04.02.2012
       
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Presse-Infos 2000/2001
 

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Brot statt Böller
Die letzten Mark und Pfennige für Böller verpulvern?

Wofür werden die Hamburgerinnen und Hamburger ihre letzten Mark und Pfennige ausgeben? Für Brot, Böller oder beides? "Schade, wenn die restlichen Mark und Pfennige buchstäblich in Schall und Rauch aufgehen," meint Susanne Hesemann, Referentin für Brot für die Welt Hamburg. "Wer eine erfreuliche Erinnerung an seine letzte Zahlung mit der Mark haben will, sollte das Geld lieber Brot für die Welt zur Verfügung stellen." So kann die letzte Überweisung in D-Mark kann neben dem materiellen einen symbolischen Wert erhalten. Überweisungen in Mark sind nur noch bis zum 31. Dezember möglich. Danach muß in Euro umgerechnet werden. "Die "Brot statt Böller"-Spenden sind eine Zukunftsinvestition für Menschen im Süden", sagt Susanne Hesemann. "Zum Beispiel in Indonesien: mit einem Kleinstkredit in Höhe von 50 Mark kann dort eine Bäuerin Saatgut für das nächste Jahr einkaufen und so ihre ganze Familie versorgen." Überweisungen werden erbeten auf das Konto Nr. 23000 bei der EDG (Evangelischen Darlehnsgenossenschaft), Bankleitzahl 210 602 37.

Rund 200 Millionen Mark werden die Bundesbürger in diesen Tagen für Böller ausgeben, die sie allein in der Silvesternacht verknallen wollen. Demgegenüber gehen bei Brot für die Welt jährlich rund 120 Millionen Mark Spenden ein, die zur Unterstützung von mehr als 2.300 Hilfseinrichtungen in der sogenannten Dritten Welt verwendet werden. Gefördert werden insgesamt 910 Projekte in 40 afrikanischen Ländern, 678 Projekte in 24 asiatischen Ländern und 733 Projekte in 27 Ländern Lateinamerikas ñ finanziert fast ausschließlich mit Hilfe von Spenden.

Auskünfte erteilt gern
Susanne Hesemann, Referentin Brot für die Welt Hamburg,
Telefon 0171 / 86 27 245 (27. Dezember)
und 040 / 30 620 - 232 (28. Dezember).
Weitere Infos unter www.brot-fuer-die-welt.de

Spendenkonto:
Brot für die Welt Hamburg,
Konto-Nr. 23000 bei der EDG, BLZ 210 602 37

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Nachbesserungen im Verbraucherinsolvenzverfahren
Diakonie begrüßt Änderungsgesetz

Am 1.12. 2001 tritt das Gesetz zur Änderung der Insolvenzordnung in Kraft. Das neue Gesetz soll das zum 1. 1. 1999 geschaffene Verbraucherinsolvenzverfahren verbessern, das für viele Betroffene der einzige Ausweg aus lebenslangen Schuldverhältnissen ist. Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt das neue Gesetz, das Forderungen der Schuldnerberatungen nach mehr Rechtssicherheit aufgenommen hat. Positiv sind besonders:

* die Stundung der gerichtlichen Verfahrenskosten,
* die Verkürzung der "Wohlverhaltensperiode", in der die Betroffenen alle   pfändbaren Beträge abführen müssen und sich intensiv um eine   Erwerbstätigkeit bemühen müssen, von bisher sieben auf sechs Jahre,
* die individuelle Pfändungsgrenze, die den tatsächlichen Lebensunterhalt berücksichtigt.

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Streit mit der BKK Hamburg:
Pflegekräfte organisieren Mahnwache

Am Donnerstag (13.12.) von 9 bis 15 Uhr werden Schwestern und Pfleger aus drei diakonischen Pflegediensten mit einer Mahnwache vor der BKK Hamburg (Hamburger Str. 197) gegen das Verhalten der Kasse demonstrieren. Sie wollen damit den öffentlichen Druck auf die Kasse verstärken, die trotz gültiger Gerichtsentscheidung ihre offenen Rechnungen für erbrachte Pflegeleistungen nicht bezahlen will.

Die finanzielle Lage der betroffenen Pflegedienste wird immer bedrohlicher. Die bei der BKK versicherten Patienten werden von gezwungen, zu einem der wenigen privaten Pflegedienste zu wechseln, mit denen die BKK einen Vertrag abgeschlossen hat mit bis zu 30 % niedrigeren Preisen für bestimmte krankenpflegerische Leistungen.

Kein Weihnachtsgeld für Pflegekräfte
Hans-Jürgen Rubarth, Leiter der Hauspflegestation Barmbek-Uhlenhorst, erkärt: "Wir werden wegen der BKK bis zum Jahresende ein Defizit von 80.000 Mark in der Kasse haben. Deshalb zahlen wir das Weihnachtsgeld nicht aus. Die Kasse saniert sich auf unserem Rücken und senkt dazu noch publikumswirksam ihre Beiträge."

Am 18. Oktober hatten schon rund 1.000 Pflegekräfte gegen das Verhalten der Betriebskrankenkassen demonstriert.

Kontakt zu den beteiligten Diensten:
Diakonie- und Sozialstation Wilhelmsburg, Telefon 75 24 59 0
Hauspflegestation Barmbek-Uhlenhorst, Telefon 22 72 15 0
Diakoniestation der Elbgemeinden, Telefon 86 22 42

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Diakonie: Hamburg braucht kein geschlossenes Heim für bis zu 200 Jugendliche!

Das Diakonische Werk Hamburg lehnt entschieden die Vorstellung von Innensenator Ronald Schill ab, kurzfristig ein geschlossenes Heim für bis zu 200 Jugendliche zu bauen.

Landespastorin Annegrethe Stoltenberg äußert Verständnis für die Ängste mancher Menschen: "Wir reagieren immer wieder erschreckt, wenn Minderjährige Gewalttaten begehen. Schnelles und konsequentes Reagieren ist dabei ebenso notwendig wie eine Erziehung, welche die positive Entwicklung des jungen Menschen fördert. Im Vordergrund stehen gerade bei jungen Menschen integrative Maßnahmen, die ihnen Perspektiven eröffnen. Wir verschließen nicht die Augen vor sehr schwierigen Einzelfällen, die eine Gefahr für andere und sich selbst darstellen. Im Bereich der Jugendhilfe sollten dafür aber innerhalb der offenen Einrichtungen die Möglichkeit einer 'Intensiven Betreuung' geschaffen werden. Der Bereich des Strafvollzugs ist ohnehin anders geregelt."

Martin Apitzsch, Fachbereichsleiter Jugendhilfe: "Die Forderung des Innensenators fällt durch ihre Konzeptionslosigkeit auf. Wegschließen ñ und dann? Herr Schill wird sich fragen lassen, ob durch allein ausgrenzende Maßnahmen nicht letztendlich an der Gewaltspirale gedreht wird."

Das Diakonische Werk unterstützt die Absicht der Sozial- und Familiensenatorin Birgit Schnieber-Jastram, ein umfassendes Konzept für den Umgang mit straffälligen Jugendlichen zu erarbeiten. Besonderes Augenmerk sollte auf die Betreuung von Jugendlichen ausländischer Abstammung gelegt werden.

"Die evangelischen Einrichtungen sind bereit, an Konzepten mitzuarbeiten, die die Betreuung straffälliger Jugendlicher innerhalb der Jugendhilfe verbessern. Schon heute wird in offenen Einrichtungen 'verbindlich' mit den jungen Menschen umgegangen, wie es der Koalitionsvertrag fordert. Das Vorhalten von geschlossenen Heimen ist mit uns aber nicht zu machen," so Peter Göritz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Jugendhilfeeinrichtungen im Diakonischen Werk. Diese Einrichtungen bieten ein Drittel der knapp 2.000 Plätze in Hamburger Heimen und Jugendwohnungen an.

Für Rückfragen steht Ihnen Martin Apitzsch, Fachbereichsleiter Jugendhilfe im Diakonischen Werk Hamburg (Telefon 040/306 20 338) zur Verfügung.

Zur Hamburger Diakonie gehören rund 140 Angebote für alte und kranke Menschen wie Heime und Pflegedienste sowie zwölf Krankenhäuser. 350 Einrichtungen widmen sich vorrangig Kindern, Jugendlichen und Familien mit Kindertagesbetreuung, Beratung und Ausbildung. Knapp 140 Angebote gibt es für Menschen mit Behinderungen, seelischen Leiden, für Arbeitslose, Suchtkranke und Migranten. Insgesamt gibt es 32.500 Betten oder Betreuungsplätze, viele tausend Menschen werden ambulant beraten oder betreut. Fast 16.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zusammen mit vielen Ehrenamtlichen.

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Evangelisch-sozialpolitisches Podium zu "Benchmarking in der Sozialhilfe"

In der Ev. Akademie, Esplanade 15, geht es am Dienstag, 27. November 2001, 16.30 Uhr, um Benchmarking in der Sozialhilfe.

Benchmarking in der Sozialhilfe ist die Anwendung verschiedener Kennziffern für den Vergleich der Praxis der Hilfegewährung zwischen Kommunen. Dieses Verfahren hat sich vor dem Hintergrund wachsender Ausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt in der Landschaft der Sozialhilfe etabliert.

Während für die einen das Benchmarking ein angemessenes Instrument zur Implementierung von anderenorts bewährten Verfahren und Größen der Sozialhilfegewährung ist ("best practise"), sehen andere im Benchmarking die Gefahr der Abkehr von rechtlichen Grundprinzipien der Sozialhilfe: Individualprinzip und Bedarfsdeckung.

Wird Sozialhilfe u.a. über Benchmarking zur Steuerungsgröße kommunaler Haushalte und gerät dabei der Rechtsanspruch der menschenwürdigen Teilhabe in den Hintergrund? Oder ermöglicht Benchmarking das Optimieren der Sozialhilfeleistungen für Kommunen und Hilfeberechtigte?

Es diskutieren:
Dr. Helmut Hartmann, con-sens GmbH
Prof. Dr. Helga Spindler, Universität Essen
Moderation: Burkhard Plemper (Journalist)

Die Diskussion gehört der Reihe "Es ist genug für alle da" an, die vom Diakonischen Werk Hamburg, der Evangelischen Akademie, der Evangelischen Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM Hamburg und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird.

Informationen: Wolfgang Völker / Gabi Brasch; Beratungsstelle für sozialpolitische Projekte des DW Hamburg; Tel. 306 20 324, E-mail: projekte@diakonie-hamburg.de

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Tschüss Lire Francs, Peseten.....
Münzen für die Welt erbeten

Die ersten 120 Geldsäcke gewogen: 1 Tonne Geld für Brot für die Welt Hamburg

Rund 120 Geldsäcke in Din A 4 Format, prall gefüllt mit ausländischen Münzen, lagern im Tresor von Brot für die Welt Hamburg. Seit Juni sammelt Brot für die Welt Hamburg "Urlaubsmünzen" für ein AIDS-Projekt in Kenia. Dabei geht es vor allem um die europäischen Münzen, die mit der Einführung des Euro Anfang nächsten Jahres ihren Wert verlieren. Heute wurde die erste Ladung Münzen an die Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel (EDG) übergeben, die kostenlos das Sortieren, Sammeln und Umtauschen des Kleingelds übernimmt. Bei der Übergabe wurden die Geldsäcke mit einer alten Kohlenwaage gewogen. Das Ergebnis: 1 Tonne Geld für Brot für die Welt Hamburg. Die Aktion "Tschüss Lire Francs, Peseten.....Münzen für die Welt erbeten" läuft noch bis Ende 2002.

Das Endergebnis der Urlaubsmünzen-Aktion wird auf sich warten lassen. "Ich rechne mit rund sechs Monaten," sagt EDG-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Holst. "Denn es gibt nur sehr wenige Firmen, die sich auf das Sortieren und Zählen ausländischer Münzen spezialisiert haben. Und die haben im Zuge der Euroumstellung Hochsaison." Um eine Vorstellung vom Gegenwert der bisher gesammelten Münzen zu bekommen, wurde der Inhalt eines Geldsacks sortiert, gezählt und in Euro umgerechnet: 24.000 Lira, 105,60 Gulden, 526,60 Francs, 2484 Pesetas, 555,80 Schillinge, 1991 Escudos insgesamt im Wert von 205,88 Euro (402,66 Mark).

