beratung von Anfang an. Die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft in und um Hamburg haben sich verpflichtet, im Interesse der betreuten Menschen eine möglichst hohe Qualität in der Pflege zu sichern - angesichts des enormen wirtschaftlichen Drucks, der auf ihnen lastet, kein leichtes Unterfangen. Unabhängig von dem Pflege-Qualitätssicherungsgesetz, das am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist, haben sich die alle Mitglieder der Gemeinschaft schon lange Gedanken darüber gemacht und an dem Thema ganz konkret gearbeitet. Das Ergebnis dieser Arbeit ist das Landesrahmenhandbuch, das genau festlegt, was "Qualität" in der Pflege bedeutet und wie man einen hohen Qualitätsstandard in der täglichen Arbeit sicherstellt. Am Ende steht dann die Erlangung des Diakonie-Siegels: Pflege. Wie jedes ernstzunehmende Qualitätssiegel stellt es hohe Anforderungen. Um es zu bekommen, braucht es eine Menge Engagement und Zeit der Mitarbeiter. Aber in dem kaum mehr zu überschauenden Angebot verschiedenster Pflegeeinrichtungen und -dienste in Hamburg ist es für die Kunden ein wichtiges Signal. Zur Qualitätsgemeinschaft
der Diakonie in Hamburg gehören 39 Alten- und Pflegeheime, vier Tagespflegestätten
und 31 ambulante Pflegedienste in Hamburg und Umgebung. Sie beschäftigen
rund 5.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mehr als 26.000 Menschen
betreuen und versorgen. ________________________________________________________________________
Beleg erbeten. Das erste Motive der Kampagne ist abzurufen bei advermed,
Für Rückfragen: Hilfe für Hochwasseropfer in Südosteuropa Die Nothilfe in den Hochwassergebieten in ganz Europa ist angelaufen. Zur Unterstützung der Not leidenden Menschen in Tschechien, Rumänien, Deutschland und im südlichen Russland bittet Diakonie Katastrophenhilfe erneut um Spenden. Die Flut hat verheerende Schäden verursacht, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Tschechien wurden 200.000 Menschen evakuiert. In der rumänischen Donauregion und südlichen Teilen des Landes mussten ebenfalls Tausende Menschen vor den Fluten fliehen. Die Verteilung von dringend benötigten Lebensmitteln, Hygieneartikeln und der Aufbau provisorischer Unterkünfte durch das Ökumenische Hilfswerk der rumänischen Kirchen hat begonnen. In Prag und Südböhmen wurden Ökumenische Komitees ins Leben gerufen, die als Anlaufstellen für die Erfassung von Flutschäden und die Verteilung humanitärer Hilfe gedacht sind. Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder untersucht das Ausmaß der Schäden in einzelnen Haushalten, um auf der Basis dieser Bedarfsermittlung Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Spendenkonto:
Diakonie und Kirche in Sachsen rufen zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe auf Die Diakonie Sachsen
und die Ev. Landeskirche Sachsen rufen zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe
in Sachsen auf. Der Freistaat erlebt zur Zeit die schlimmste Unwetterkatastrophe
seit Jahrzehnten. Das Hochwasser hat alle Flüsse erfasst. Die Elbe in
Dresden hat einen Pegel von knapp sieben Metern erreicht, drei bis vier
Mal so hoch wie sonst im Sommer. Bis zu "Angesichts der immensen Schäden, die dieses Jahrhunderthochwasser in unserem Land zurücklassen wird, bitten wir um Solidarität mit den Betroffenen", so Oberkirchenrat Jochen Bohl, Direktor des Diakonischen Werkes Sachsen. "Wir schließen uns damit dem Aufruf der sächsischen Landeskirche an, die die Gemeinden aufgerufen hat, die Kollekte des kommenden Sonntags für die Flutopfer zu spenden. Die Diakonie beabsichtigt ab Freitag eine Spendenhotline für die Opfer zu schalten. Die Nummer wird aktuell bekannt gegeben. Diakonie Sachsen,
Spendenkonto 100 100 100, Kennwort Flutkatastrophe Sachsen, Landeskirchliche
Kredit-Genossenschaft Sachsen eG -LKG, Weitere Informationen:
Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose bedroht - Lösung in Sicht Durch den geplanten Neubau des Diakonie-Klinikums in Eimsbüttel ist die Obdachlosen-Tagesaufenthaltsstätte (TAS) auf dem zu bebauenden Grundstück an der Ecke Bundesstraße / Hohe Weide in Gefahr. Jetzt zeichnet sich nach einem Gespräch aller Beteiligten unter Vorsitz von Senator Peter Rehaag am Montag dieser Woche eine Lösung ab: Sollte das Gebäude der TAS dem Neubau weichen müssen, könnte die vom Diakonischen Werk Hamburg betriebene Obdachlosenarbeit räumlich in die 540-Betten-Klinik integriert werden. In dem Gespräch begrüßte Dr. Ingo Habenicht, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks Hamburg, den bürgernahen Standort Eimsbüttel für das Diakonie-Klinikum. Zugleich ist dieser Standort für die TAS unverzichtbar: Er trägt erheblich dazu bei, der Konzentration von Obdachlosen in der Innenstadt und St. Pauli entgegenzuwirken. Die TAS ist hier von den Nachbarn akzeptiert. Viele unterstützen die Arbeit durch Spenden. Die Tagesaufenthaltsstätte in der Bundesstraße 101 besteht seit 34 Jahren und ist sowohl von der Größe als auch vom Umfang des Hilfeangebots in Deutschland einzigartig. Sie bietet täglich rund 160 Obdachlosen sozialpädagogische Beratung und medizinische Betreuung, Verpflegung, Duschen und weitere Hilfen. Zudem befindet sich hier das Büro des Mitternachtsbusses, mit dem Ehrenamtliche jeden Abend Obdachlose an ihren Schlafplätzen aufsuchen, ihnen Gespräche, warme Getränke und Kleidung anbieten. Spenden machen insgesamt ein Viertel des Budgets der TAS aus. Die Hälfte des Budgets wird durch Kirchensteuern finanziert, ein weiteres Viertel ist ein Zuschuss der Stadt. Mit einer Integration in die Klinik könnte zugleich die medizinische Versorgung für die Obdachlosen verbessert werden. In einer Studie des Instituts für Rechtsmedizin hatte die in der TAS als Honorarkraft beschäftigten Ärztin Dr. Frauke Ishorst-Witte festgestellt, dass Obdachlose im Schnitt nicht einmal 45 Jahre alt werden. Diese Studie hatte die Diakonie vor einem Jahr veröffentlicht, sie hat inzwischen bundesweite Beachtung gefunden. Weitere Informationen: Dr. Ingo Habenicht, Diakonisches Werk Hamburg, Telefon 306 20 229 Ernährungskrise im südlichen Afrika spitzt sich zu Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden für die Not leidenden Menschen angesichts der drohenden Hungersnot im südlichen Afrika. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind derzeit knapp 13 Millionen Menschen in den Ländern des südlichen Afrikas von Hunger bedroht. Die Hilfe müsse schnell kommen, um das Ausmaß der sich anbahnenden Katastrophe einzugrenzen, erklärte die Leiterin der Katastrophenhilfe, Hannelore Hensle. Die Diakonie-Katastrophenhilfe fördert die Verteilung von Nahrungsmitteln und Saatgut in Malawi und Simbabwe derzeit mit einer halben Million Euro. Weitere Hilfen sind geplant, darunter in Sambia und Mosambik. Überdurchschnittlich hohe Niederschläge führten im vergangenen Jahr zu starken Überschwemmungen, ein Großteil der Ernte wurde zerstört. Zu Beginn dieses Jahres kam es in verschiedenen Landesteilen erneut zu Überschwemmungen. Rund 200.000 Tonnen Nahrungsmittel sind erforderlich, um den Mindestbedarf zu decken. Mehr als drei Millionen der insgesamt elf Millionen Menschen in Malawi benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe. Spendenkonto:
Ansprechpartnerin: Susanne Hesemann 306 20 232 Diakonie lehnt geschlossene Unterbringung ab Das Diakonische Werk Hamburg lehnt das gestern von Senatorin Birgit Schnieber-Jastram vorgestellte Konzept zur geschlossenen Unterbringung für straffällige Kinder und Jugendliche ab. Danach sollen zunächst 90 geschlossene Plätze in Einrichtungen der Jugendhilfe geschaffen werden. Martin Apitzsch, Fachbereichsleiter Jugendhilfe, kritisiert: "Das Konzept ist ein Armutszeugnis - in sich widersprüchlich und zu teuer. Werden Straftaten junger Menschen verfolgt, ist die Justiz aufgefordert, geltendes Recht anzuwenden und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Geschlossene Unterbringung in der Jugendhilfe kann aber nicht aufgrund von Straftaten oder zum Schutz der Bevölkerung angeordnet werden. Hier muss der Richter ausschließlich prüfen, ob das Wohl des Minderjährigen gefährdet ist. Für eine kurze Zeit ist gesicherte Unterbringung rechtlich nur dann zulässig, wenn andere Hilfen gescheitert sind. Im Ergebnis wird es nur selten zu richterlichen Verfügungen zur geschlossenen Unterbringung kommen, so dass die Anzahl von 90 Plätzen völlig überdimensioniert ist." Im Bundesgebiet gibt es insgesamt nur rund 130 Plätze. Hochgerechnet entstünden nach Berechnungen der Diakonie jährliche Mehrkosten in Höhe von 7 Mio. Euro. Gerade letzte Woche hat der Senat hingegen Einsparungen bei den Hilfen zur Erziehung in Höhe von 6 Mio. Euro jährlich angekündigt. Landespastorin Annegrethe Stoltenberg äußert Verständnis für die Ängste mancher Menschen: "Wir reagieren immer wieder erschreckt, wenn Minderjährige Gewalttaten begehen. Schnelles und konsequentes Reagieren ist dabei ebenso notwendig wie eine Erziehung, welche die positive Entwicklung des jungen Menschen fördert. Wir verschließen nicht die Augen vor sehr schwierigen Einzelfällen, die eine Gefahr für andere und sich selbst darstellen. Im Bereich der Jugendhilfe sollten dafür aber innerhalb der offenen Einrichtungen die Möglichkeit einer ,Intensiven Betreuung' geschaffen werden." Mit dem Konzept zur geschlossenen Unterbringung werde der Bevölkerung ein Schutz suggeriert, der real nicht eingehalten werden kann. Die Zusammenballung von straffälligen Jugendlichen fördere eher Lebensläufe im kriminellen Milieu. Erziehungserfolge ließen sich in geschlossenen Settings nur schwerlich herstellen. Die diakonischen Einrichtungen sind Garant für pädagogisch-qualifizierte Betreuungsarbeit. Schon heute wird in offenen Einrichtungen ,verbindlich' mit den jungen Menschen umgegangen, wie es der Koalitionsvertrag fordert. Die Einrichtungen bieten ein Drittel der knapp 2.000 Plätze in Hamburger Heimen und Jugendwohnungen an. Das Diakonische Werk fordert den Senat auf, die vorgestellte Konzeption zurückzuziehen und mit den Fachkräften in einen fachlichen Dialog zurückzukehren, um auch Fragen zu erörtern, wie auf kriminelles Verhalten angemessen reagiert werden kann. Für Rückfragen steht Ihnen Martin Apitzsch, Fachbereichsleiter Jugendhilfe im Diakonischen Werk Hamburg (Telefon 040/306 20 338) zur Verfügung. Dr. Ingo Habenicht wird neuer Vorstand Hilfswerk Zum 1. August wird der Schwarzenbeker Pastor Dr. Ingo Habenicht neuer Vorstand des Diakonie-Hilfswerks Hamburg. Dazu gehören zwölf soziale Einrichtungen, unter anderen die Telefonseelsorge, das Frauenhaus, das Café Sperrgebiet, der Mitternachtsbus und die Schuldnerberatung mit 110 hauptamtlichen und 250 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Einstimmig wurde der 42-Jährige von Hilfswerksausschuss und Aufsichtsrat des Diakonischen Werks Hamburg in den vierköpfigen Vorstand unter Vorsitz von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg gewählt. Sein Vorgänger Pastor Dr. Hartwig v. Schubert ist jetzt Studienleiter der Ev. Akademie Nordelbien. Theologie studierte der gebürtige Niedersachse in Bethel und Hamburg. Zwischendurch arbeitete er ein Jahr lang als Dekansassistent in Rom bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche Italiens. Schon als Schüler interessierte ihn auch die Psychologie. 1993 promovierte er mit einer Doktorarbeit über "Telefonseelsorge als Form intentionaler Seelsorge". Mit einer langjährigen Ausbildung in themenzentrierter Interaktion (TZI) und vielen Einzelkursen in beraterischen Verfahren qualifizierte er sich für zahlreiche Aufgaben in Beratung und Seelsorge sowie in der Aus- und Fortbildung für Seelsorger, die er zum Teil parallel zu Studium, Vikariat in Groß-Flottbek und Gemeindearbeit freiberuflich wahrnimmt. Unter anderem machte er im Diakonischen Werk Hamburg die Ausbildung in Telefonseelsorge und betreut heute als Supervisor eine Gruppe von Ehrenamtlichen. Von 1992-1995 war er Honorarkraft in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werks Hamburg. Während der Promotionszeit sicherte er seinen Lebensunterhalt unter anderem mit der Betreuung eines Krankenhaus-Computersystems. In seiner ersten Gemeinde Schwarzenbek wurde der Berater zum Leiter: Nach einem Jahr schon wurde er Kirchenvorstandsvorsitzender und verantwortlich für viele Einrichtungen, 80 Angestellte, 200 Ehrenamtliche und einen Jahreshaushalt von 2,7 Mio Euro. 1997 nach seiner Heirat mit einer Pastorin, die er aus dem Vikariat kannte, teilte er sich mit seiner Frau die Stelle und konzentriert sich im vierköpfigen Pfarrteam seitdem fast ausschließlich auf die Leitung. Dazu gehören politische Verhandlungen, zum Beispiel zur Sanierung einer der beiden Kitas der Gemeinde, Konfliktmanagement nach innen und außen, die Verantwortung für Gebäude sowie die Erschließung neuer Finanzierungswege. Diakonie
Katastrophenhilfe: Hunger im südlichen Afrika Gestern bewilligte die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche der Diakonie Katastrophenhilfe 12.500 Euro zur Hilfe für hungernde Menschen im südlichen Afrika. Damit wird die Verteilung von Mais als Nahrungsmittel an bedürftige Familien finanziert sowie die Versorgung von Kindern mit proteinreicher Zusatznahrung. Wegen immenser Ernteverluste müssen in den nächsten 12 Monaten nahezu vier Millionen Tonnen Nahrungsmittel nach Malawi, Simbabwe, Lesotho und Swasiland gebracht werden, um den Grundbedarf der Menschen zu decken. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt insgesamt 577.000 Euro für die Dürreopfer im südlichen Afrika ein. Außer durch Spenden wird das Programm zum Großteil vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Mindestens zehn Millionen Menschen in vier Ländern im südlichen Afrika sind durch eine Hungersnot bedroht. Anhaltende und starke Regenfälle im Wechsel mit Dürreperioden führen nun zum wiederholten Mal zu Ernteausfällen. So waren zu Beginn dieses Jahres wie bereits 2001 weite Teile Malawis überschwemmt. Danach stellte sich eine Trockenperiode ein, die zu weiteren Ernteverlusten führte. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die malawische Regierung im letzten Jahr einen Großteil der staatlichen Nahrungsreserven verkauft hat. Eine verfehlte Landreform und eine Trockenperiode in nahezu allen Landesteilen zwischen Januar und März diesen Jahres führte in Simbabwe zu einem akuten Nahrungsmittelengpass. Betroffen sind vor allem bäuerliche Gemeinden, deren Ernte ganz oder teilweise ausgefallen ist, aber auch die städtische Bevölkerung, da diese vollständig vom Nahrungsmittelangebot auf dem Markt abhängig ist. Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt im Rahmen von "Food for Work"-Maßnahmen Mais an 11.171 Familien verteilt, sowie auch Saatgut (Hirse und Mais). Darüber hinaus werden 52.000 Schulkinder an 121 Grundschulen mit Zusatznahrung versorgt. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist dringend auf Spenden angewiesen. Kennwort "Südliches Afrika". Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche hat sich mit 12.500 Euro an der Hilfe für das südliche Afrika beteiligt und unterstützt diesen Spendenaufruf. Spendenkonto:
Weitere Informationen:
Nachdem die drastischen Sparbeschlüsse für die Schulen zurückgenommen wurden, muß die Behörde für Bildung und Sport insgesamt 12,8 Millionen Euro strukturelle Einsparungen in den Jahren 2003 und 2004 anderswo aus ihrem Etat erbringen. Intern bleibt nur noch die Möglichkeit, einen Großteil der Summe durch Einsparungen im Amt für berufliche Weiterbildung umzusetzen. Denn nur hier finanziert die Behörde freiwillige Leistungen in nennenswertem Umfang. Die Behörde hat daher den betroffenen Trägern mitgeteilt, dass die Zuweisungen des Amts für die Jugendberufshilfe der freien Träger in 2003 und 2004 um rund 50 % gekürzt werden soll. Schon für dieses Jahr fehlt den Trägern die Planungssicherheit: Der aktuelle Zuwendungsbescheid läuft nur bis zum 30. Juni 2002. Das bedeutet für die Jugendberufshilfe das Aus. Projekte wie die seit 25 Jahren bestehende Jugendwerkstatt Rosenallee des Diakonischen Werkes sind jetzt in ihrer Existenz bedroht. Das Diakonische Werk Hamburg ist einer von vier Trägern der Jugendberufshilfe in Hamburg. In der Jugendwerkstatt Rosenallee werden Jugendliche ohne Hauptschulabschluß und Ausbildungsstelle in verschiedenen Gewerken auf das Berufsleben vorbereitet und erhalten die Möglichkeit, den Hauptschulabschluß nachzuholen. In der Tischlerei stehen 12 Ausbildungsplätze für gesellschaftlich und sozial benachteiligte Jugendliche zur Verfügung. Im Anschluß an den Gesellenbrief besteht die Möglichkeit zur Zusatzqualifikation im Beschäftigungsprojekt. Dafür wird die Jugendwerkstatt mit jährlich 336.000 Euro gefördert. "Bei einer erfolgreichen Hilfe im Brennpunkt Jugendarbeitslosigkeit darf nicht blind gespart werden", fordert Annegrethe Stoltenberg, Landespastorin des Diakonischen Werkes Hamburg. In den Projekten der Jugendberufshilfe wird versucht, Versäumnisse im Bildungssystem nachträglich auszugleichen und diejenigen Jugendlichen, die alleine keine Chance auf eine berufliche Perspektive haben, gezielt zu unterstützen. Angesichts der nach wie vor hohen Jugendarbeitslosigkeit ist diese Entscheidung eine sozialpolitische Katastrophe. Die Diakonie setzt sich dafür ein, dass Maßnahmen der Jugendberufshilfe von den Kürzungen ausgenommen werden. AnsprechpartnerInnen
für Rückfragen: Diakonie für Ausländerbeauftragte Das Diakonische Werk Hamburg setzt sich für das Fortbestehen der Position der Ausländerbeauftragten und ihres Büros ein. Der Umgang mit der Zuwanderung und die Integration der Migrantinnen und Migranten ist eine äußerst wichtige Zukunftsaufgabe, für die fachliche Kompentenz benötigt wird. Landespastorin Annegrethe
Stoltenberg warnt: Bei einer Abschaffung wäre Hamburg nach Bayern das zweite Bundesland ohne Ausländerbeauftragte. Das wäre für die hier lebenden Menschen aus anderen Ländern absolut das falsche Signal. Zivi-Sommerloch
so schlimm wie nie
Hilfsangebote, die durch Zivildienstleistende in der Hamburger Diakonie geleistet werden, sind gefährdet wie noch nie, da von April bis Juli mehr als 650 Zivildienstleistende aus dem Dienst entlassen werden. Dem stehen bisher nur rund 140 neue Einberufungen gegenüber. "Jetzt ist das von uns erwartete Sommerloch da. Durch die verkürzte Zivildienstzeit auf 10 Monate und durch die politische Vorgabe, jährlich die Anzahl der Zivildienstleistenden zu reduzieren, haben wir erwartet, dass wir unsere Leistungen mindern müssen. Dieser Einbruch übersteigt jedoch unsere schlimmsten Erwartungen", sagt Dieter Schreiber, Leiter der Zivildienstvermittlungsstelle im Diakonischen Werk Hamburg. Es werden deswegen keine Angebote eingestellt, aber es muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Dieses ist besonders schwerwiegend in den Bereichen, wo alte, kranke und behinderte Menschen auf die Hilfe und Betreuung der jungen Männer angewiesen sind. In der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung gibt es schon jetzt Engpässe. Für den Einsatz in der Betreuung von alten, kranken und behinderten Menschen werden dringend noch Zivildienstleistende gesucht. Unter Telefon 040 / 306 20 235, Dieter Schreiber, erhalten Interessierte weitere Auskünfte. Die Einrichtungen der Hamburger Diakonie werden, soweit es geht, mit Aushilfen die Engpässe ausgleichen. Zum Glück erklären sich auch viele Zivildienstleistende, die jetzt entlassen werden, bereit, den Sommer über als Aushilfe weiterzuarbeiten. Es wird erwartet, dass sich die Situation ab August entspannt. Durch die kurze Dienstzeit können die zukünftigen Zivildienstleistenden nach der Schule erst einmal Urlaub machen und trotzdem im folgenden Jahr im Spätsommer eine Ausbildung oder ein Studium beginnen (75% aller Zivildienstleistenden sind Schulabgänger). Haupteinberufungsmonate sind der August und September. "Wir hatten bislang immer rund 950 Zivildienstleistende im Dienst", sagt Dieter Schreiber. Er hofft, dass man in der Hamburger Diakonie diese Zahlen wieder erreichen kann, damit den alten, kranken und behinderten Menschen, die auf die Hilfe von Zivildienstleistenden angewiesen sind, geholfen werden kann. Im Zivildienst, der sich in den 40 Jahren seines Bestehens zu einer festen Säule des Sozialstaates entwickelt hat, arbeiten bundesweit rund 125.000 junge Männer; davon mehr als 20.000 bei Kirche und Diakonie. Im Diakonischen Werk Hamburg sind es rund 950 Zivildienstleistende, die im Jahr ihren Dienst ableisten. Ökumenisches
Podium Sozialpolitik: Es ist genug für alle da! zum Thema: Modernisierung der Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen - Zwischen Auslese und Förderung Am 14. Mai ab 16.30 Uhr ist die Arbeitsvermittlung Thema des "Ökumenischen Podiums: Sozialpolitik" in der Evangelischen Akademie. Der Skandal mit den falschen Vermittlungszahlen und das Job-Aqtiv-Gesetz hat die Leistung der Arbeitsämter bei der Stellenvermittlung in den Blickpunkt gerückt. Moderne Begriffe - Profiling, Assessment, Eingliederungsvereinbarung und Fallmanagement - prägen die Diskussion. Diese Individualisierung des Beratungs- und Vermittlungsprozess von Arbeitslosen hat auch Kehrseiten: Arbeitslosigkeit gerät als Problem der wirtschaftlichen Verhältnisse aus dem Blick. Erwerbslose können mit diesen Verfahren nach Brauchbarkeitskriterien "objektiv" sortiert werden. Über Ziele und Ergebnisse der modernen Beratungs- und Vermittlungsmethoden, unter anderem über private Vermittler und Vermittlungsgutscheine, diskutieren:
Moderation: Burkhard Plemper, Journalist Die Diskussion gehört zum Ökumenischen Podium: Sozialpolitik, das unter dem Motto "Es ist genug für alle da!" vom Diakonischen Werk Hamburg, dem Caritasverband, der Evangelischen Akademie, der Ev. Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird. 1 Woche = 1 Milliarde
Im Zielkatalog des Job-Aqtiv-Gesetzes steht die Vermittlung von Arbeitssuchenden ganz oben. Wenn im Jahresdurchschnitt 100.000 Menschen weniger arbeitslos sind, erspart das der Bundesanstalt für Arbeit 660 Mio. Euro und dem Bund 360 Mio. Euro.Die Verkürzung der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit (im Jahr 2001 durchschnittlich 37 Wochen) um eine Woche erspart der Bundesanstalt für Arbeit 1 Mrd. Euro. Die Vermittlung der Bundesanstalt für Arbeit lebt davon, dass es ausreichend geeignete Arbeitsplätze gibt, die für die Arbeitssuchenden zur Verfügung stehen. Arbeitslosigkeit ist mehr als ein Vermittlungsproblem! Nähere Informationen
und Vermittlung von Interviews mit Referenten: Gabi Brasch, Fachbereichsleiterin
Beratungsstelle für sozialpolitische Projekte des Diakonischen Werkes
Hamburg, Beide sind zuständig für Arbeitsmarktpolitik, Beratung und Begleitung von Erwerbsprojekten und Initiativen der Armutsbekämpfung. Vom