An der Urlaubsmünzen-Aktion beteiligen sich Kirchen und Firmen, Privatleute und Prominente. Hauptannahmestellen für die Münzen sind die 180 Evangelischen Kirchengemeinden in Hamburg und die 19 Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West. Als prominente Unterstützer der Aktion rufen Corny Littmann und Bettina Tietjen zum Mitmachen auf. Neben den vielen Einzelpersonen, die bereits ihre europäischen "Schlafmünzen" abgegeben haben, beteiligen sich auch Vereine oder Firmen. Zum Beispiel hat der Betriebsrat der Verlagsgruppe Milchstraße die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ihre Münzen für die Aktion gebeten. Gesammelt haben auch die Soldaten der Schnellbootflottille in Rostock-Warnemünde. Deren Evangelischer Pfarrer Gerhard Pfau übergab am Donnerstag die Auslandsmünzen seiner Soldaten an die Brot für die Welt-Referentin Susanne Hesemann.

Mit der Einführung des Euro verliert nicht nur die Deutsche Mark ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel. Auch viele andere europäische Währungen werden zum Jahreswechsel umgestellt. Wer "Urlaubsmünzen" aus diesen Ländern zu Hause angesammelt hat, kann sie bei allen evangelischen Kirchengemeinden in Hamburg abgeben. Das restliche Urlaubskleingeld kann so noch einem guten Zweck zugeführt werden. Denn für viele wird der Inhalt der Reisekasse im Zuge der Euroumstellung wertlos. Üblicherweise tauschen Banken die Münzen ausländischer Währungen nicht zurück. Sie werden von den 165 evangelischen Kirchengemeinden in Hamburg angenommen. Die Urlaubsmünzen können während der Öffnungszeiten im Gemeindebüro abgegeben oder rund um die Uhr im Gemeindebriefkasten hinterlegt werden. Weitere Annahmestellen für Urlaubsmünzen sind die 19 Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West.

Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. Ursachen für die rasante Ausbreitung sind zum Beispiel das Spritzen mit nicht-sterilen Nadeln, Bluttransfusionen, wechselnde Sexualpartner, rituelle Praktiken wie die Beschneidung von Frauen. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranke und deren Angehörige erhalten Hilfe bei der Pflege zu Hause.

An der Währungsumstellung beteiligen sich zunächst Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Portugal, Belgien, Niederlande, Finnland, Irland und Luxemburg.

Informationen bei
Brot für die Welt Hamburg
Susanne Hesemann
Königstraße 54
22767 Hamburg
Tel 306 20 232
Fax 306 20 340
hesemann@diakonie-hamburg.de

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Hilfe für afghanische Flüchtlinge im Iran

Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international haben mit umfangreichen Hilfslieferungen in den Iran begonnen. Zusammen mit der türkischen Halbmondbewegung wurden Hilfsgüter im Wert von 100.000 Mark für rund 1.500 Familien nach Zabol im Osten Irans geliefert. Mit LKW-Transporten, bestehend aus Decken, Mehl, Reis, Zucker und Fett, soll die elementare Notversorgung der aus Afghanistan in den Iran geflohenen Menschen gewährleistet werden.

Die Hilfswerke Caritas international sowie die Diakonie Deutschland und Schweiz haben sich mit der türkischen Nichtregierungsorganisation Anatolian Development Foundation (ADF) zusammengeschlossen. Der Verbund der deutsch-schweizer-türkischen Hilfswerke koordiniert seine Hilfsmaßnahmen mit den jeweiligen Rot-Kreuz-/Rote Halbmond Gesellschaften und, wo angebracht, auch mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR). Als türkische Hilfsorganisation ist ADF näher an der Krisenregion und hat einen leichteren geographischen und kulturellen Zugang zum mittelöstlichen Bereich.

Im Iran leben an die 2,5 Millionen Afghanen, die vor Kriegen und der seit drei Jahren andauernden Dürre in ihrem Land geflohen sind. Flüchtlinge, die seit mehr als 10 Jahren dort sind, gelten als bereits in die iranische Gesellschaft integriert. Die von Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international gestartete gemeinsame Hilfsaktion zeigt, dass christliche und muslimische Hilfswerke unabhängig der Nationalität und Glaubenszugehörigkeit sehr gut und sinnvoll zusammenarbeiten können.

Die Diakonie bittet dringend um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe, Konto-Nr. 88 88 00 bei der EDG (Evangelische Darlehnsgenossenschaft) Kiel, BLZ 210 602 37

Seminar: Flüchtlingsbegleitung in Deutschland

Unter diesem Motto bietet die AKTION BRÜCKENSCHLAG des Diakonischen Werkes Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut und der Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaften, eine Seminarreihe zur Qualifizierung freiwilliger Alltagsbegleiter in der Flüchtlingsbetreuung an, die einzelne Flüchtlinge oder Familien zu Behörden begleiten und vieles mehr.

Das erste Seminar findet vom 29. - 30. 2001 November im Haus am Schüberg in Hoisbüttel/Ammersbek statt.

Weitere Termine der Reihe sind 25./26. Januar 2002, 5./6. April 2002, 31.Mai/1.Juni 2002 sowie 1./2. November 2002.

Näheres unter Telefon 306 20 - 227 bei Evelyn Duhnkrack-Hey , Fax -340,
E-mail: duhnkrack-hey@diakonie-hamburg.de

AKTION BRÜCKENSCHLAG ist eine Initiative des Diakonischen Werks Hamburg, die seit zwölf Jahren Flüchtlingen und Deutschen die Möglichkeit gibt, einander zu begegnen und gemeinsam neue Erfahrungen zu machen. Motto: Fremde finden Freunde.

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Gegen Behördenwirrwarr in der Arbeitsmarktpolitik
Diakonie zu neuer Aufteilung der Sozialbehörde

"Die Arbeitsmarktpolitik hat für die Diakonie eine starke sozialpolitische Komponente." Landespastorin Annegrethe Stoltenberg unterstützt deshalb Senatorin Birgit Schnieber-Jastram in dem Ziel, diesen Bereich in ihrer Behörde zu behalten. Da die Beschäftigungsträger Arbeitsförderprogramme sowohl der Sozialhilfe als auch des Arbeitsamts und des Landes nutzen, wäre eine Aufteilung der Zuständigkeiten auf verschiedene Behörden absolut kontraproduktiv. Es würde zu mehr 'Behördenwirrwarr' und Reibungsverlusten führen.

Diakonie-Chefin Stoltenberg setzt sich für Menschen ein, die auf einem wieder enger werdenden Arbeitsmarkt, der immer höhere Qualifikationen und Leistungsstandards verlangt, schlechte Chancen haben: Zum Beispiel Langzeitarbeitslose, Menschen mit geringer Bildung oder gesundheitlichen Handicaps. Um sie in den Arbeitsmarkt zu bringen, seien qualifizierende und begleitende Angebote nötig, wie sie von Beschäftigungsträgern angeboten werden.

"Es gab nie ein anderes Ziel als die Integration in den ersten Arbeitsmarkt", sagt die Diakonie-Chefin. Aber die Finanzierung solcher Angebote des "zweiten Arbeitsmarkts" sei entgegen vieler Vorurteile eine gute Investition. Die Beschäftigten leisten keine "künstliche Arbeit", wenn sie zum Beispiel in armen Stadtteilen Dienstleistungen anbieten. Auch die soziale Stabilisierung dieser Menschen sei ein direkter Gewinn.

Annegrethe Stoltenberg wehrt sich gegen Kürzungen im Sozialbereich. Die Diakonie will als freier Träger ihre fachlichen Kompetenzen verstärkt einbringen.

In Hamburg bieten 40 Beschäftigungsprojekte der Diakonie rund 650 Plätze. Dabei kümmern sie sich wesentlich um Langzeitarbeitslose mit Benachteiligungen durch Krankheit, Alter, fehlende berufliche Qualifizierung oder soziale Probleme. Das Spektrum reicht vom Strassenmagazin Hinz & Kunzt über die Textilnäherei und Wäscherei Steilshoop bis zur Rathauspassage. Das Diakonie-Mitglied Harburger GATE (Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH) trägt zahlreiche Projekte - vom Freibad Neugraben bis zum Dienstleistungszentrum Kirchdorf Süd, das in Kooperation mit einer Firma betrieben wird.

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Resolution zur häuslichen Krankenpflege:
Diakonie lehnt Preisdiktat der BKK ab - Qualitätspflege der Gemeinnützigen in Gefahr

Die Hamburger Diakonie protestierte auf ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am 5. November 2001 gegen das Verhalten zahlreicher Betriebskrankenkassen (BKK) in Hamburg, die ihre Vergütungen in der häuslichen Krankenpflege auf Kosten der Qualität drastisch senken wollen. Sie verabschiedete einstimmig folgende Resolution:

"Der Versuch der BKK, einen nicht verhandelten Vertrag mit unakzeptablen Vergütungen und einer deutlichen Absenkung der Qualität durchzusetzen, wird von uns abgelehnt. Fachlich nicht ausgebildete Kräfte sollen nach den Vorstellungen der BKK Leistungen wie die Versorgung von Wunden und Medikamentengabe übernehmen. Die Preise sollen weiter insgesamt um etwa 30 Prozent abgesenkt werden.

Die diakonischen Pflegedienste bieten mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrer konsequent betriebenen Qualitätssicherung die Gewähr dafür, dass häusliche Krankenpflege in hoher Qualität erbracht werden kann. Das Verhalten der BKK bedroht nicht nur die wirtschaftliche Existenz dieser Pflegedienste, sondern führt für die bei der BKK versicherten pflegebedürftigen Menschen im Vergleich zu den Versorgungsstandards anderer Krankenkassen zu einer Pflege zweiter Klasse.

Auch Versicherte der Betriebskrankenkassen müssen die Möglichkeiten haben, den Pflegedienst ihres Vertrauens zu wählen. Sie dürfen nicht den wenigen privaten Anbietern überlassen werden, die Pflege in geringer Qualität und zu Dumpingpreisen anbieten. Wir akzeptieren nicht, dass gemeinnützige Einrichtungen mit diesen Methoden und Maßnahmen vom Markt verdrängt werden.

Die Geschäftsführung der BKK Hamburg hat in den letzten Monaten immer wieder deutlich gemacht, dass ihr ausschließliches Ziel die Minimierung von Kosten ist, qualitative Gesichtspunkte zählen nicht mehr. Diese Haltung wird von der Hamburger Diakonie entschieden abgelehnt.

In einer Zeit, da in der öffentlichen Diskussion zu Recht auf Versäumnisse in der Pflege alter Menschen hingewiesen und schlechte Qualität angeprangert wird, ist die Forderung der BKK nach geringerer Leistungsqualität und nach Einsatz von mehr unausgebildetem Personal für uns unannehmbar. Wir lehnen es ab, unter diesen Bedingungen häusliche Krankenpflege zu leisten.

Die Hamburger Diakonie fordert auch für die Krankenhäuser und die stationäre Versorgung in Alten- und Pflegeheimen die Berücksichtigung einer angemessenen Qualität bei der Preisfindung. Nur so kann eine menschenwürdige, vernetzte und integrierte Versorgungsstruktur sichergestellt werden.

Wir fordern von den Betriebskrankenkassen, dass Qualität und Preise eine Einheit bilden. Das Verhalten der Betriebskrankenkassen darf keine Nachahmer bei den Kostenträgern in anderen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens finden."

Zur Hamburger Diakonie gehören rund 140 Angebote für alte und kranke Menschen wie Heime und Pflegedienste sowie zwölf Krankenhäuser. 350 Einrichtungen widmen sich vorrangig Kindern, Jugendlichen und Familien mit Kindertagesbetreuung, Beratung und Ausbildung. Knapp 140 Angebote gibt es für Menschen mit Behinderungen, seelischen Leiden, für Arbeitslose, Suchtkranke und Migranten. Insgesamt gibt es 32.500 Betten oder Betreuungsplätze, viele tausend Menschen werden ambulant beraten oder betreut. Fast 16.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zusammen mit vielen Ehrenamtlichen.

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Prof. Dr. Reemtsma eröffnete Schuldnerberatungstagung "Traditionelle Nothilfe und Anpassungsagentur an den modernen Kapitalismus"

Über 150 Fachleuten aus Justiz, Schuldnerberatung, Kreditwesen, Wissenschaft und Politik aus sieben Bundesländern beraten heute auf Einladung des Diakonischen Werks Hamburg in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde, Michaelispassage, über die aktuellen Änderungen des Verbraucherinsolvenzverfahrens.

Dieses Gesetz kann am 1. Dezember 2001 in Kraft treten. Es betrifft 70.000 überschuldete Haushalte in Hamburg, deutschlandweit über 2,7 Mio.. Das sind in erster Linie kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, aber auch gescheiterte Existenzgründer und Kleingewerbetreibende.

Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, wies in ihrer Begrüßung darauf hin: "Die Neuregelungen werden vermehrt zu Eröffnungsanträgen bei den Insolvenzgerichten führen." Sie forderte: "Vor diesem Hintergrund muss die Schuldnerberatung weiter verstärkt werden. Die im Jahr 2000 zusätzlich eingerichteten Stellen für die Hamburger Schuldnerberatung bei den Bezirken, der Verbraucherzentrale und dem Diakonischen Werk Hamburg sind bis Mitte 2002 befristet. Eine Verlängerung dieser Stellen um weitere fünf Jahre ist dringend notwendig."

Sie dankte Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, ohne dessen finanzielles Engagement die Diakonie 1998 nicht mit dieser Arbeit hätte beginnen können.
Reemtsma eröffnete die Tagung, indem er erklärte, wie er in Kontakt mit der Schuldnerberatung kam. Durch die Medienpräsenz im Zusammenhang mit seiner Entführung seien verschuldete Menschen auf ihn aufmerksam geworden und hätten ihm Bittbriefe geschrieben. Er habe versucht zu helfen, machte aber die Erfahrung, dass seine Hilfe nicht wirklich genützt hätte, die Menschen seien - etwa durch Wiederholung der gleichen Fehler - nicht dauerhaft aus ihren Schulden herausgekommen. Das Konzept der professionellen Schuldnerberatung, das er "als Verbindung von traditioneller Nothilfe und Anpassungsagentur an modernen Kapitalismus" beschrieb, habe ihm eingeleuchtet.

Diakonie begrüßt Verbesserungen für Schuldner Das neue Gesetz soll das zum 1. 1. 1999 geschaffene Verbraucherinsolvenzverfahren verbessern, das für viele Betroffene der einzige Ausweg aus lebenslangen Schuldverhältnissen ist. Das komplizierte und lange Verfahren bot in der Anfangsphase kaum Rechtssicherheit. Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt das neue Gesetz, das Forderungen aus der Praxis der Schuldnerberatung aufgenommen hat.
Positiv sind besonders:
* die Stundung der gerichtlichen Verfahrenskosten,
* die Verkürzung der "Wohlverhaltensperiode", in der die Betroffenen alle pfändbaren Beträge abführen müssen und sich intensiv um eine Erwerbstätigkeit bemühen müssen, von bisher sieben auf sechs Jahre,
* die individuelle Pfändungsgrenze, die den tatsächlichen Lebensunterhalt berücksichtigt.

Die Diakonie kritisiert aber, dass ehemals Selbstständige und Kleingewerbetreibende jetzt einen Firmenkonkurs machen müssen und vom Beratungsangebot ausgeschlossen sind. Außerdem müßte die Bevorrechtigung des "Abtretungsgläubigers" im Verfahren abgeschafft werden. Die vom Gesetzgeber beabsichtigte außergerichtliche Einigung mit allen Gläubigern, die bisher nur selten gelingt, müßte gestärkt werden, zum Beispiel durch eine Aussetzung von Zwangsvollstreckungen während dieser Phase.

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Littmann in St. Petri
Brot für die Welt Hamburg veranstaltet AIDS-Gottesdienst

Am Dienstag, 23. Oktober 2001 um 19.30 Uhr veranstaltet Brot für die Welt Hamburg in der Hauptkirche St. Petri einen Gottesdienst zum Thema AIDS in armen Ländern. Prominenter Redner ist Corny Littmann, Intendant am Schmidt-Theater und am Schmidt´s Tivoli. Weitere Teilnehmer sind unter anderem Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, der Hamburger AIDS-Pastor Rainer Jarchow und Hauptpastor Wilfried Kruse. Für ein Votum aus afrikanischer Sicht sorgt S.M. Obeto vom kenianischen Kulturverein Chawema.

Corny Littmann beschäftigt sich in seiner Ansprache mit dem Satz des Propheten Jesaja Kapitel 40,15: "Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage." Im Anschluß an den Gottesdienst gibt es die Gelegenheit zum Gespräch mit den Beteiligten. Statt Eintritt bittet der Veranstalter Brot für die Welt Hamburg um "Urlaubsmünzen" für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia.

Der AIDS-Gottesdienst findet im Rahmen der von Brot für die Welt Hamburg initiierten Urlaubsmünzen-Kampagne statt: Die Hamburger Evangelischen Kirchengemeinden sammeln europäische Urlaubsmünzen, die aufgrund der Euroumstellung im nächsten Jahr wertlos werden. Denn Banken und Sparkassen tauschen die Münzen ausländischer Währungen üblicherweise nicht zurück. Mit Hilfe der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft erhält Brot für die Welt den kompletten Gegenwert der Urlaubsmünzen. Das Geld ist bestimmt für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia.

Weitere Auskünfte zur Urlaubsmünzen-Kampagne unter www.urlaubsmuenzen-hamburg.de

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Evangelisch-sozialpolitisches Podium zu Armuts- und Reichtumsbericht

In der Ev. Akademie, Esplanade 15, geht es am Dienstag, 23. Oktober 2001, 16.30 Uhr, um Armuts- und Reichtumsberichte.

Der nationale Armuts- und Reichtumsbericht liegt vor. In Hamburg ist die Erstellung eines dritten Sozialberichts geplant. Ist solch ein Bericht ein Datenfriedhof oder eine Handlungsgrundlage? Und welche Perspektive für einen Hamburger Bericht gibt es unter dem neuen Senat?

Es diskutieren:
Elisabeth Lingner, Leiterin des Amtes für Soziales und Rehabilitation, Hamburg
Prof. Dr. Stephan Leibfried, Bremen, Mitglied des Beirats des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung
Dr. Peter Bartelheimer, Experte für kommunale Sozialberichterstattung, Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut, Göttingen
Roland Klose, Dipl.-Sozialwirt, Referent für sozialpolitische Grundsatzfragen beim Diakonischen Werk der EKD
Moderation: Burkhard Plemper (Journalist)

Die Diskussion gehört der Reihe "Es ist genug für alle da" an, die vom Diakonischen Werk Hamburg, der Evangelischen Akademie, der Evangelischen Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM Hamburg und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird.

Informationen: Wolfgang Völker / Gabi Brasch; Beratungsstelle für sozialpolitische Projekte des DW Hamburg; Tel. 306 20 324, E-mail: projekte@diakonie-hamburg.de

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Gemeinsame Pressemitteilung von Caritas und Diakonie

Vertreibung der Bettler aus der Hamburger Innenstadt

Caritas und Diakonie: So nicht, Herr Schill!

Der Hamburger Caritasverband und das Diakonische Werk Hamburg haben die Äußerungen Ronald Schills, Obdachlose aus der Hamburger Innenstadt zu vertreiben, mit Unverständnis und Empörung aufgenommen.

"Wer als ersten Beitrag zur Sozialpolitik in Hamburg das Thema Bettler in der City aufgreift, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus", so Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, Leiterin des Diakonischen Werkes Hamburg
"Eine Vertreibung obdachloser Menschen wird die Probleme nicht lösen, sondern diese lediglich verlagern. Es ist der falsche Weg, Armut in der Stadt Hamburg unsichtbar zu machen, wie es Herr Schill vorhat," so Caritasdirektor Norbert Keßler. "Sichtbare Armut ist der Stachel im Fleisch unserer Gesellschaft. Nur dieser Stachel hält uns immer wieder die Augen für die sozialen Probleme unserer Stadt offen. Die Armut und nicht die Armen muss in unserer Stadt bekämpft werden."

Zur Verbesserung der sozialen Situation in der Hamburger Innenstadt weisen Caritas und Diakonie erneut auf die gute Zusammenarbeit in der "Soziale Initiativen City" (SIC) hin. In der SIC engagieren sich Träger und Einrichtungen, um Hilfeangebote in der City zu koordinieren, und auf konkrete Notlagen zu reagieren. Im regelmäßigen Austausch mit den Geschäftsleuten der Innenstadt im "Runden Tisch St. Jacobi" werden seit Monaten mit Erfolg Lösungsansätze für die sozialen Probleme entwickelt.

Der Caritas und das Diakonie leisten vielfältige Hilfe zur Selbsthilfe für Obdachlose in der Innenstadt. Beispiele sind der Straßensozialarbeiter und die sozialen und medizinischen Angebote der Mobilen Hilfe des Caritasverbandes, der Mitternachtsbus des Diakonischen Werkes sowie das Obdachlosenmagazin Hinz & Kunzt.

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Diakonie zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September: Krankheit in der Grauzone

Noch immer wird eine Alzheimer-Erkrankung relativ spät erkannt. Angehörige, Freunde und Nachbarn wissen nichts von dem Krankheitsbild und fühlten sich mit der pflegerischen Versorgung hochgradig überfordert. Darauf weist das Diakonische Werk Hamburg aus Anlass des morgigen Welt-Alzheimer-Tages hin.

Diese Krankheit, von der in Deutschland rund 600.000 Menschen mit steigender Tendenz - betroffen sind, befindet sich auch im öffentlichen Bewußtsein immer noch in einer Grauzone. Dies zeigt sich daran, dass sie in der Pflegeversicherung weder in den Leistungskomplexen noch in der verfügbaren Zeit ausreichend berücksichtigt wird.

Auch die Häusliche Krankenpflege orientiert sich an der kurzfristigen Versorgung akut erkrankter Menschen und nicht an den tatsächlichen Bedürfnissen im Einzelfall. Zwei Drittel der Betroffenen werden in Hamburg zu Hause gepflegt. Das gleiche Problem stellt sich tagtäglich für die Pflegekräfte in den Heimen.

Die Nordelbische Kirche hat aus Anlass dieses Tages eine Stellungnahme veröffentlicht und bittet die Gemeinden, in Gottesdiensten auf die Probleme von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen einzugehen.

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Bischöfin Jepsen im Gottesdienst am Mahnmal St. Nikolai in Hamburg

"Wir dürfen uns die Hoffnung nicht rauben lassen"

Gefühle des Hasses und der Rache dürften nicht die Oberhand bekommen

Hamburg - Christinnen und Christen dürfen sich durch die unmenschlichen Anschläge in New York und Washington "nicht die Hoffnung rauben lassen, dass Menschen auch zum Frieden fähig sind". Das sagte die Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche und Bischöfin für Hamburg, Maria Jepsen, am Freitag in Hamburg in einem Gottesdienst am Mahnmal St. Nikolai. "Wir sind hier zusammengekommen, um dies zu zeigen", sagte sie. "Wir wollen uns von Gott bestärken lassen, und wir wollen den Gefühlen des Hasses und der Rache keine Macht über uns geben."

Die Bischöfin erinnerte daran, dass die Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg in Amsterdam gemeinsam formuliert hätten, dass "Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll". Trotzdem habe es danach immer wieder Kriege, Bürgerkriege und terroristische Anschläge gegeben. Angesichts solcher Gewalttaten stelle sich heute die Frage, ob Menschen überhaupt fähig zum Frieden sind, zu einem friedlichen Zusammenleben.

In der Erkenntnis, dass Frieden und Versöhnung ohne immer neues Bemühen nicht zu haben sind, hätten sich nach dem Krieg viele Menschen bemüht, Grenzen der Sprache, der Religion, der Herkunft und der Nationalität zu überwinden und Brücken der Verständigung zu bauen, sagte Frau Jepsen, und im Vertrauen auf den Gott des Friedens hätten sich Christinnen und Christen aus dem britischen Coventry und aus Gemeinden in Deutschland die Hand zu Versöhnung gereicht. Daran fühle sie sich heute erinnert.