Wohncontainer auf die Straße Am 30. April endete das Winternotprogramm für Obdachlose. Obdachlose Menschen, welche die Wintermonate in einem der Wohncontainer oder auf den Wohnschiffen verbringen konnten, werden auch in diesem Jahr wieder auf der Straße landen. Es gibt keine annehmbaren Wohnungsangebote für diese Menschen. Die Stadt stellt Massenunterkünfte bereit, aber keine Wohnungen. Das Diakonische Werk Hamburg und der Caritasverband erneuern zum Ende des Winternotprogramms daher ihren Appell an die Hamburger Sozialbehörde und die Wohnungswirtschaft ausreichend Wohnraum für obdachlose Menschen zur Verfügung zu stellen. In den letzten zehn Jahren hat die damalige Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales 200 zusätzliche Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen in der Zeit vom 1. November bis zum 30. April angeboten. 104 Plätze gab es auf dem Wohnschiff "Bibby Challenge" im Hamburger Hafen. Jeden Abend zwischen 18.30 Uhr und 21.30 Uhr hat der Pendelbus des Hamburger Caritasverbandes obdachlose Menschen von der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof zu den Schiffen gefahren. Insgesamt haben 1.713 Menschen dieses Angebot genutzt. "Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Zahl der beförderten Personen um rund 400 verringert", so Dieter Ackermann, Abteilungsleiter der Caritas. "Gerade in den Monaten nach der Bürgerschaftswahl war die Verunsicherung der Szene sehr groß, so dass sich im November und Dezember wesentlich weniger Obdachlose in der Innenstadt aufhielten und den Bus nutzten." Das zweite große Kontingent besteht aus 84 Plätzen in Wohncontainern, die auf den Grundstücken von dreizehn evangelischen Kirchengemeinden und der Fachhochschule für Sozialpädagogik stehen. Vermittelt werden die Plätze vor allem durch die Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen der Diakonie in Eimsbüttel. Die Bewohner werden für die Dauer ihrer Unterbringung von Ehrenamtlichen der Kirchengemeinden betreut. "Die betroffenen Menschen haben bescheidene Wünsche was ihre Wohnsituation betrifft", sagt Karin Herrtwich, Sozialarbeiterin in der Tagesaufenthaltsstätte. "Die Menschen wünschen sich eine Privatsphäre, die allerdings in den Massenunterkünften der Stadt nicht gegeben ist." "Trotz des Erfolges, dass in diesem Winter kein Mensch in Hamburg erfroren ist, müssen wir die Menschen jetzt wieder auf die Straße entlassen", resümiert Karin Herrtwich. Dieter Ackermann: "Aus dem Notprogramm ist eine Dauereinrichtung geworden, die den kalten Winter überbrückt, die Situation von Obdachlosen in Hamburg aber nicht verbessert." Diakonie und Caritas fordern daher von der Sozialbehörde eine Anschlussperspektive in Form von bezahlbarem Wohnraum für die Betroffenen, die in diesen Tagen ihre Unterkunft räumen müssen und ein erneutes Winternotprogramm im nächsten Winter. Rückfragen: Studientag Kindheit und Jugend 2002 Das Diakonische Werk Hamburg und die Evangelische Akademie Nordelbien veranstalten gemeinsam einen "Studientag Kindheit und Jugend 2002" am Montag, 15. April. Er findet große Resonanz. Ausgehend von der Veröffentlichung des 11. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung diskutieren etwa 180 Fachleute über die Frage: Wie geht es weiter mit der Jugendhilfe? Sie sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Hier der Ablauf: 9.00 Stehkaffee 9.30 Begrüßung (Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, Diak. Werk Hamburg) 9.45 Der 11. Kinder- und Jugendbericht (Prof. Dr. Karin Böllert, Mitglied der Berichtskommission, Universität Münster) 11.15 Stellungnahme der Bundesregierung (Karl-Heinz Struzyna, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) 12.00 Pause 13.30 Schwerpunkte der Hamburger Jugendpolitik (Dr. Vera Birtsch, Amt für Jugend, Behörde für Soziales und Familie der Freien und Hansestadt Hamburg) 14.30 Uhr Austausch
in Arbeitsgruppen Weitere Informationen
bei Kathleen Battke, Ev. Akademie Nordelbien, Hermann-Haltermann-Preis
2001/ 2002 für innovative Projekte evangelischer Kindertagesstätten Am Freitag verleiht Landespastorin Annegrethe Stoltenberg den Hermann-Haltermann-Preis für innovative Projekte evangelischer Kindertageseinrichtungen. Zwei Preise im Werte von 5.113 Euro und 2.556 Euro sowie zahlreiche Anerkennungspreise werden vergeben. Die preisgekrönten Kitas haben ein flexibles, ergänzendes Angebot für die unterschiedlichen Bedarfe Familien im Einzugsbereich der Kita geschaffen. Dabei integrieren sie Kinder unterschiedlicher Nationalitäten und arbeiten mit anderen in Stadtteil und Gemeinde zusammen. Alle zehn beteiligten Kitas präsentieren sich von 10 bis 13 Uhr auf einem "Projekt-Marktplatz" im Diakonischen Werk Hamburg der Öffentlichkeit. Die Preisverleihung beginnt um 10.30 Uhr mit einer Begrüßung durch Vorstand Hartmut Sauer. 10.45 Uhr gibt Landespastorin Stoltenberg die Preisträger bekannt. Mit einem Umtrunk und einem Buffet wird die Feier fortgesetzt. Musikalisch begleiten die Lollipops, der Chor der Kita St. Michaelis, sowie Swetlana Zarpentin auf dem Akkordeon. Idee eines Hamburger
Unternehmers Fünf
Jahre Patchwork "Patchwork" feiert am 12. April 2002 von 19-22 Uhr in der St. Johanniskirche Altona, Max-Brauer-Allee, sein fünfjähriges Bestehen. Patchwork ist eine kirchliche Anlaufstelle für Frauen, die von Gewalt bedroht sind. Ein Notruftelefon mit der Nummer 0171-633 25 03 ist rund um die Uhr für Anruferinnen erreichbar.Rund 25 Ehrenamtliche arbeiten mit der Koordinatorin Pastorin Irmgard Nauck zusammen. Am Jubiläumsabend werden die Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, und der Leiter des Bezirksamtes Altona, Dr. Uwe Hornauer, zu Wort kommen. Weitere Grußworte sprechen Gudrun Ortmann vom Verein "Notruf für vergewaltigte Frauen" sowie als Vertreter von Bischöfin Maria Jepsen der Harburger Propst Jürgen Bollmann. Außerdem erhält Patchwork an diesem Abend den Innovatio-Preis 2001 für Engagement im sozialpolitischen Bereich, der von der HUK-Coburg verliehen wird. Aus 140 Bewerbungen wurde Patchwork als eins der zehn kreativsten Projekte aus ganz Deutschland ausgewählt. Die Theatergruppe "Kaleidoskop" lockert mit ihren Sketchvorführungen den Abend auf. Musikalisch untermalen "Die Liberos", ein Frauen-Saxophon-Quintett, die Veranstaltung, die mit Buffet und Tanz ausklingt. Der Sozialpreis innovatio wird alljährlich unter der Schirmherrschaft der Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes und des diakonischen Werks der EKD vergeben. Das evangelische Magazin CHRISMON ist Förderer des innovatio-Preises. Afghanistan:
Erdbeben im Hindu Kush In der Nacht zum 26. März kam es zu heftigen Erdstößen in der Provinz Baghlan im Norden Afghanistans. Betroffen sind die Distrikte Nahrin und Burkha. Ersten Meldungen zufolge kamen etwa 1.800 Menschen ums Leben, über 4.000 Menschen wurden verletzt und Zehntausende obdachlos. Schwer betroffen sind vor allem entlegene Dörfer in der Bergregion. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Erdbebens nahm die Diakonie Katastrophenhilfe Kontakt zu ihren Partnern in Afghanistan und Pakistan auf. Die Erdstöße waren bis nach Kabul zu spüren. Nach momentanem Kenntnisstand fehlt es in den betroffenen Regionen vor allem an Zelten, Decken, Kleidung und Lebensmitteln. Die Durchführung von Hilfsmaßnahmen gestaltet sich aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse vor allem in die entlegenen Dörfer der Bergregion nicht einfach. Derzeit wird ein Teil der allgemeinen Nothilfen für Afghanistan für das Erdbebengebiet umorganisiert, damit Hilfe so schnell wie irgend möglich zu den Betroffenen gelangt. Für diese und weitere Hilfsmaßnahmen bittet die Diakonie Katastrophenhilfe dringend um Spenden. Diakonisches Werk
Hamburg, Konto-Nr. 88 88 00, Weitere Informationen:
Edeltraud Engel, Tel. (040) 30620-224, Neu:
"Ökumenisches Podium: Sozialpolitik" In der Reihe "Es ist
genug für alle da!" sind seit 1994 bei 46 Veranstaltungen die wichtigsten
Themen der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik von Fachleuten aus allen gesellschaftlichen
Bereichen zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert
worden. Organisiert wurde die Reihe von einem Zusammenschluß evangelischer
Träger (Diakonisches Werk Hamburg, Evangelische Akademie, Evangelische
Fachhochschule des Rauhen Hauses, CVJM Hamburg und Kirchlicher Dienst
in der Arbeitswelt). Jetzt steigt auch der katholische Caritasverband
mit ein. Die Reihe wird zum "Ökumenischen Podium: Sozialpolitik". Der
katholische Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke begründet dies
so: "Ich finde es sehr erfreulich, dass diese schon traditionelle sozialpolitische
Veranstaltungsreihe nun in ökumenischer Ausrichtung weitergeführt wird.