An dem Gottesdienst nahm auch Pastor Paul Österreicher aus Coventry teil. "Wir sind hier versammelt, um Gott anzurufen, um den Hass und der Zerstörungswut und auch jedem Mißtrauen entgegenzutreten," sagte die Bischöfin. "So unterschiedlich wir sind, so sind wir uns doch darin einig, dass wir nach Wegen der Versöhnung und des Friedens suchen, auch wenn uns die Welt heute noch unversöhnlich erscheint. Gemeinsam wissen wir uns aufgerufen und aufgefordert, zum Licht einer Welt zu werden, in der Frieden, Versöhnung und Menschlichkeit möglich werden."

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Nicht Rache, sondern Gerechtigkeit

Die Diakonie und Brot für die Welt Hamburg verurteilen die Terroranschläge in den USA auf's Schärfste. Sie sind durch nichts zu rechtfertigen. Die Diakonie hat ihren Partnerorganisationen in den USA ihre tiefe Anteilnahme und Solidarität versichert. Sie wissen sich mit ihren Partnerorganisationen darin einig, dass nicht Rache, sondern allein Gerechtigkeit dazu beitragen können, Konflikten den Nährboden zu entziehen, auf dem Terrorismus gedeiht.

Polarisierende Einteilungen der Welt in die sogenannte "zivilisierte" gegenüber der sogenannten "muslimischen" Welt reißen Gräben zwischen Menschen und Nationen auf, die es auch in schwierigen Zeiten bisher geschafft haben, in Eintracht zu leben. Sie bedrohen die Friedensarbeit der Zivilgesellschaft in den konfliktbeladenen Regionen rund um den Erdball. Pauschale Schuldzuschreibungen, Racherufe und angekündigte Vergeltungsschläge können Konfliktherde schüren und Gewaltexzesse, Vertreibungen und Fluchtwellen auf der ganzen Welt auslösen.

Die Diakonie und Brot für die Welt unterstützen auf der Bundesebene seit Jahrzehnten in der ganzen Welt Partner,die sich für Dialog zwischen den Religionen, Ethnien und Kulturen, für Konfliktprävention und friedliche Konfliktlösung einsetzen - zum Beispiel im Nahen Osten, am Horn von Afrika oder in Pakistan.

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Bischöfin Jepsen während der Mahnfeier auf dem Rathausmarkt:
"Töten und Morden dürfen religiös nicht gerechtfertigt werden"

Hamburg - Töten und Morden können und dürfen nach den Worten der Bischöfin für Hamburg, Maria Jepsen, "religiös nicht begründet und gerechtfertigt werden, auch wenn Fundamentalisten und Ideologen das immer wieder behaupten". In einer Mahnfeier zur Anschlagsserie in Amerika sagte sie am Donnerstag auf dem Rathausmarkt in Hamburg, Leben sei ein Geschenk Gottes. "Menschliches Leben zu achten, zu bewahren und zu schützen, ist uns von Gott aufgetragen."

Die Bischöfin erinnerte an das biblische Losungswort vom ersten Tag dieser Woche, das lautet: "Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes." Dieses Wort habe sich am Dienstag in New York und in Washington "auf das Schrecklichste verkehrt, als Menschen tausende andere Menschen in den Tod warfen". Sie hätten aus Hass gehandelt, aus Zerstörungswut, aus ideologischem Fanatismus, der keine Menschenwürde und keine Gottesachtung mehr kennt. Ihr bleibe unvorstellbar, "dass eine Gruppe von Menschen so verhärtet sein kann, solche entsetzlichen Taten zu planen und ausführen zu lassen". Das sei eine Schande, die durch nichts und niemals zu erklären und zu rechtfertigen sei.

"Leben und Tod liegen in Gottes Hand," sagte die Bischöfin. Am Dienstag hätten die Menschen erfahren, "was passiert, wenn sich Menschen dagegen auflehnen und sich gegen alle Gebote anmaßen, töten zu dürfen. Gott habe der Freiheit des Menschen Grenzen gesetzt. Die drei großen monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam seien sich darin einig, dass die Übertretung seiner Gebote nur Unheil hervorruft

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Bischofskollegium und Synodenpräsidium zu den Anschlägen in Amerika:

Bestürzung und Trauer in der Nordelbischen Kirche

Kiel / Hamburg - Bestürzung und Erschütterung haben die Attentate in New York und Washington am Dienstag in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche ausgelöst. "Ich kenne keine Ziele, die solche Taten rechtfertigen könnten," sagte die Bischöfin für Holstein-Lübeck, Bärbel Wartenberg-Potter, in Kiel. Sie sprach zugleich im Namen des Bischofskollegiums und des Präsidiums der Nordelbischen Synode.

"Diese furchtbare Katastrophe macht uns deutlich, wie verletzbar unsere hochtechnisierte Welt ist," sagte die Bischöfin. "In den Zeiten der Globalisierung gibt es keine lokalen Konflikte, die nicht Auswirkungen auf andere haben. Spätestens jetzt müssen wir alle einsehen, wie notwendig es ist, alle Frieden stiftenden Kräfte auf der Welt zu stärken.

Diese in ihren Folgen noch nicht abschätzbare Katastrophe zeigt uns, dass wir an allen Orten, unabhängig von Religion und Rasse, aufgerufen sind, uns um den Frieden zu bemühen. Besonders gestärkt werden müssen die Bemühungen der Vereinten Nationen in New York. Unsere Trauer und unsere Gebete gelten den vielen unschuldigen Menschen, die durch diese Anschläge in Tod und Unglück gestürzt worden sind. Von den politischen Führungskräften erwarten wir Besonnenheit, damit Terror und Gewalt nicht noch weiter ausufern. Mit diesen Mitteln sind die großen Probleme dieser Welt nicht zu lösen."

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Arbeit ist "mach bar"
40.000-Mark-Spende für Tagelöhnerprojekt zur vorberuflichen Qualifizierung für junge Menschen

Am 6. September um 10 Uhr erhält das Projekt "mach bar" Ohlstedt der Pestalozzi-Stiftung in der Diestelstraße 30 in Hamburg einen Scheck des Vereins "Bild hilft e.V." in Höhe von 40.000 Mark. Für das Geld wird ein Anhänger für Umzüge angeschafft, Lagerraum angemietet und notwendige Werkzeuge gekauft.

Auch ein Vertreter des Vereins "Allianz für die Jugend" anwesend sein, der ebenfalls dieses junge Projekt der Jugendberufshilfe finanziell unterstützen wird. Ein Fahrzeug hatte bereits die "Max Schmeling-Stiftung gespendet.

mach bar - der Name ist Programm: "Es ist machbar, dass junge Menschen in Arbeit kommen und dabei 'Bares' machen. mach bar bietet Jugendlichen ab 16 Jahren ein Arbeitsangebot als Tagelöhner, die z. Zt. keine anderen Angebote von Schule oder Ausbildung annehmen können. Die Arbeiten werden in den Bereichen von einfachen Renovierungen, kleineren Umzügen und in der Gartenpflege ausgeführt. Die Jugendlichen erhalten einen Stundenlohn von 10 Mark. Dieses Geld muß durch Aufträge, die die Jugendlichen ausführen, erwirtschaftet werden. Der Arbeitslohn der jungen Menschen wird nicht subventioniert.

Wo der Begriff "Arbeit" 'ausgestorben' ist Es gibt Jugendliche, die nicht mehr zur Schule gehen und momentan auch nicht die Anforderungen einer Ausbildung oder regelmäßiger Arbeit erfüllen können. Ein Teil dieser Jugendlichen ist sogar obdachlos. Damit diese jungen Menschen den Kontakt zur Arbeit nicht verlieren oder überhaupt erstmalig herstellen können, gibt es das Projekt mach bar. Zwar gibt es Unterstützungsmöglichkeiten in Hamburg, aber viele sind so gestaltet, daß bestimmte Jugendliche dort keinen Eingang finden, die Schwellen sind zu hoch. Zu berücksichtigen ist auch, daß in einigen Familien der Begriff "Arbeit" 'ausgestorben' ist, da es mehrere Generationen her ist, dass jemand regelmäßig gearbeitet hat.

mach bar stellt über die "Passage gGmbH" diese Jugendlichen an und lässt sie tageweise arbeiten. Dabei werden Anforderungen gestellt, die die Jugendlichen auch erfüllen können. Transportieren, Rasen mähen, Büsche schneiden, einfache Malerarbeiten werden so von den Jugendlichen ausgeführt. Angeleitet und begleitet werden die Jugendlichen von zwei Handwerkern der Pestalozzi -Stiftung Hamburg. Alle Jugendlichen im Projekt sind Gäste einer Jugendeinrichtung. Wenn sie also in der Lage sind, den nächsten Schritt zu tun, nämlich wieder zur Schule zu gehen, eine Ausbildung anzufangen oder eine andere regelmäßige Arbeit aufzunehmen, werden sie von den zuständigen PädagogInnen dabei unterstützt und begleitet.

mach bar ist ein Kooperationsprojekt von der Pestalozzi-Stiftung Hamburg die im Bereich der Jugend-, Familien- und Behindertenhilfe seit 152 Jahren in Hamburg tätig ist und anderen sozialen Einrichtungen. Da die Stiftung traditionell kein Träger von Arbeitsprojekten ist, ist sie Mitgesellschafter bei der "Passage gGmbH" geworden. "Basis e.V." arbeitet u.a. mit jungen Menschen in St. Georg und am Hauptbahnhof. Durch die Kooperation der Träger können so auch Arbeitsplätze für Jugendliche aus der Hauptbahnhofszene zur Verfügung gestellt werden. Der Verein "Jugendsozialarbeit Apostelkirche e.V." unterstützt das Projekt ebenfalls und stellte zeitweise eine Qualifizierungsstelle im Bereich Buchbinderei zur Verfügung.

mach bar trägt sich aus Spendenmitteln, Mitteln der Pestalozzi-Stiftung Hamburg und Einnahmen aus Auftragsarbeiten. Es wird eine Finanzierung über EU-Mittel angestrebt. Hierfür ist aber eine finanzielle Beteiligung der Stadt notwendig. Bisher gab es aber leider keine/n Ansprechpartner/In im Amt für Jugend für diesen Bereich. Hier werden nur Maßnahmen gefördert, die in Berufsausbildung münden.

Kontakt: Manfred Klose, Pestalozzi-Stiftung
             Telefon 85371837

Spendenkonto: Pestalozzi-Stiftung Hamburg, Ev. Darlehnsgenossenschaft                        Kiel, BLZ 210 602 37, Konto 60 66 800, Stichwort mach bar

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Schlechter Gesundheitszustand
Wohnungsloser Diakonie fordert Ausbau der medizinischen Versorgung

Das Diakonische Werk Hamburg fordert eine deutliche Verbesserung der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen in der Hansestadt. Der Gesundheitszustand Wohnungsloser ist schlecht. Sie werden im Schnitt nicht einmal 45 Jahre alt, ihre Lebenserwartung ist damit rund drei Jahrzehnte niedriger als die der Gesamtbevölkerung. "Unser Ziel ist ein besserer Gesundheitszustand wohnungsloser Menschen und damit die Erhöhung ihrer Lebenserwartung. Dafür brauchen wir in Hamburg mehr ärztliche Sprechstunden für Wohnungslose. Und die müssen an den Orten stattfinden, an denen sich die Betroffenen aufhalten," sagt Peter Schröder-Reineke, Fachbereichsleiter Gefährdetenhilfe im Diakonischen Werk Hamburg.

Den schlechten Gesundheitszustand und die niedrige Lebenserwartung Wohnungsloser belegt eine Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin des Universitätskrankenhauses Eppendorf. Anhand von Obduktionsbefunden und Akten des Landeskriminalamts wurden die Todesfälle Wohnungsloser aus den Jahren 1990 bis 1998 untersucht. Demnach ist die fehlende medizinische Versorgung der Betroffenen ein wesentlicher Faktor für den schlechten Gesundheitszustand und die hohe Sterblichkeit. Ein großer Teil der Betroffenen starb an chronischen oder akuten Erkrankungen, die nicht behandelt wurden. Negativen Einfluß hat auch der Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln. Mindestens die Hälfte der im Untersuchungszeitraum in Hamburg verstorbenen Obdachlosen war alkohol- oder drogenabhängig. Verfasserin der Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin ist Dr. Frauke Ishorst-Witte, wissenschaftlich betreut wurde die Arbeit von Institutsleiter Prof. Dr. Klaus Püschel.