In einer so reichen Stadt wie Hamburg ist es ein besonderes Anliegen der
Kirche, immer wieder die Problemlagen von Armut und Arbeitslosigkeit zu
thematisieren. Wir wollen diese Veranstaltungsreihe nutzen, um den Ruf
nach Solidarität und Gerechtigkeit als entscheidende Maßstäbe einer zukunftsfähigen
Wirtschafts- und Sozialpolitik, wie es das Gemeinsame Wort der Kirchen
bereits vor fünf Jahren gefordert hat, weiter zu verstärken." Es ist genug für
alle da! Daten und Zahlen Die Veranstaltungsreihe "Es ist genug für alle da!" gibt es seit Anfang 1994. Bisher fanden 46 Veranstaltungen statt. Sie wurden von ca. 2000 TeilnehmerInnen besucht. Veranstaltungsort war überwiegend die Ev. Akademie Nordelbien in der Esplanade 15. 34 Veranstaltungen wurden von Burkhard Plemper moderiert. Es geht um die Themen
Ziel ist es
VeranstalterInnen in der Gründungsphase waren
Der CVJM ist seit 1998 dabei. Der Caritas-Verband Hamburg seit 2002. Veranstalter und
AnsprechpartnerInnen heute: Caritas Verband Hamburg
CVJM Hamburg Ev. Akademie Nordelbien
Ev. Fachhochschule
für Sozialpädagogik des Rauhen Hauses Kirchlicher Dienst
in der Arbeitswelt Chaos bei der Arbeitsmarktpolitik: Diakonie zieht Zwischenbilanz nach den ersten Kürzungsrunden Die Hamburger Diakonie kritisiert die massiven Einschnitte in der Arbeitsmarktpolitik, deren Auswirkungen durch unterschiedliche Behördenzuständigkeiten noch verschlechert werden. Die Diakonie bietet in 40 Beschäftigungsprojekten Arbeitsplätze für rund 650 Menschen an, die auf dem Arbeitsmarkt ohne Integrationshilfen kaum eine Chance haben. Zu den diakonischen Anbietern gehören unter anderem große Beschäftigungsträger wie die GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH in Harburg oder Projekte wie das Servicehaus Eimsbüttel, die Textilnäherei und Wäscherei Steilshoop oder die Rathauspassage. Sie sind betroffen von Kürzungen der Zuwendungen um bis zu 30 %, Verringerung der ABM-Stellen und massive Lohnabsenkungen bei den Zielgruppenbeschäftigten bis auf eine Lohnhöhe knapp oberhalb des Sozialhilfeniveaus. Beschäftigte mit Kindern haben zukünftig Anspruch auf ergänzende Sozialhilfe. GATE: Für fünf Betriebe
ist die Sozialbehörde, für fünf Betriebe ist die Wirtschaftsbehörde zuständig
Konzeptionelle Planungen werden in diesem Zusammenhang völlig unmöglich. Das Ziel der GATE GmbH ist insbesondere die Sicherung von Serviceangeboten für sozial benachteiligte Menschen in Gebieten der sozialen Stadtentwicklung, so z.B. das Dienstleistungszentrum Kirchdorf-Süd. Nach Planungen des Trägers würden Einsparungen schwerpunktmäßig im Zuständigkeitsbereich der Behörde für Wirtschaft und Arbeit erbracht werden können. Ressortübergreifende Ansätze sind in der Behördenlogik aber offensichtlich nicht vorgesehen: "Die BSF ist damit nicht einverstanden und verlangt Kürzungen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Das ist absurd. Wir sollen kürzen und Betriebe schließen, aber nach der Logik der behördlichen Aufteilung und nicht nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Das unternehmerische Risiko und die mangelnde Handlungsfähigkeit sind nicht tragbar", sagt Gisela Beck, Geschäftsführung GATE. Landespastorin Annegrethe Stoltenberg: "Die neue Zuständigkeitsregelung führt dazu, dass sich die Träger im ungünstigsten Fall mit drei Behörden (BWA; BSF; Arbeitsamt) auseinandersetzen müssen, deren Vorgehen nicht auf einander abgestimmt ist. Das ist in keiner Weise effektiv und für die Träger eine Katastrophe." Heilsarmee schließt
ABM-Projekt Die Stadt verabschiedet sich nicht nur bei ABM-Maßnahmen vom Prinzip der tariflichen Entlohnung. Auch im Rahmen des Programmes Tariflohn statt Sozialhilfe, in dem SozialhilfeempfängerInnen bei der Hamburger Arbeit und vereinzelt auch bei Freien Trägern Arbeit und eine berufliche Perspektive finden, werden die Löhne zukünftig auf dem Sozialhilfeniveau liegen. Auf die Teilnehmenden von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wird zunehmend Druck ausgeübt. Sie müssen zu immer schlechteren Bedingungen arbeiten. Dadurch wirken manche Maßnahmen eher wie eine Bestrafung von SozialhilfeempfängerInnen und Arbeitslosen und stärken eine Mißtrauenskultur. Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit ist vor allem das Prinzip der Freiwilligkeit, die sozialversicherungsrechtliche Absicherung und eine angemessene tarifliche Entlohnung. Das Vertrauen in die Angebote von Beschäftigungsträgern und die Motivation der Beschäftigten wird aktuell auf eine harte Probe gestellt. Unter den neuen Bedingungen wird sich auch kaum qualifiziertes Anleitungs- und Schulungspersonal finden lassen, da diese in vielen Fällen als ABM-Beschäftigte ebenfalls auf des Basis des neuen abgesenkten Niveaus entlohnt werden müssen. Die Integrationsleistungen der Träger werden sich in Folge der Kürzungen verschlechtern (müssen). Die Zielvorgaben der Behörden werden aber trotz sinkender Mittel erhöht. Um die Vorgaben der Kostenträger auch in Zukunft zu erfüllen, sind die Träger darauf angewiesen, die Beschäftigten nach qualitativen Kriterien auszuwählen. Wir fürchten: Benachteiligte Zielgruppen bleiben auf der Strecke. "Diejenigen, die es am meisten brauchen, haben dann keine Chance mehr." sagt Annegrethe Stoltenberg. In den letzten Jahren wurden mit arbeitsmarktpolitischen Programmen unterschiedliche Ziele verfolgt. Neben der Integration sozial benachteiligter Personengruppen in den allgemeinen Arbeitsmarkt, war es erklärte Aufgabe, die Infrastruktur in den Gebieten der sozialen Stadtentwicklung zu verbessern, sozialpolitische Probleme zu lösen und strukturpolitische Effekte zu erzielen. Alles sinnvolle Anliegen. Doch jetzt geraten die Förderinstrumente zunehmend in die Krise und damit brechen für Hamburg wichtige Strukturen weg, die besonders in sozialen Problemgebieten wichtige Verbesserungen herbeigeführt haben. Die Verlierer sind auch hier wieder sozial ausgegrenzte Menschen. Die Diakonie erwartet, * dass bewährte und bundesweit anerkannte arbeitsmarktpolitische Projekte erhalten bleiben. Um hier die notwendigen Qualitätsstandards zu gewährleisten, muss die Stadt zusätzliche Haushaltsmittel einsetzen. Arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente sind hierfür allein nicht ausreichend. * * eine Konzentration der Politik auf die tatsächlichen Probleme des Arbeitsmarktes: Die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Reduzierung von Wirtschaftskriminalität und Schwarzarbeit. Letzteres kann auch zu zusätzlichen Einnahmen führen, die wiederum sinnvollen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu Gute kommen können. Kürzung bei Textilwerkstatt
Altona aufgehoben AnsprechpartnerInnen
für Rückfragen: Kirche gibt 12.500 Euro/ Spendenaufruf für Bürgerkriegsflüchtlinge in Kolumbien Die Nordelbische Kirche gibt 12.500 Euro aus Kirchensteuern für Bürgerkriegsflüchtlinge in Kolumbien. Diakonie und Kirche bitten dringend um weitere Spenden. Fünf Wochen nach dem Ende des kolumbianischen Friedensprozesses wird deutlich, dass dem Land ein langanhaltender, blutiger Bürgerkrieg bevorsteht und die von Militärs und Politikern geschürten Hoffnungen auf einen Blitzsieg über die Guerrilla sich nicht erfüllt haben. Stattdessen erleben vor allem die ländlichen Gebiete Kolumbiens eine ständige Zunahme der Kampfhandlungen: Bombardierungen, Morde und Massaker durch paramilitärische Gruppen, gesprengte Brücken und Strommasten. Blockaden und zunehmende Versorgungsprobleme mit Grundnahrungsmitteln betreffen unter anderem die im Südosten des Landes gelegene Provinz Caquetá. Hunderte von Familien sind geflüchtet, die Mehrzahl ist durch die Kämpfe gezwungen, an ihren Wohnorten auszuharren. Bereits jetzt gibt es in Kolumbien mehr als zwei Millionen intern Vertriebene, mit dem Sudan und Afghanistan eine der weltweit höchsten Vertreibungsziffern. Rund 40.000 Menschen wurden in den letzten Jahren Opfer des Konflikts. Die Menschen fliehen entweder aus Angst, von einer der Kriegsparteien für Sympathisanten der Gegenseite gehalten zu werden, oder weil die Produktion von Nahrungsmitteln durch Kriegshandlungen oder die gezielte Vergiftung der Felder im Rahmen der Drogenbekämpfung zum Erliegen kommt. Nur eine Minderheit wird durch internationale und nationale Hilfswerke zumindest minimal versorgt, die meisten verstecken sich nach ihrer Ankunft in den städtischen Elendsvierteln, um weiterer Verfolgung zu entgehen. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterhält seit einem Jahr in der Krisenregion Caquetá ein lokales Büro, von dem aus vor allem Jugendliche und Kinder aus vertriebenen Familien betreut werden. In den letzten Monaten wurden außerdem 160 Bauernfamilien bei ihrer Wiederansiedlung auf dem Land unterstützt. Angesichts der akuten Notlage haben die Teams von Diakonie Katastrophenhilfe damit begonnen, an mehrere Hundert Familien Lebensmittel für zunächst einen Monat zu verteilen. Gegenwärtig wird mit etwa 500 Familien in Florencia, Belén, Morelia und Montanita der Anbau von schnellwachsenden Grundnahrungsmitteln in Hausgärten und auf Gemeinschaftsparzellen vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem lokalen katholischen Hilfswerk "Vicaría del Sur" soll auf diese Weise innerhalb weniger Wochen eine minimale Ernährung sichergestellt werden, die unabhängig vom Verlauf der Kampfhandlungen ein Ausharren der Familien an ihren Wohnorten ermöglicht. Die Anwesenheit des Projektpersonals stellt außerdem einen zumindest geringen Schutz gegen Übergriffe durch die Kriegsparteien dar. Für die Sicherung