Im Auftrag des Diakonischen Werks Hamburg hat Frauke Ishorst-Witte das System der medizinischen Hilfen für Wohnungslose in Hamburg einer Prüfung unterzogen. Dabei konnte sie auf Erfahrungen aus dem eigenen Berufsalltag zurückgreifen: Frauke Ishorst-Witte bietet zweimal wöchentlich eine zweistündige Sprechstunde in der Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen der Diakonie in Eimsbüttel an. Das Ergebnis ihrer Recherchen: während die Akutversorgung im Großen und Ganzen funktioniert, gibt es große Lücken bei der Behandlung von chronischen Krankheiten und psychischen Störungen.

Regelmäßige medizinische Versorgung speziell für wohnungslose Menschen bieten derzeit die Kemenate, eine Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Frauen, die Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen der Diakonie, die Krankenstube und die Mobile Hilfe der Caritas. Dazu kommt das Park In mit medizinischer Versorgung suchtkranker Wohnungsloser. Diese Einrichtungen sind vorwiegend darauf ausgerichtet, die Akutbehandlung zu gewährleisten. Mit der Diagnostik und der Behandlung der für die niedrige Lebenserwartung Wohnungsloser mitverantwortlichen chronischen Erkrankungen ist das bestehende System überfordert. "Und man kann nicht darauf hoffen, dass Wohnungslose von sich aus in die Praxen niedergelassener Ärzte gehen," weiß Frauke Ishorst-Witte aus Erfahrung. Die Betroffenen würden nur dann erreicht, wenn kontinuierlich medizinische Angebote an den Orten stattfinden, an denen sie sich üblicherweise aufhalten - also in Tagesaufenthaltsstätten, Übergangswohnungen, Notunterkünften und an "Platten".

Als ein Vorbild für Hamburg kann die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Köln gelten: Dort existiert mit dem Mobilen Medizinischen Dienst ein Hilfsangebot, das die Wohnungslosen direkt aufsucht. Derzeit stehen in Köln insgesamt 4,5 Arzt- und drei Krankenpflegestellen für diese Aufgabe zur Verfügung. Im fast doppelt so großen Hamburg arbeiten dagegen nur zwei Honorarärztinnen mit insgesamt sechs Stunden Sprechzeit pro Woche und ehrenamtliche Ärzte und bezahlte Pflegekräfte in der "Mobilen Hilfe" der Caritas. Im Park In ist ein Arzt mit Halbtagsstelle speziell für suchtkranke Wohnungslose zuständig. Die Krankenstube der Caritas wird von einer niedergelassenen Praxis aus der Umgebung mitversorgt.

Die Diakonie fordert, in Hamburg die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass neben der Akutbehandlung Wohnungsloser auch die Diagnose und Behandlung chronischer Krankheiten gesichert wird. Deutlich verbessert werden muß darüber hinaus die Behandlung psychisch Kranker. Mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Finanzvolumen sei das allerdings nicht zu schaffen. "Damit ist nicht nur die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales angesprochen. Köln macht es vor: Hier beteiligen sich auch die Versicherungsträger wie Krankenkassen oder Kassenärztliche Vereinigung. Eine ähnliche Mischfinanzierung zur dringend gebotenen Verbesserung des medizinischen Angebots kann ich mir auch in Hamburg vorstellen," sagt Peter Schröder-Reineke.

In Hamburg leben nach Angaben der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales mindestens 1.200 Menschen auf der Straße. Dazu kommen rund 3.500 alleinstehende Menschen, die in Wohnunterkünften, Hotels und Einrichtungen freier Träger untergebracht sind.

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Zivildienstleistende dringend gesucht
Kritik: Verkürzung bereitet Abschaffung vor

Auch bei einer immer kürzeren Dienstzeit von zur Zeit zehn Monaten sind die Zivis in den Arbeitsbereichen der Hamburger Diakonie als soziale Helfer wichtiger denn je.

So leisten mehr als hundert junge Männer mit einer Einberufung zum Juli, August oder September 2001 im Bereich der individuellen Schwerstbehinderten-Betreuung ihren Dienst. Diese Zivis ermöglichen es, dass der behinderte Mensch weiterhin in seinem sozialen Umfeld leben kann, dass Familienangehörige entlastet werden oder dass behinderte Kinder am Schulunterricht teilnehmen können.

Aber auch in allen anderen Bereichen - wie zum Beispiel in Sozialstationen, Altenhilfe-Einrichtungen oder in Krankenhäusern - werden Zivildienstleistende immer noch dringend gebraucht. Hier sind die Zivis überwiegend als zusätzliche Helfer in der Betreuung von alten, kranken und behinderten Menschen eingesetzt. Auch im ambulanten Bereich freuen sich die alten Menschen immer, wenn ihnen ein junger Zivi helfend zur Hand geht.

Zivildienstleistende, die noch keine Stelle gefunden haben, melden sich bitte dringend unter der Telefon 040 / 306-20-235. Der Leiter der Zivildienstvermittlung in der Diakonie, Dieter Schreiber, wird ihnen bei der Suche nach einer Zivildienststelle helfen. Der nächste Einberufungstermin wäre der 17. September 2001.

Kritik: Verkürzung bereitet Abschaffung vor Die Zahl der Zivildienstleistenden wird jedoch in der Zukunft deutlich abnehmen. Im Haushaltsjahr 2002 wird sie nochmals von bundesweit 124.000 auf 117.000 Zivis gekürzt. Durch die kurze Dienstzeit von zehn Monaten wird es im folgenden Jahr ein noch größeres "Sommerloch" geben als bisher, weil die Schulabgänger nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Für die Dienststellen wird der Zivildienst durch den schrittweisen Abbau der Dienstzeit und durch die Kürzung der Zahl der Zivildienstleistenden insgesamt unattraktiver. Betreute, die sich gerade an den Zivi gewöhnt haben, müssen sich nach kurzer Zeit auf einen neuen Menschen einstellen. Auch die Zeiten für Anleitung und Begleitung fallen bei einer Dienstzeit von nur noch zehn Monaten immer stärker ins Gewicht.

Stefan Rehm, Vorstand Finanzen und Personal im Diakonischen Werk Hamburg, sieht diese Entwicklung mit Sorge: "Hatten wir in der Hamburger Diakonie im Mai noch mehr als 900 Zivis im Dienst, so werden es künftig etwa 150 Zivis weniger sein." Sein Fazit: "Der Zivildienst schrittweise mit Kürzungen und Verschlechterungen belegt, um eine spätere Abschaffung der Wehrpflicht vorzubereiten."

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British Day 2001
Reinerlös für Diakonie-Frauenhaus

Der Reinerlös des British Day geht in diesem Jahr an das Frauenhaus des Diakonischen Werks Hamburg. Der British Day 2001 findet am 18. und 19. August jeweils von 11 bis 18 Uhr auf dem Gelände des Hamburger Polo Clubs in Klein Flottbek statt. Mitarbeiterinnen des Diakonie-Frauenhauses werden an beiden Tagen die Besucher über ihre Arbeit informieren.

Das gespendete Geld wird den Kindern im Frauenhaus zugute kommen. Drei Viertel der Frauen, die vor häuslicher Gewalt in ein Frauenhaus fliehen, bringen Kinder mit. Für sie ist die Situation besonders belastend: In kleinen Zimmern leben die Kinder zusammen mit ihren Müttern ñ ohne eine Rückzugsmöglichkeit.

Aus Sichheitsgründen muß die Adresse des Frauenhauses geheim gehalten werden. Auch die Kinder dürfen nicht darüber sprechen, wo sie wohnen und niemanden zu sich einladen. Umso wichtiger sind Freizeitangebote außerhalb der Einrichtung, die jedoch nur mit Hilfe von Spendengeldern realisiert werden können. Der Erlös aus dem British Day soll für Nachmittage auf einem Reiterhof, Kinobesuche oder einen mehrtägigen Ausflug auf einen Bauernhof verwendet werden.

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Deutscher Evangelischer Krankenhausverband: Anonyme Geburt

Um Leben zu schützen: anonyme Geburt legalisieren

Rechtliche Rahmenbedingungen, die es Frauen in besonderen Not- und Konfliktsituationen erlauben, anonym im Krankenhaus zu entbinden, sollten zügig geschaffen werden. Dafür spricht sich der Deutsche Evangelische Krankenhausverband e. V. in einer aktuellen Stellungnahme aus.

"Derzeit ist eine "anonyme Geburt" prinzipiell möglich" stellt Otto Buchholz, Hamburg, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, fest. Das zeige beispielsweise Hamburg, wo die konfessionellen Geburtskliniken kooperieren, um Schwangeren in entsprechenden Konfliktsituationen zu helfen.

Die vielerorts eingerichteten "Baby-Klappen" tragen dazu bei, Kindern das Leben zu retten, die von ihrer Mutter nach der Geburt verlassen werden. Das mit einer Geburt schon unter normalen Umständen verbundene Risiko für Mutter und Kind bleibt jedoch bestehen. Daher sind weitere Hilfsangebote für Mütter in Konfliktsituationen notwendig - um des Lebens und der Gesundheit der betroffenen Frauen und ihrer Kinder willen. Schwangere, die sich aus für sie schwerwiegenden Gründen nicht in der Lage sehen, ihre Identität preiszugeben und ihr neu geborenes Kind zu behalten, sollen in einer Klinik mit ärztlichem Beistand und pflegerischer Betreuung entbinden können, ohne Angaben zur eigenen Identität machen und dafür Sanktionen oder strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Klinik, so der Verbandsdirektor Norbert Groß, würde die Geburt als "anonyme Geburt" (z. B. mit dem Zusatz "gemäß § xy des Personenstandsgesetzes") dem zuständigen Standesamt melden. Die Meldefrist könnte gegenüber normalen Geburten verlängert werden. Die Frau erhielte die Möglichkeit, ihre Identität einer zur Verschwiegenheit verpflichteten Person, z. B. einem Seelsorger oder einem Anwalt, zu offenbaren.

Kontakt:
Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V.,
Vorsitzender Otto Buchholz, Krankenhaus ELIM, Hohe Weide 17, 20259 Hamburg, Tel.: 040/ 490 66 200

Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V., Verbandsdirektor Norbert Groß, Tel.: 030/ 80 19 86 0, Fax: 030/ 80 19 86 22,
E-mail: sekretariat.dekv@t-online.de, Internet: www.dekv-ev.de.
Glockenstr. 8, 14163 Berlin

Klicken Sie hier, um die ausführliche Stellungnahme lesen zu können.

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Euroumstellung Volksbank sammelt Urlaubsmünzen für AIDS-Projekt

In den neunzehn Filialen der Volksbank Hamburg Ost-West können Hamburger ab sofort ihre Restbestände alter Währungen aus den zukünftigen Euro-Ländern loswerden. Das Geld geht komplett an die Aktion Brot für die Welt Hamburg, die damit ein AIDS-Projekt in Kenia unterstützen will. Unter dem Motto "Tschüss Lire, Franc, Peseten... Münzen für die Welt erbeten" sammelt Brot für die Welt bereits in den Hamburger evangelischen Kirchengemeinden Urlaubsmünzen, deren Gültigkeit wegen der Einführung des Euros begrenzt ist.

Mit der Einführung des Euro verliert nicht nur die Deutsche Mark ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel. Auch viele andere europäische Währungen werden zum Jahreswechsel umgestellt. Zu den Ländern, die den Euro einführen, gehören Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Portugal, Griechenland, Belgien, Niederlande, Finnland, Irland und Luxemburg. Üblicherweise tauschen Banken die Münzen ausländischer Währungen nicht zurück. Wer Urlaubsmünzen aus diesen Ländern zu Hause angesammelt hat, kann sie ohne Wertverlust einem guten Zweck zuführen. Die Volksbank Hamburg Ost-West nimmt das Geld während der Öffnungszeiten der Filialen entgegen. Bei den evangelischen Kirchengemeinden können die Münzen rund um die Uhr im Gemeindebriefkasten hinterlegt werden.

Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. Ursachen für die rasante Ausbreitung sind zum Beispiel das Spritzen mit nicht-sterilen Nadeln, Bluttransfusionen, wechselnde Sexualpartner, rituelle Praktiken wie die Beschneidung von Frauen. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranken und ihren Angehörigen bietet CISS Hilfe bei der Pflege zu Hause.

Die Adressen der Volksbank-Filialen stehen im Internet unter www.volksbank-hamburg.de. Weitere Auskünfte unter
www.urlaubsmuenzen-hamburg.de

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Polnische Diakonie hilft den Flutopfern mit Geld aus Deutschland

Die Hochwasserkatastrophe in Polen weitet sich aus. Mittlerweile hat die Flutwelle der Weichsel auch die polnische Hauptstadt Warschau erreicht. Derzeit bedroht eine zweite 100 Kilometer lange Hochwasserwelle zahlreiche Dörfer in Ostpolen. Wahrscheinlich müssen bis zu 10.000 Menschen evakuiert werden. Vielen Menschen droht neben der Zerstörung ihrer Häuser auch der Verlust ihrer ganzen Ackeranbauflächen.

Für die Opfer der Überschwemmungsgebiete in Polen stellt Diakonie Katastrophenhilfe jetzt 200.000 Mark zur Verfügung. Mit dem Geld soll beim Entschlammen der Äcker, beim Reparieren und Säubern der Häuser und bei Aufräumarbeiten geholfen werden sowie bei der Wiederinstandsetzung. Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet hier eng mit der Diakonie Warschau und Diakonie Breslau zusammen. Bei der großen Oderflut 1997 hatte die Diakonie Breslau die Federführung bei den Hilfeleistungen. Bei den Wiederaufbaumaßnahmen sollen besonders Aspekte der Katastrophenvorsorge und des Katastrophenschutzes einfließen.

Für weitere Hilfsmaßnahmen wird dringend um Spenden gebeten.

Diakonie Katastrophenhilfe Konto 88 88 00,
EDG Kiel , BLZ 210 602 37
Stichwort: Polen

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Positionspapier zur Finanzierung der Kindertageseinrichtungen in Hamburg

Kirchliche Kindertageseinrichtungen

Die evangelische und die katholische Kirche in Hamburg stellen mit rund 12.000 Kita-Plätzen knapp ein Viertel der Betreuungsplätze nach § 24 KJHG. Sie sind damit zusammengenommen der größte freie Träger von Kindertageseinrichtungen in der Hansestadt und tragen erheblich dazu bei, dass die Stadt Hamburg ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen kann, eine hinreichende Zahl an Kita-Plätzen vorzuhalten.

Kirchliche Einrichtungen bereichern in kultureller, weltanschaulicher und konzeptioneller Hinsicht die Vielfalt des Betreuungsangebots in Hamburg. Sie sind in allen Hamburger Stadtteilen präsent, so auch an sozialen Brennpunkten. Die Arbeit in den Einrichtungen gilt als qualitativ hochwertig und zuverlässig; sie wird von allen Beteiligten anerkannt und geschätzt.

Die Kirchen sehen sich in der Verantwortung, auch in Zukunft hochwertige Kita-Arbeit zuverlässig und engagiert anzubieten und dadurch auch weiterhin zur Bestandssicherung und zur Vielfalt der Hamburgischen Kita-Landschaft beizutragen.

Das derzeitige Finanzierungssystem

Der Betrieb der kirchlichen Einrichtungen wird derzeit zu 13 Prozent aus Elternbeiträgen, zu 69 Prozent durch die Stadt Hamburg und zu rund 18 Prozent von den Kirchen selbst finanziert. Die beiden Kirchen betrachten ihren Eigenanteil an der Kita-Finanzierung als eine freiwillige Leistung, die sie aus ihrer Verantwortung heraus erbringen, Teil des Sozialstaats zu sein, die Sozialstaatspraxis zu fördern und sich aktiv daran zu beteiligen.

Der kirchliche Eigenanteil findet Platz in einem System, in dem der Umfang eines vorhandenen, staatlich finanzierten Angebots durch Eigenleistung erweitert werden kann. Er ist also als Ergänzung der staatlichen Kita-Finanzierung zu verstehen, nicht als Substitut. Der Eigenanteil, den die Kirchen seit den fünfziger Jahren leisten, wurde allerdings in der Praxis von der Stadt Hamburg inzwischen als feste Größe in den Hamburger Kita-Etat integriert

Das zukünftige Finanzierungssystem

Mit der Einführung der KitaCard im Jahr 2003 steht jetzt ein grundlegender Systemwechsel in der Kita-Finanzierung bevor: die Umstellung von der Angebots- zur Nachfragefinanzierung der Kita-Plätze. Die Kirchen unterstützen und forcieren diesen Systemwechsel, da er für die Eltern vorteilhaft ist. Das neue System ist jedoch weder mit der Idee der kirchlichen Ergänzungsfinanzierung noch mit der - inzwischen vertraglich fixierten - Praxis vereinbar.

Mit der Einführung der KitaCard treten die Kindertagesstätten in einen marktähnlichen Wettbewerb ein. Eine notwendige Voraussetzung dafür, allen Einrichtungen die gleichen Startchancen gewährleisten zu können, ist die finanzielle Gleichbehandlung aller freien Träger, die durch die aktuelle Finanzierungspraxis nicht gegeben ist. Aus diesem Grunde fordern die beiden christlichen Kirchen die Freie und Hansestadt Hamburg auf, durch die sofortige Abschaffung des kirchlichen Eigenanteils die finanzielle Gleichbehandlung herzustellen und damit eine notwendige Voraussetzung für den Systemwechsel zu schaffen.

Die Positionen im Einzelnen

1. Strukturelle Unvereinbarkeit von KitaCard und Kirchlichem     Eigenanteil

Da die Eltern im KitaCard-System die freie Kita-Wahl haben, kann die Stadt nicht davon ausgehen, dass sich ein Teil der Eltern aus städtischer Sicht für günstigere, weil mitfinanzierte, kirchliche Kitas entscheidet. Die Stadt müsste also ungeachtet der am Markt agierenden Träger ein Budget zur Verfügung stellen, das die hundertprozentige Finanzierung aller berechtigten Kinder vorsieht.

Da durch das KitaCard-System der Markt an Betreuungsangeboten geöffnet wird, lässt sich für die Stadt im Vorfeld nur schwer kalkulieren, welchen Marktanteil kirchliche Einrichtungen haben werden. Die Höhe des kirchlichen Eigenanteils wäre in Folge dessen kaum noch zu ermitteln.

2. Gleichbehandlung als notwendige Voraussetzung

Mit der Einführung der KitaCard wird ein neuer Markt geschaffen. Alle Teilnehmer am bisherigen, staatlich gelenkten Hamburger Kita-Geschehen werden in die gleiche wirtschaftliche Eigenverantwortung entlassen. Alle zukünftigen Wettbewerber auf dem Kita-Markt müssen bereits im Vorfeld mit den gleichen Zugangschancen zu den gleichen Zugangsbedingungen ausgestattet sein.

Das derzeitige Finanzierungssystem muss dahingehend umgebaut werden, dass entweder alle freien Träger entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten in die Pflicht genommen werden, oder dass alle freien Träger ungeachtet ihrer finanziellen Möglichkeiten zu 100 Prozent refinanziert werden. Lediglich die Kirchen in die Pflicht zu nehmen, widerspricht dem Gleichheitsgebot.

Das Finanzierungssystem muss sicherstellen, dass alle Träger auch hinsichtlich der Schaffung neuer Betreuungsplätze finanziell gleichbehandelt werden. Bestandssicherung bedeutet nicht nur Sicherung des Status quo, sondern beinhaltet auch, flexibel reagieren zu können, wenn der Bedarf nach zusätzlichen Kita-Plätzen entsteht. Mit jedem neu geschaffenen Platz würden die kirchlichen Träger 18 Prozent der Betriebskosten dieses Platzes zusätzlich bezahlen. Das würde die Kirchen in ihrer Flexibilität, bedarfsgerecht zu handeln, erheblich einschränken, denn es müsste bei jedem Erweiterungsvorhaben zunächst geprüft werden, ob der Eigenanteil überhaupt leistbar ist. Die Kirchen hätten demnach deutliche Wettbewerbsnachteile in Kauf zu nehmen.

Die Kirchen müssen sich gegenüber ihren Beiträge zahlenden Mitgliedern (den Kirchensteuerzahlern) wirtschaftlich genauso verantworten wie die anderen freien Träger.

Das Finanzierungssystem muss sicherstellen, dass von den Kirchenmitgliedern genauso viel abverlangt wird wie von den Mitgliedern der anderen freien Träger. Die Finanzierung muss sich an den Leistungen der Einrichtungen orientieren, nicht an ihrer Trägerschaft. Nach der gegenwärtigen Finanzierungspraxis sind die kirchlichen Einrichtungen gegenüber den Einrichtungen anderer freier Träger finanziell schlechter gestellt, obwohl sie hinsichtlich der Qualität, der Quantität und des Engagements mindestens die gleiche Leistung erbringen. Das wertet die Arbeit kirchlicher Einrichtungen ab und demotiviert.

3. Die Grenzen der Belastbarkeit

Die Zahl der Kirchenmitglieder ist in den letzten Jahren von 45 Prozent der Hamburger Bevölkerung im Jahr 1990 auf 37 Prozent im Jahr 2000 zurückgegangen. Eine ähnliche Entwicklung ist beim Kirchensteueraufkommen zu verzeichnen. Durch die Steuerreform der Bundesregierung ist abzusehen, dass sich die Kirchensteuereinnahmen bis 2005 noch einmal um rund 14 Prozent reduzieren werden. Tatsächlich sind bereits einige evangelische Kirchenkreise in Hamburg durch den kirchlichen Eigenanteil in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Kirchenkreis Stormarn hat zur Finanzierung des Kita-Betriebs in den letzten Jahren kontinuierlich auf seine Rücklagen zurückgegriffen, die mit dem Jahr 2001 verbraucht sein werden. Ab 2002 müssen die Gemeinden im Kirchenkreis Stormarn deshalb die notwendigen Mittel für den Eigenanteil ihrer Einrichtungen selbst aufbringen und sind dadurch existentiell gefährdet. Der Kirchenkreis Blankenese hat in den letzten zehn Jahren einen Rückgang der Kirchensteuer um fast 60 Prozent zu verzeichnen. Die Belastungen durch den Eigenanteil hingegen sind konstant geblieben und liegen heute bei rund 18 Prozent des Gesamtbudgets.

Der Kita-Markt der Zukunft verlangt von allen Einrichtungen und ihren Trägern ein deutlich höheres Maß an Flexibilität als heute, um auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen zu können. Diese Flexibilitätssteigerung wird gerade in der Vorbereitungsphase mit zusätzlichen Investitionen und Kosten verbunden sein - Kosten, die Kirchen unter den jetzigen Finanzierungsbedingungen kaum noch aufbringen können. Auch aus diesem Grunde ist die Abschaffung des kirchlichen Eigenanteils an der Kita-Finanzierung notwendige Voraussetzung für die Etablierung eines marktähnlichen Wettbewerbs unter den Einrichtungen.

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Diakonie bietet Übernahme der Projekte des "Vereins zur Förderung von Arbeitslosen und Arbeitslosenselbsthilfegruppen" an - für Konkurrenz im Wettbewerb um Ideen

Leidtragende der beabsichtigten Schließung des DGB-nahen Arbeitslosenverein sind in erster Linie die ratsuchenden Arbeitslosen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Hamburg fehlt es an professionellen Beratungsangeboten für Arbeitslose. Eine Weiterführung der Arbeitslosenberatung, des Treffpunktes sowie der Fortbildungsangebote des Vereines hält die Diakonie für dringend notwendig. Sie stellt sich daher für Gespräche um eine Trägerschaft des Projektes zur Verfügung. In der Diakonie stehen zahlreiche mögliche Träger zur Verfügung.

Zehn Kirchengemeinden und andere Mitgliedseinrichtungen bieten Sozialberatung an und haben sich im Arbeitskreis Stadtteildiakonie zusammengeschlossen. Das Diakonie-Hilfswerk betreibt Beratungsstellen für Wohnungslose, Frauen, SchuldnerInnen sowie Ehe-, Lebens- und Partnerschaftsfragen und ist selbst Träger öffentlich geförderter Beschäftigung. Im Qualifizierungszentrum des Diakonischen Werkes werden Fortbildungen organisiert und durchgeführt. Im Mittelpunkt steht der Wunsch aller nach professioneller und unabhängiger Beratung für die Hilfesuchenden.

Im Sinne aller Beteiligten geht es jetzt vor allem darum, mehr Transparenz und Verfahrenssicherheit zu gewährleisten. Die Diakonie würde sich daher gern mit ihren Ideen und Konzepten an einem kurzfristigen öffentlichen Vergabeverfahren beteiligen. Gabi Brasch, Fachbereichsleiterin Sozialpolitische Projekte: "Wir freuen uns auf gute Konkurrenz im Wettstreit der Ideen."

AnsprechpartnerInnen für Rückfragen:
Gabi Brasch, Fachbereichsleiterin Sozialpolitische Projekte,
Telefon 306 20 236

Hartwig von Schubert (Vorstand Diakonie-Hilfswerk),
Telefon 306 20 229/230

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Kampagnenstart Urlaubsmünzen für AIDS-Projekt

Im Beisein von Corny Littmann und Bettina Tietjen startet Landespastorin Annegrethe Stoltenberg am Mittwoch, 20. Juni um 11 Uhr vor der Hauptkirche St. Petri, Mönckebergstraße, die Kampagne "Tschüss Lire, Franc, Peseten... Münzen für die Welt erbeten". Im Rahmen dieser von Brot für die Welt Hamburg initiierten Aktion sammeln die Hamburger evangelischen Kirchengemeinden die europäischen Urlaubsmünzen, deren Gültigkeit wegen der Einführung des Euros begrenzt ist. Das Geld wird einem AIDS-Hilfsprojekt in Kenia zugute kommen. TV-Moderatorin Bettina Tietjen und Corny Littmann, Intendant am SchmidtsTivoli, werden als erste Teilnehmer ihre Urlaubsmünzen überreichen. Hamburgerinnen und Hamburger sind eingeladen, ihr Urlaubs-kleingeld ebenfalls zum Auftakt der Aktion am 20. Juni vorbei zu bringen oder bis zum Ende des Jahres bei einer der evangelischen Kirchengemeinden in Hamburg.

Mit der Einführung des Euro verliert nicht nur die Deutsche Mark ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel. Auch viele andere europäische Währungen werden zum Jahreswechsel umgestellt. Üblicherweise tauschen Banken die Münzen ausländischer Währungen nicht zurück. Wer Urlaubsmünzen aus den betreffenden Ländern zu Hause angesammelt hat, kann sie ohne Wertverlust einem guten Zweck zuführen. Die evangelischen Kirchengemeinden in Hamburg nehmen das Kleingeld während der Öffnungszeiten der Gemeindebüros persönlich entgegen. Es kann ebenfalls rund um die Uhr im Gemeindebriefkasten hinterlegt werden.

Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. Ursachen für die rasante Ausbreitung sind zum Beispiel das Spritzen mit nicht-sterilen Nadeln, Bluttransfusionen, wechselnde Sexualpartner, rituelle Praktiken wie die Beschneidung von Frauen. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranken und ihren Angehörigen bietet CISS Hilfe bei der Pflege zu Hause.

An der Währungsumstellung beteiligen sich zunächst Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Portugal, Belgien, Niederlande, Finnland, Irland und Luxemburg. Die Evangelische Darlehnsgenossenschaft (EDG) übernimmt kostenlos das Sortieren und Zählen der in Hamburg gesammelten Urlaubsmünzen.

Weitere Auskünfte unter www.urlaubsmuenzen-hamburg.de

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Bischöfin Jepsen warnt vor einer wachsenden Ökonomisierung

"Der Mensch ist mehr als das, was er leistet"

Hamburg - Die Bischöfin für Hamburg, Maria Jepsen, hat vor einer wachsenden Ökonomisierung unserer Gesellschaft und jedes einzelnen Lebens gewarnt. Die Gefahr einer solchen Entwicklung werde in den gegenwärtigen Diskussionen über die Arbeitsmarktpolitik und die Bioethik deutlich, sagte sie am Mittwoch auf einem Kongress in Hamburg. Der Mensch sei mehr als das, was er leistet und an gesellschaftlichem Renommeé erfährt, und er sei mehr als das, was er an Geld auf dem Sparbuch hat.

Die Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sprach auf dem arbeitsmarktpolitischen Bundeskongress der Diakonie, der am (heutigen) Mittwoch in Hamburg zu Ende geht. Er stand unter der Überschrift "Die Perspektive wechseln".

Jeder Mensch, sagte sie, "ist und bleibt Gottes Ebenbild, mit Würde ausgestattet, die ihm keiner nehmen darf, die ihm anhaftet von der Wiege bis zur Bahre". Es müsse das Anliegen aller Christinnen und Christen sein, Bedingungen zu schaffen, die dieser Würde entsprechen, und zwar "gerade für die, die aus dem allgemein üblichen Leistungssystem und Gesundheitsideal herausfallen". Menschliches Leben sei auch dann wertvoll und schützenswert, wenn es schwach und behindert sei, wenn es nichts zu leisten vermöge im Sinne einer auf Produktion und Gewinn orientierten Gesellschaftsvorstellung.

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Arbeitsmarktpolitischer Bundeskongress der Diakonie erfolgreich beendet

"Hamburg ist eine erste Adresse, was die diakonischen Projekte zur Förderung Langzeitarbeitsloser angeht, aber in der Diakonie überhaupt ist es ein heißes Thema", sagte Pastor Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werks der EKD heute nach dem ersten arbeitsmarktpolitischen Bundeskongress der Diakonie. Drei Tage lang hatten rund 100 Personen aus Sozialarbeit, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine neue arbeitsmarktpolitische Perspektive gesucht. Gohdes Appell: "Wir dürfen uns nicht an die Langzeitarbeitslosigkeit gewöhnen, sondern müssen sie vermeiden." Die Schaffung von Arbeitsplätzen müßte durch strukturpolitische Maßnahmen begleitet werden, zum Beispiel: Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt durch genügend Kindertageseinrichtungen zu ermöglichen.

Landespastorin Annegrethe Stoltenberg warnte davor, langzeitarbeitslose Menschen durch individuelle Schuldzuschreibung zu diffamieren und auszugrenzen: "Aktivierende Beschäftigungspolitik meint viel mehr als die Aktivierung der Beschäftigten. Es geht um Verbesserung der strukturellen Bedingungen zur Verbesserung der Arbeitslosigkeit." Sie freute sich über die breite Beteiligung an dem Kongress weit über die Diakonie und über Hamburg hinaus.

Mit dem Kongress wollten sich die Veranstalter - Diakonisches Werk Hamburg und Evangelischer Fachverband für Arbeit und soziale Integration - vom "Zweiten Arbeitsmarkt" mit seiner Unzahl zersplitterter Maßnahmen verabschieden. Ihre These: Es gibt nur einen Arbeitsmarkt! Manche Bereiche werden zur Standortsicherung gefördert, wie der Schiffbau oder Airbusbau - oder eben Unternehmen, in denen die Beschäftigten durch spezielle Begleitung in der Bewältigung ihrer Probleme unterstützt werden. Dabei leisten sie keine "künstliche Arbeit", wenn sie zum Beispiel in armen Stadtteilen Dienstleistungszentren betreiben. Bestimmte Tätigkeiten sind gesellschaftlich notwendig und müssen dauerhaft subventioniert werden.

Dass es lohnt, zu Gunsten bestimmter Langzeitarbeitsloser hier verstärkt neue Arbeitsplätze zu schaffen und dafür zumindest die verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Fördertöpfe durchlässiger zu machen, fand viel Zustimmung auf dem Schlußpodium. Staatssekretär Dr. Werner Tegtmeier kündigte dies als Teil des Gesetzentwurfs zur Arbeitsmarktpolitik (Reform SGB III) an, den sein Bundesministerium für Arbeit in Kürze vorlegen würde. Auch die Schnittstellen zwischen Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe in einem Volumen von rund 70 Mrd. Mark sollten "ergebnisoffen" überprüft werden. Dies sei "zunächst keine Sparveranstaltung, ich würde sonst sofort meine Funktion zur Verfügung stellen", entgegnete er auf die geäußerte Sorge von Pastor Johannes Roscher hin, der aus Zschopau kommt und Beauftragter der EKD für Arbeitslosigkeit ist. Auch Dr. Wilhelm Adamy vom DGB-Bundesvorstand wandte sich gegen die Diskreditierung des öffentlich geförderten Arbeitsmarkts. Ilka Houben von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände betonte mehr die Vermittlungsleistung solcher Hilfen für Langzeitarbeitslose in den 1. Arbeitsmarkt und verwies auf 1,5 Mio. offener Stellen in allen Bereichen. Sie stimmte allerdings der These zu, dass prinzipiell zwischen der Förderung eines Beschäftigungsträgers und etwa der Subvention jedes Arbeitsplatzes im deutschen Steinkohlebergbau mit rund 80.000 Mark jährlich kein Unterschied sei. Bei jeder Subvention müsse auf den Ertrag gesehen werden.

Auch Dr. Jürgen Hogeforster von der Handwerkskammer, der gestern abend zusammen mit anderen Wirtschaftsvertretern zu einem Abend der Begegnung in die Rathauspassage eingeladen war, schlug ein Modell vor, dass für den Personenkreis, der bei der heutigen Arbeitsverdichtung keine Chance habe, ein Arbeitgeber dauerhaft nur die Lohnkosten und die öffentliche Hand die Lohnzusatzkosten tragen solle.

Kirche und Diakonie beschäftigen in Ost und West über 25.000 ehemals arbeitslose Menschen in sozialen Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen. In Hamburg bieten 40 Projekte rund 650 Plätze. Dabei kümmern sie sich wesentlich um Menschen mit Benachteiligungen durch Krankheit, Alter, fehlende berufliche Qualifizierung oder soziale Probleme, die sonst langzeitarbeitslos wären.

Das Spektrum allein in Hamburg ist extrem breit: vom Strassenmagazin Hinz & Kunzt, dessen 100. Ausgabe jetzt erschienen ist, über die Textilnäherei und Wäscherei Steilshoop bis zur Rathauspassage. Die Harburger GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH trägt zahlreiche Projekte vom Freibad Neugraben bis zum Dienstleistungszentrum Kirchdorf Süd, das in Kooperation mit einer Firma betrieben wird.

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit beim Diakonischen Werk Hamburg zu erhalten.

Klicken Sie hier, wenn Sie den Prospekt "Die Perspektive wecheln" zum Arbeitsmarktplotischen Bundeskongreß der Diakonie als PDF-Datei herunterladen möchten.

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Euro-Einführung: Urlaubsmünzen für AIDS-Projekt

Brot für die Welt Hamburg startet zum Sommeranfang am 21. Juni die Kampagne "Tschüss Lire, Franc, Peseten... Münzen für die Welt erbe-ten". Gesammelt werden die Urlaubsmünzen, deren Gültigkeit wegen der Euro-Einführung begrenzt ist, für ein AIDS-Hilfsprojekt in Kenia. TV-Moderatorin Bet-tina Tietjen und Corny Littmann, Intendant am Schmidt und Schmidts Tivoli, unterstützen die Aktion.

Mit der Einführung des Euro verliert nicht nur die Deutsche Mark ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel. Auch viele andere europäische Währungen werden zum Jahreswechsel umgestellt. Wer "Urlaubsmünzen" aus diesen Ländern zu Hause angesammelt hat, kann sie demnächst bei allen evangelischen Kirchengemein-den in Hamburg abgeben. Das restliche Urlaubskleingeld kann so noch einem guten Zweck zugeführt werden. Denn für viele wird der Inhalt der Reisekasse im Zuge der Euroumstellung wertlos. Üblicherweise tauschen Banken die Münzen ausländischer Währungen nicht zurück. Sie werden von allen evangeli-schen Kirchengemeinden in Hamburg entgegengenommen und an Brot für die Welt weitergeleitet. Die Urlaubsmünzen können während der Öffnungszeiten im Gemeindebüro abgegeben oder rund um die Uhr im Gemeindebriefkasten hin-terlegt werden. Das europäische Geld, das in Hamburg gesammelt wird, ist für ein AIDS-Hilfsprojekt in Afrika bestimmt.