der Ernährung der 500 Familien müssen unmittelbar 50.000 Euro zur Verfügung
gestellt werden, für Folgemaßnahmen im Verlauf des Jahres weitere 200.000
Euro. Weitere Informationen:
Edeltraud Engel, Tel. (040) 30620-224, Letzte
Reise von Lire, Francs, Peseten: Danke, Hamburg! Am Donnerstag um 16 Uhr holt ein 16 Meter langer LKW der Firma Reifen Laupichler im Diakonischen Werk Hamburg in Altona (Königstraße 54) die für BROT FÜR DIE WELT gesammelten "Urlaubsmünzen" ab. Horst Gundlach von der Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel (EDG), die das Sortieren und Zählen des Geldes organisiert, und das im Diakonischen Werk Hamburg für BROT FÜR DIE WELT zuständige Vorstandsmitglied Hartmut Sauer werden anwesend sein. Seit Juni 2001 wurden in Hamburg unter dem Motto "Tschüss Lire, Francs, Peseten... Münzen für die Welt erbeten!" rund 2 Tonnen Kleingeld und Scheine gesammelt. Die meisten Geldstücke gehören zu den Währungen, die mit Einführung des Euro abgeschafft wurden. Das Geld ist bestimmt für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia. Sammelstellen waren 165 Hamburger evangelische Kirchengemeinden und 19 Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West. Schirmherrin der Aktion war Bettina Tietjen, Schirmherr Tivoli-Chef Corny Littmann. Die Münzen werden in das Münzzentrum der Reisebank AG gebracht, wo das Geld sortiert und gezählt wird. Das Ergebnis der Sammelaktion wird allerdings noch auf sich warten lassen. "Das kann mehrere Wochen dauern. Denn in den Münz-Zählbetrieben herrscht jetzt nach der Währungsumstellung Hochsaison", erklärt Horst Gundlach von der Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel (EDG). Susanne Hesemann ist dankbar für das Engagement der vielen Helferinnen und Helfer: "Ohne Partner wie die EDG oder die Hamburger Kirchengemeinden hätten wir die Sammelaktion niemals durchführen können." Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranken und ihren Angehörigen bietet CISS Hilfe bei der Pflege zu Hause. Susanne Hesemann Diakonisches Werk
Hamburg Neu bei Aktion Brückenschlag: Freiwillige werden fit für Flüchtlinge Seit zwölf Jahren vermittelt die Aktion Brückenschlag des Diakonischen Werks Hamburg Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen. Weil die Lebensbedingungen für Flüchtlinge etwa aus Afghanistan, Togo oder dem Iran immer komplizierter werden, wurde erstmals eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die interessierte Freiwillige in der Alltagsbegleitung von Flüchtlingen schult. Unter dem Motto "Fit für Flüchtlinge" werden an vier Wochenenden Themen wie die Wohnsituation, der Umgang mit der Ausländerbehörde und das Arbeitsrecht behandelt sowie die eigenen Erfahrungen reflektiert. Aktion Brückenschlag kooperiert dabei mit dem Institut für kulturelle Bildung der Universität Hamburg und dem Pädagogisch-theologischen Institut der Nordelbischen Kirche. Der Europäische Flüchtlingsfonds bewilligte jetzt einen Zuschuss von knapp 40.000 Euro zu den Koordinationskosten, den Seminargebühren und Honorarkosten, so dass die Teilnahme kostenfrei ist. Fast 2.800 Menschen leben als ausländische Flüchtlinge in Hamburg. "Das, was Flüchtlinge wirklich brauchen, um sich in den Bestimmungen, Gesetzen und dieser Gesellschaft zurechtzufinden, können Sozialarbeiter der Flüchtlingsunterkünfte und Beratungsstellen allein gar nicht leisten", so die Projektleiterin Evelyn Duhnkrack-Hey. Aus ihrer langjährigen Tätigkeit bei Aktion Brückenschlag kennt sie die Situation genau: "Allerdings trauen sich Freiwillige immer weniger zu, weil die Bestimmungen enger und die Lebensbedingungen und gesetzlichen Regelungen der Flüchtlinge schwieriger geworden sind". Die Motivation ist groß. Eine Teilnehmerin sagt: "Ich möchte helfen, weil ich mich sozial engagieren möchte, Menschen kennenlernen und Erfahrungen sammeln will." Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Das nächste Seminar findet am 5./. 6. April im Elsa-Brandström-Haus in Blankenese statt. Einige wenige Plätze sind noch frei. Kontakt: Frauenhaus-Jubiläum
Sein zehnjähriges Bestehen feierte das Frauenhaus der Diakonie am Freitag mit einem Empfang im Diakonischen Werk Hamburg in der Königstraße. Bischöfin Maria Jepsen erwähnte vor rund 150 Gästen in ihrem Grusswort an die Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt. Diese fordere auf, Schutzräume für die Bedrohten und Geschlagenen zur Verfügung zu stellen. An Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram gewandt und mit Beifall der Anwesenden bedacht sagte sie: "Es kann, es darf der Rotstift des Sparens hier nicht so stark wie angekündigt angesetzt werden." Es dürfe nicht die Folge sein, daß möglicherweise zwei von den fünf Hamburger Frauenberatungsstellen geschlossen würde. Sie wünschte ihr, daß sie sich von den Frauen begleitet und ermutigt sehen möge und in einem Senat, der "nicht gerade frauenreich sei", für die Sache der Frauen zu streiten. Schieber-Jastram erinnerte daran, wie sie 1990 die Bewerbung des Diakonischen Werks als Träger eines fünften Frauenhauses als CDU-Bürgerschaftsabgeordnete unterstützt hatte, unter anderen zusammen mit ihrer Kollegin Eleonore Rudolph, der Alterspräsidentin der letzten Legislaturperiode, die gleichfalls unter den Gästen war. Aber als Senatorin müsse sie heute dafür sorgen, dass mit den Steuergeldern sorgfältig umgegangen werde. Dabei sei sie offen für den Dialog: "Ich verschanze mich nicht, mir können Sie Wahrheiten sagen". Landespastorin Annegrethe Stoltenberg begrüßte dies Angebot zum Dialog: "Wir wünschen uns eine Senatorin, die gegen die anderen Ressorts Sozialpolitik gestaltet." Sie dankte den Mitarbeiterinnen und dem ehrenamtlichen Beitrat des Frauenhauses für die Arbeit. In den zehn Jahren habe sich gezeigt, daß auch die Kinder durch die Gewalt in der Familie vernachlässigt worden seien. Frauen müßten im Frauenhaus wieder lernen, die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen. Sie sehe nach der vaterlosen insgesamt eine Tendenz zu einer "mutterlosen Gesellschaft". Ingeborg Müller, Gründerin des Frauenhauses, erzählte von der Bewerbung der Diakonie 1989 um die Trägerschaft eines fünften Hamburger Frauenhauses. Vorher waren seit 1978 vier autonome Frauenhäuser gegründet worden. Vom Antrag bis zur politischen Entscheidung - es wurden zwei neue Häuser gründet - dauerte es ein Jahr. Dann sollte aber nach den Vorstellungen der Behörde zehn Wochen später das Haus eröffnet werden. So kam es, daß aus Gründen der Budgetvergabe die ersten Frauen fünf Tage vor Silvester 1991 in eine Baustelle ziehen mußten. Fertig war der Umbau im Februar, vor zehn Jahren. Frauenhausleiterin Katja Pietschmann äußerte ihre Sorge angesichts der Sparmassnahmen gegenüber Frauenprojekten im Umfeld von Frauenhäusern, die gerade für Frauen, denen sie begegnen, äußerst wichtig seien, um im Stadtteil weiter beraten zu werden und die Aufarbeitung ihrer Erfahrungen fortzusetzen. Sie habe ihre Rede bis zuletzt mehrfach umgeschrieben. Unter Beifall sagte sie: "Für mich hätte ich es nicht angemessen gefunden, das Jubiläum zu feiern, ohne zu den Sparmassnahmen etwas zu sagen, zumal ich sicher bin, dass unter den Besucherinnen Kolleginnen sind, die ihre Kündigung bereits in der Tasche habe. Die Kürzungen sind schlicht im Bereich der Katastrophe." Sie rief zu einer neuen Frauenbewegung auf. Wenn die Senatorin Familien schützen will, fragte sie: ist eine Frau, die vor einem gewalttätigen Man flieht, keine Familie mehr? Im Frauenhaus der Diakonie stehen Frauen auf der Flucht vor häuslicher Gewalt insgesamt 30 Plätze und 2 Notplätze zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der Frauen bringt eigene Kinder mit, die ebenfalls im Frauenhaus wohnen. 2001 lebten insgesamt 79 Frauen und 77 Kinder für durchschnittlich 88 Tage im Frauenhaus. 189 weitere Frauen und deren Kinder konnten wegen Überbelegung nicht aufgenommen werden. Der Großteil der Frauen zieht nach dem Aufenthalt in eigene Wohnungen oder andere Hilfeeinrichtungen, fast jede fünfte Frau geht zurück zu ihrem Partner. Ende
der Sammelaktion: Danke, Hamburg! Am 28. Februar 2002 beendet Brot für die Welt Hamburg die Sammelaktion von "Urlaubsmünzen". Seit Juni 2001 wurden in Hamburg unter dem Motto "Tschüss Lire, Franc, Peseten... Münzen für die Welt erbeten" rund 2 Tonnen Kleingeld und Scheine gesammelt. Die meisten Geldstücke gehören zu den Währungen, die mit Einführung des Euro abgeschafft wurden. Das Geld ist bestimmt für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia. Susanne Hesemann, Referentin für Brot für die Welt in Hamburg ist von dem bisherigen Sammelergebnis begeistert: "Jede Münze ist noch mehr wert als der aufgedruckte Betrag. Sie zeigt unsere Solidarität mit AIDS-Kranken in Kenia. Dafür vielen Dank, Hamburg!" Restgeld von der letzten Auslandsreise kann noch bis Ende Februar bei den 165 Hamburger evangelischen Kirchengemeinden und bei den 19 Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West abgegeben werden. Schirmherrin der Aktion ist Bettina Tietjen, Schirmherr Tivoli-Chef Corny Littmann. Letzte Reise ins Münzzentrum der Reisebank AG Mitte März treten die in Hamburg gesammelten Urlaubsmünzen ihre letzte Reise an. Die führt nach Hattingen, in das Münzzentrum der Reisebank AG, wo das Geld sortiert und gezählt wird. Das Ergebnis der Sammelaktion wird allerdings noch auf sich warten lassen. "Das kann mehrere Wochen dauern. Denn in den Münz-Zählbetrieben herrscht jetzt nach der Währungsumstellung Hochsaison", erklärt Horst Gundlach von der Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel (EDG). Die EDG organisiert für Brot für die Welt Hamburg das aufwändige Sortieren und Zählen des Geldes. Außerdem beteiligt sich die Firma Reifen Laupichler, die einen LKW mit Fahrer für den Transport der Münzen in das Münzzentrum zur Verfügung stellt. Bevor die Reise losgehen kann, müssen alle Münzen in Jutegeldsäcke der Bundesbank verpackt und auf Paletten geladen werden. Susanne Hesemann ist dankbar für das Engagement der vielen Helferinnen und Helfer: "Ohne Partner wie die EDG oder die Hamburger Kirchengemeinden hätten wir die Sammelaktion niemals durchführen können." Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranken und ihren Angehörigen bietet CISS Hilfe bei der Pflege zu Hause. Reise zu den Licht- und Schattenseiten von St. Petersburg Das Diakonische Werk Hamburg organisiert vom 8. bis 15. Mai 2002 eine Reise nach St. Petersburg. Sie vermittelt einen Überblick über alle Sehenswürdigkeiten: Eremitage, Katharinenpalast in Puschkin, Peter und Paul-Festung, Isaak-Kathedrale, Park und Schloß Peterhof. Doch neben Gold und Glanz lernt die Reisegruppe auch die Schattenseiten der Stadt kennen. Sie besucht eine Kinderklinik und Hilfseinrichtungen für Straßenkinder und Obdachlose. Solche Projekte werden von der Diakonie mit Spendenmitteln finanziell unterstützt. Überhaupt steht die Begegnung mit Menschen in St. Petersburg im Mittelpunkt der Reise. Ein orthodoxer und ein lutherischer Gottesdienst werden mitgefeiert. Neben der Reiseleitung
begleitet die ganze Woche lang eine Dolmetscherin die Gruppe. Der Preis
von 745 Euro pro Person umfaßt den Flug Hamburg - St. Petersburg - Hamburg,
alle Transfers in Rußland und die Übernachtung mit Halbpension im Hotel
Moskwa, einem 3-Sterne-Hotel mit russisch-europäischer Küche in Doppelzimmern
mit Bad/ WC/TV. Die Organisation übernimmt
ehrenamtlich zusammen mit dem CVJM-Reisedienst und dem Reisebüro St. Petersburg
Valdetour Christiane Betker. Sie war selbst öfter in St. Petersburg. Textilwerkstatt Altona: Zwang zu Lohnkürzung um 300 Euro Damit die Textilwerkstatt Altona des Diakonischen Werks Hamburg weiter bestehen kann, hat das Diakonische Werk Hamburg gestern die drastisch verschlechterten Finanzierungsbedingungen von Arbeitsamt und Stadt akzeptiert: Lohnkürzungen für die Näherinnen von 1064 Euro auf 761 Euro. Damit liegen sie fast auf dem Niveau der Sozialhilfe. Das bundesweit einzigartige Projekt bietet Aussteigerinnen aus der Prostitution sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Qualifizierung auf der Basis von ABM-Stellen an. Es erzielte seit seiner Gründung 1993 Integrationsquoten in den allgemeinen Arbeitsmarkt zwischen 40 und 70 Prozent. Landespastorin Annegrethe Stoltenberg kritisiert, dass "das berühmte Bild der sozialen Hängematte auch auf die ausgeweitet wird, die in den Arbeitsmarkt einsteigen". Der Wert der Arbeit müsse stärker gesehen und unterstützt werden. Die Diakonie habe in dieser Situation unter dem Druck "Friss oder stirb" die Lohnsenkung akzeptiert, werde aber weiter politisch dagegen protestieren. Hintergrund: Pressegespräch in der Textilwerkstatt Altona am 1. Februar 2002, 9.30 Uhr Ihre Gesprächspartnerinnen:
Die Situation:
Während die Frauen bisher nach dem Tarifvertrag öffentlich geförderte Beschäftigung (TVögBH) entlohnt wurden, bekommen sie künftig eine Pauschale in Höhe von 1200 Euro. Hiervon finanziert das Arbeitsamt 900 Euro und die Sozialbehörde 300 Euro. Beispielrechnung:
Näherin, alleinstehend,
1 Kind: Sozialpädagogin,
ohne Kind: Fazit: Für die Austeigerinnen bedeutet das eine besondere Härte, da sie mit der Arbeitsaufnahme in der Textilwerkstatt den ersten Schritt in ein normales Leben geschafft haben und in der Lage waren, auch Schulden aus der Vergangenheit abzutragen. Die beschäftigten Näherinnen arbeiten jetzt auf Sozialhilfeniveau und müssen in Einzelfällen ergänzende Sozialhilfe beantragen. Der Hintergrund:
Um die Arbeit der Textilwerkstatt Altona weiter zu ermöglichen und den Frauen eine Perspektive anzubieten, wird das Diakonische Werk Hamburg die Arbeit fortführen. Wir hoffen jedoch, dass die Verantwortlichen ihre Handlungsspielräume nutzen und eine angemessenere tarifliche Grundlage für öffentlich geförderte Arbeit erarbeiten. Textilwerkstatt
Altona Ansprechpartnerin:
Ingeborg Müller Kurzbeschreibung /Leitbild: Mit der Textilwerkstatt Altona bietet das Diakonische Werk Hamburg ein Beschäftigungspro-jekt für Aussteigerinnen aus der Prostitution und Beschaffungsprostitution an. Oberstes Ziel ist es, den Frauen durch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und berufliche Qualifizierung, einen Übergang in Aus-, Fortbildung, Umschulung oder eine berufliche Integ-ration auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Textilwerkstatt bietet den Frauen einen geschützten Raum, in dem sie mit sozialpädagogischer Begleitung und fachlicher An-leitung, Arbeits- und Lernerfahrungen machen können, die ihrer schwierigen und belasteten Lebenssituation gerecht werden. Im Anschluß an diese Beschäftigungszeit haben die Frauen dann die Möglichkeit, über das Arbeitsamt durch Aus-, Fortbildung oder Umschulung ihren Berufswünschen näher zu kommen oder eine Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Insgesamt werden 13 Arbeitsplätze für die genannte Zielgruppe angeboten. Es geht sowohl um den Erwerb beruflicher und sozialer Kompetenzen, als auch um eine individuelle Berufsfindung. Im handwerklichen Bereich arbeiten wir nach dem Konzept der individuellen Qualifizierung. Die Grundlage hierfür ist ein Qualifizierungsrahmenplan, nach dem die Frauen, individuell nach ihren Möglichkeiten, angeleitet und in das Handwerk eingeführt werden. Neben der fortlaufenden Qualifizierung fertigen wir im Auftrag von gemeinnützigen Einrichtungen Texti-lien im Bereich der Innendekoration an. Die handwerklichen Grundlagen werden durch Ar-beitsproben und schriftliche Ausarbeitungen individuell in Mappen dokumentiert (Gesamtgruppe). Großen Wert legen wir auch auf die kreative Entfaltung der Frauen, indem wir sie z.B. auch in Entwicklung und Gestaltung der Produkte mit einbeziehen. Ein weiterer Schwerpunkt im handwerklichen Bereich ist die Vermittlung von Verantwortlich-keiten für den gesamten Werkstattbereich. Jede Frau hat ein festes Aufgabengebiet, für das sie verantwortlich ist, z.B. Bestand und Ordnung der Kurzwaren. Der eigen Arbeitsplatz wird selbst in Ordnung gehalten, dazu gehört auch die Maschinenpflege. Für den reibungslosen Tagesablauf gibt es Dienste, die je zwei Frauen übernehmen. Bei wöchentlichen Gruppenbesprechungen besteht die Möglichkeit Regeln und Dienste zu überprüfen, zu bestätigen und Gruppenbelange anzusprechen. Die Arbeitsweise der Textilwerkstatt Altona ist dadurch geprägt, daß neben der fachlichen Anleitung und Arbeit die sozialpädagogische Begleitung der Frauen ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist. Integrationsziel:
Ein wesentliches Ziel ist der Erwerb von Schlüsselqualifikationen, um die Vermittlung in eine Ausbildung, Umschulung oder die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Folgende Integrationsquoten werden angestrebt:
Neben den Anlauf- und Beratungsstellen für Prostituierte, die das Diakonische Werk in St. Pauli und St. Georg vorhält, ist die Textilwerkstatt ein wesentlicher Baustein im Bereich der Hilfen zum Ausstieg aus Prostitution und Beschaffungsprostitution. Zielgruppe: Die Frauen, die sich in der Textilwerkstatt bewerben, haben mehrere Jahre lang in der Prostitution gearbeitet. Diese Arbeit wird zwar gesellschaftlich in Anspruch genommen, hat jedoch keine sozialversicherungspflichtige Absicherung. Frauen, die in der Prostitution tätig sind, sind einer ständigen Konkurrenzsituation ausgesetzt. Dieser Umstand führt in den meisten Fällen zur sozialen Vereinzelung und Isolation. Kontakte bestehen hauptsächlich innerhalb des Milieus. Die Arbeitsbedingungen lassen es kaum zu, Sozialkontakte außerhalb der Szene zu pflegen. Der Ausstieg aus
der Prostitution bedeutet, daß der gesamte Lebensrhythmus geändert werden
muß. Nach oft jahrelanger Nachtarbeit und "Nachtleben" müssen die Frauen
sich plötzlich darauf einstellen, am Tag zu arbeiten. Schwierigkeiten treten auch im Umgang mit Behörden auf. Bewerbungen um einen Arbeits-platz stellen die Frauen meist vor größere Probleme, weil die "Lücken" im Lebenslauf gefüllt werden müssen. Angebote für die
Zielgruppe: Die Motivation des Lernens wird verstärkt durch die Qualifizierung am eigenen Stück - das heißt, jede Frau näht im Rahmen der Qualifizierung an einem eigenen Stück. Dabei werden die Frauen angeleitet und in ihren Arbeitsschritten begleitet. Gemeinsam mit den Anleiterinnen werden Ideen, Schnitte und fertige Produkte erarbeitet, wobei die selbständige Ausführung immer im Vordergrund steht. Neben der fachlichen
Anleitung und Arbeit ist die sozialpädagogische Begleitung der Frauen
ein wesentlicher Schwerpunkt. Hier arbeiten wir nach einem ganzheitlichen,
situationsbezogenen Ansatz, d.h. es wird Gegenwart, Vergangenheit und
Zukunft in die sozialpädagogische Arbeit einbezogen. Hierfür steht eine
Sozialpädagogin zur Verfügung. Sie arbeitet hauptsächlich im Bereich der
Einzelarbeit. Qualifizierung
(intern/extern): Interne Qualifizierung
Der fachtheoretische Teil umfaßt: Unfallverhütung, Maschinenkunde, Materialkunde, fertigungstechnologische Grundbegriffe und Inhalte und Schnittechnik. Umfang: 69 Stunden im Jahr 1999. Deutsch als Zweitsprache: Für die thailändischen Mitarbeiterinnen wird einmal wöchentlich im Diakonischen Werk ein Sprachkurs durchgeführt. Umfang: 75 Stunden im Jahr 1999. Externe Qualifizierung:
Die internen und externen Qualifizierungseinheiten haben sich in den letzten Jahren sehr bewährt. Die Zielgruppenbeschäftigten gingen gut vorbereitet in die Umschulung und konnten hierdurch die hohen Anforderungen der Umschulungsmaßnahmen bewältigen. Produkte/Dienstleistungen
an Dritte: Besonderheiten:
Kontakte zu Firmen
des 1. Arbeitsmarktes: Praktika, Schwerpunkte
und Erfolge: Anzahl der Projekte:
1 Öffentlich gefördert: 100% Anzahl gef. Arbeitsplätze: ABM: 9 (Zielgruppenbeschäftigte
+2 (1 Sozialpäd., 1 Anleiterin bis Fachleute
der Jugendhilfe fordern: Über 100 Fachleute der Hamburger Jugendhilfe diskutierten heute (24.1.) im Diakonischen Werk Hamburg über Möglichkeiten von Jugendlichen, Zugang zu Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu finden. Sie stellen fest: Der Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist zweigeteilt. Jugendliche mit geringen formalen Qualifikationen oder ohne Schulabschluß haben schlechte Chancen, in eine Ausbildung zu kommen. Wer keine Ausbildung hat, hat wiederum schlechtere Chancen beim Einstieg in den Beruf. Der Anteil der Azubis im Handwerk mit Hauptschulabschluß lag 1999 bei 37,9%, der Anteil der Azubis ohne Schulabschluß bei 3,6%. Im Bereich der Handelskammer lag der Anteil der Azubis mit Hauptschulabschluss bei 11,1% und der Anteil der Azubis ohne Schulabschluss bei 0,6%. Jugendliche ohne Chance auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz dürfen nicht sich selbst überlassen werden. Straßensozialarbeiter stellen fest, dass es zwar ein paar Angebote für diese Jugendlichen in Hamburg gibt, die aber durch die Sparmaßnahmen des Senats zur Zeit akut gefährdet sind. Das Angebot eines Vollzeitausbildungsplatzes ist dagegen nicht für jeden Jugendlichen geeignet. Diese Jugendlichen haben viele Probleme: Sie sind z. B. erwerblos, manche auch sozial isoliert, häufig sind sie verschuldet, hatten vielleicht Konflikte mit dem Gesetz, haben einen unsicheren Aufenthaltsstatuts, Probleme in der Familie, finden keine Wohnung, leiden unter Suchtproblemen, haben Leistungsschwierigkeiten. Sie brauchen dringend geeignete freiwillige Angebote, in denen sie erfolgreiche Arbeitserfahrungen machen können und legal Geld verdienen. Sanktionen von Seiten des Arbeits- oder Sozialamtes tragen dagegen wenig zur Motivation der Jugendlichen bei. Sie erhöhen sogar noch die Resignation, da die Notlage der Jugendlichen nicht ernst genommen wird und Arbeit als Strafe erfahren wird. Das Projekt "mach bar" der Pestalozzi-Stiftung ist eines der wenigen Hamburger Projekte, das Jugendlichen die Möglichkeit bietet, ein paar Stunden lang zu arbeiten, das Gefühl zu haben, wirklich gebraucht zu werden und dabei noch ein paar Euro zu verdienen. "Mach bar" wird bislang jedoch lediglich aus Mitteln der Pestalozzi-Stiftung Hamburg und aus Spenden finanziert. Um dieses Angebot aufrechtzuerhalten und weitere Plätze zu schaffen, bedarf es dringend ausreichender finanzieller Rahmenbedingungen. In Hamburg sind zur Zeit für dieses Problem drei Behörden zuständig: die neugebildeten Behörden für Soziales und Familie sowie die Behörde für Bildung und Sport und das Arbeitsamt Hamburg. Sie sind gefordert, durch eine enge Zusammenarbeit, schnelle Lösungen für dieses Problem zu finden. Günther Blom, Vertreter des Amtes für Berufliche Bildung und Weiterbildung, sieht in der aktuellen Situation der Neukonzeption der Zuständigkeiten eine Art "Morgendämmerung", die Chancen für die Diskussion neuer Ideen bietet Die Schaffung von Möglichkeiten und Motivation für reguläre Beschäftigung der Jugendlichen bleibt das Hauptziel aller Akteure - Differenzen gibt es über die geeigneten Wege dahin. Ansprechpartner für
Rückfragen: Diakonie zur Streichliste des Senats: Benachteiligte mehrfach betroffen Die Diakonie kritisiert die Schwerpunkte der beabsichtigten Kürzungen. Landespastorin Stoltenberg stellt fest: "Es zeigt sich, daß benachteiligte Menschen durch Kürzungen in verschiedenen Bereichen mehrfach betroffen sind. Kürzungen in Bildung und Arbeit behindern ihre Chancen, aus eigener Leistung die Zukunft zu bewältigen." Jugendliche Zu Lasten der gleichen Jugendlichen werden bei außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsplätzen und -verbünden 506.000 Euro gestrichen. Arbeitslose Wenn bei Arbeitslosen gespart wird, auch durch Kürzung der Löhne in den Beschäftigungsprojekten, ist unglaubwürdig, wie fast neun Mio. Euro bei Sozialhilfempfängern eingespart werden sollen. Daß der "Minderbedarf durch die Annahme einer zusätzlichen Fallreduzierung um 1000 Empfänger" eintritt, wie die Begründung lautet, ist unwahrscheinlich. Schon jetzt erfahren Beratungsstellen der Diakonie, daß Sozialhilfeempfängern der Zugang zu Leistungen erschwert wird. Gespräche gefordert
Das Diakonische Werk Hamburg reagiert auf Presseberichte über die beabsichtigten Kürzungen im sozialen Bereich. "Wir sind alarmiert und prüfen zur Zeit die konkreten möglichen Auswirkungen", sagt Landespastorin Annegrethe Stoltenberg. Sie fordert eine Offenlegung der Kürzungskriterien. Die Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Hamburg warnt: "Wenn Angebote zur Prävention und psychosoziale Hilfen wegfallen, ist das die sozialpolitisch falsche Richtung - auch, weil sich dadurch Probleme vergrößern und die Hilfe letztlich teurer wird." Zur Hamburger Diakonie gehören rund 140 Angebote für alte und kranke Menschen wie Heime und Pflegedienste sowie zwölf Krankenhäuser. 350 Einrichtungen widmen sich vorrangig Kindern, Jugendlichen und Familien mit Kindertagesbetreuung, Beratung und Ausbildung. Knapp 140 Angebote gibt es für Menschen mit Behinderungen, seelischen Leiden, für Arbeitslose, Obdachlose, Suchtkranke und Migranten. Insgesamt gibt es 32.500 Betten oder Betreuungsplätze, viele tausend Menschen werden ambulant beraten oder betreut. Fast 16.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zusammen mit vielen Ehrenamtlichen. Freie Plätze beim Freiwilligen Sozialen Jahr Junge Menschen im Alter von 17 bis 26 Jahren, die Lust und Freude am Umgang mit Menschen haben und neue Erfahrungen machen möchten, können sich ab sofort für ein Freiwilliges Soziales Jahr bewerben. Zum 1. Februar 2002 sind beim Diakonischen Werk Hamburg wieder Plätze in der Behindertenhilfe, Alten- und Krankenpflege, in Diakonie- und Sozialstationen und Kindertagesstätten zu besetzen. Es werden Taschengeld, ein Zuschuss zu Unterkunft und Verpflegung und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Bewerbungsunterlagen
und weitere Informationen unter Telefon 306 20-285/286, |
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gedruckt am Do, 17.05.2012 aus http://diakonie-hamburg.de |
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