Brot für die Welt unterstützt mit den Urlaubsmünzen die Arbeit der kenianischen Organisation CISS (Community Initiative Support Services). Schätzungsweise ein Drittel der kenianischen Bevölkerung ist mit HIV infiziert bzw. an AIDS erkrankt. Ursachen für die rasante Ausbreitung sind zum Beispiel das Spritzen mit nicht-sterilen Nadeln, Bluttransfusionen, wechselnde Sexualpartner, rituelle Praktiken wie die Beschneidung von Frauen. CISS leistet Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. AIDS-Kranke und deren Angehörige erhalten Hilfe bei der Pflege zu Hause.

An der Währungsumstellung beteiligen sich zunächst Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Portugal, Belgien, Niederlande, Finnland, Irland und Luxem-burg. Die umfangreiche Arbeit des Sortierens und Zählens der in Hamburg ge-sammelten Urlaubsmünzen übernimmt kostenlos die Evangelische Darlehns-genossenschaft Kiel (EDG).

Rückfragen bitte an
Susanne Hesemann, Referentin Brot für die Welt, Tel. 30 620 - 232
oder Iris Dombrowski, Telefon 30 620 - 355.
Weitere Auskünfte unter www.urlaubsmuenzen-hamburg.de

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Wenn die EU Arbeitslosigkeit verbieten würde ...

Arbeitsmarktpolitischer Bundeskongress der Diakonie entwickelt neue Perspektiven gegen die Langzeitarbeitslosigkeit

Im Zentrum des Kongresses, der gestern von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg eröffnet wurde, steht heute ein eintägiges speziell entwickeltes Planspiel, ausgehend von dem Szenario: "Der Europäische Rat erläßt die Verordnung, daß kein EU-Bürger länger als drei Monate arbeitslos sein darf."

Rund 100 Teilnehmer aus Sozialarbeit, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden spielerisch neue Perspektiven entwickeln. Dazu schlüpfen sie in neue Rollen, zum Beispiel als Arbeitgeber oder Gewerkschaftsvertreter. Diese neuen Perspektiven werden morgen (9-12 Uhr) auf dem Schlußpodium mit den "echten" Vertretern dieser Gruppen diskutiert, unter anderem mit Dr. Wilhelm Adamy vom DGB-Bundesvorstand, Ilka Houben von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände sowie Staatssekretär Dr. Werner Tegtmeier aus dem Bundesministerium für Arbeit und Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werks der EKD.

Abend der Wirtschaft und der Beschäftigungsträger in der Rathauspassage Im Sonderprogramm sind heute abend Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Wirtschaft und Beschäftigungsträgern zu einem Abend der Begegnung in die Rathauspassage eingeladen. Dr. Jürgen Hogeforster von der Handwerkskammer, Dr. Günther Klemm von der Handelskammer sowie Arbeitsamtsdirektor Rolf Steil haben zugesagt.

Einladung zum Pressegespräch morgen 12 Uhr, Junges Hotel, Kurt-Schumacher-Allee 14
Nach der Podiumsdiskussion (9-12 Uhr) stehen Ihnen verschiedene Diskussionsteilnehmer zu einem Pressegespräch zur Verfügung. Wir laden Sie herzlich zur Podiumsdiskussion und zu dem Pressegespräch ein!

Weitere Informationen und das gesamte Programm bei Pressesprecherin Katharina Weyandt, Telefon 306 20 233 und unter www.diakonie-hamburg.de.

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Prostitution kein normaler Beruf

Am Freitag berät der Bundestag Maßnahmen zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Prostituierten. "Es ist falsch, in diesem Zusammenhang von der Anerkennung der Prostitution als Beruf zu sprechen," sagt Ingeborg Müller, Fachbereichsleiterin für Frauenprojekte im Diakonischen Werk Hamburg. "Prostitution kann nie ein normaler Beruf sein." Denn dazu gehöre die Meldung freier Stellen beim Arbeitsamt, die Vermittlung von Arbeitslosen in freie Stellen und die Androhung der Kürzung von Arbeitslosenhilfe, wenn ein Stellenangebot nicht angenommen werde. Sexualität dürfe nach christlicher Überzeugung nicht den Charakter einer Ware oder Dienstleistung bekommen.

Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt die Planungen, Prostituierten den Zugang zur Sozialversicherung zu ermöglichen. Derzeit gilt Prostitution als steuerpflichtige Erwerbstätigkeit. Dagegen ist es den Prostituierten nicht gestattet, sich am gesetzlichen Sozialversicherungssystem zu beteiligen: So muß jede ärztliche Untersuchungen privat bezahlt werden. Aussteigerinnen haben in der Regel keinen Anspruch auf Umschulungsmaßnahmen des Arbeitsamtes, sind also zum größten Teil abhängig von der Sozialhilfe. Auch im Rentenalter bleibt den meisten ehemaligen Prostituierten nur der Weg zum Sozialamt. Der Zugang zu Sozialversicherungen wird die Lebensbedingungen dieser Frauen nachhaltig verbessern.

Laut Polizeistatistik arbeiten in Hamburg mindestens 4.000 Prostituierte. Die geplante Gesetzesänderung wird aber nur einem Teil von ihnen zugute kommen. Mindestens die Hälfte der Prostituierten sind Ausländerinnen, viele von ihnen Opfer des modernen Menschenhandels. Gerade Frauen aus ärmeren Ländern arbeiten selten freiwillig als Prostituierte. Diese Frauen können wegen illegalen Aufenthalts verhaftet und abgeschoben werden. Die Reform der oben genannten Gesetze würde ihnen keine Verbesserungen bringen.

Ebenfalls nicht profitieren werden die drogenabhängigen Mädchen und Frauen, die der "Beschaffungsprostitution" nachgehen. In Hamburg-St. Georg arbeiten mindestens 600 Frauen auf dem Drogenstrich. Sie definieren sich selbst nicht als Prostituierte. Für diese Frauen ist ein Ausstieg aus der Sucht gleichbedeutend mit einem Ausstieg aus der Prostitution. Hier ist eine Ausweitung gezielter Hilfeangebote erforderlich: Zum Beispiel fehlen kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten außerhalb des Milieus und Hilfen für Aussteigerinnen.

Das Diakonische Werk unterhält vier Hilfeeinrichtungen für Prostituierte in Hamburg: das Café Sperrgebiet und die Übernachtungsstätte für minderjährige, drogenabhängige Prostituierte in St. Georg, die Beratungsstelle Kaffeeklappe in St. Pauli und ein Beschäftigungsprojekt für Aussteigerinnen aus der Prostitution.

Weitere Auskünfte erteilt Ingeborg Müller,
Diakonisches Werk Hamburg, Fachbereichsleiterin Frauenprojekte,
Telefon 040/30620-219.

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Evangelisch-sozialpolitisches Podium zu Ausbildung und Arbeit für Jugendliche
In der Ev. Akademie, Esplanade 15, geht es am Dienstag, 15. Mai 2001, 16.30 Uhr, um den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für Jugendliche.

Die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen für Jugendliche scheinen sich bei oberflächlicher Betrachtung verbessert zu haben. Aber der Ausbildungsstellenmarkt ist gespalten. Die Zunahme an Ausbildungsplätzen findet offenbar hauptsächlich im Bereich der Handelskammer und zwar bei anspruchsvollen Ausbildungsplätzen statt. Jugendliche mit schwachem Hauptschulabschluß oder ohne Schulabschluß haben keinen Vorteil von dieser Entwicklung.

Wie werden die Interessen dieser Jugendlichen auf dem Hamburger Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt und in der Hamburger Politik berücksichtigt?
* Welche Initiativen wurden bisher für benachteiligte Jugendliche ergriffen?
* Wie werden bisherigen Programme bewertet? In welche Richtung   gehen neue Vorschläge der Hamburger Initiative für Arbeit und Ausbildung?
* Welche Erfahrungen haben Jugendhilfeträger oder Träger offener   Jugendarbeit mit den "Plänen" von Jugendlichen in schwierigen   Lebenssituationen bezogen auf Erwerbsarbeit?
* Welche Perspektiven bieten neue "Einfachausbildungen"?

   Auf dem Podium diskutieren:
   * Hans-Otto Bröker, Leiter Berufsberatung Arbeitsamt Hamburg;
   * Achim Meyer auf der Heyde, Leiter des Amtes Berufliche Bildung
     und Weiterbildung;
   * Petra Thiel, Haus der Jugend St. Georg;
   * Dr. Thomas Hofsäss, Professor für Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg

Die Diskussion gehört der Reihe "Es ist genug für alle da" an, die vom Diakonischen Werk Hamburg, der Evangelischen Akademie, der Evangelischen Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM Hamburg und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird.

Moderation: Burkhard Plemper (Journalist)

Nähere Informationen: Wolfgang Völker, Diakonisches Werk Hamburg, Telefon 306 20 325

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Winternotprogramm für Obdachlose endet
Vom Wohncontainer auf die Straße

Am 30. April endet das Winternotprogramm für Obdachlose in Hamburg. Obdachlose Menschen, die die Wintermonate in einem der Wohncontainer verbringen konnten, landen dann wieder auf der Straße. Die Diakonie fordert von der Sozialbehörde eine Anschlußperspektive für die Betroffenen, die in diesen Tagen ihre Unterkunft räumen müssen.

Jährlich vom 1. November bis zum 30. April stellt die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BAGS) 200 zusätzliche Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen anonym und kostenlos zur Verfügung. Nach Angaben der BAGS leben mindestens 1200 Menschen in Hamburg auf der Straße. Neben 100 Plätzen auf dem Wohnschiff "Bibby Challenge" im Hamburger Hafen und einigen Betten in der Übernachtungsstätte "Pik As" gehören die so genannten Wohncontainer zu dem Winter-Hilfsangebot. Die Container stehen auf den Grundstücken von dreizehn evangelischen Kirchengemeinden und den Fachhochschulen für Sozialpädagogik. In diesem Winter wurden insgesamt 72 Plätze in Containern angeboten, davon acht für Frauen, sechs für Paare. Vermittelt werden die Plätze vor allem durch die Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen der Diakonie in Eimsbüttel. Die Bewohner werden für die Dauer ihrer Unterbringung von Ehrenamtlichen der Kirchengemeinden betreut.

Im Winternotprogramm, das Obdachlose vor dem Erfrieren schützen soll, sind die Wohncontainer zu 100 Prozent ausgelastet. "Die Menschen wünschen sich eine Privatsphäre, die in den Massenunterkünften der Stadt nicht vorhanden ist," weiß Karin Herrtwich, Sozialarbeiterin in der Tagesaufenthaltsstätte. "Deshalb bleiben viele auch bei Minustemperaturen lieber auf Straße." Weil die Wohnmöglichkeiten in den Containern von den Betroffenen gut angenommen werden, solle die Platzzahl im nächsten Winter mindestens auf 130 erhöht werden. Außerdem müsse den Bewohnern nach Ende des Notprogramms eine Alternative angeboten werden, zum Beispiel in kleinen Wohnungen wie den Kirchenkaten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an

Karin Herrtwich,
Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen,
401782-16 / 11 oder

Iris Dombrowski,
Diakonie-Pressestelle,
30620-355

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Verbraucherinsolvenz

Hamburger Schuldnerberater fordern Verkürzung der Treuhandphase

Die Schulderberatungen von Verbraucher-Zentrale und Diakonie Hamburg fordern die Verkürzung der sogenannten Wohlverhaltensperiode für Schuldner im Insolvenzverfahren auf höchstens vier Jahre. Derzeit sieht die Insolvenzordnung eine Treuhandphase von sieben Jahren vor. Nach Meinung der Beraterinnen und Berater ist ohne eine drastische Reduzierung das eigentliche Ziel des Gesetzes nicht zu erreichen: die Befreiung von Restschulden in einem überschaubaren Zeitraum und damit die Chance eines wirtschaftlichen Neuanfangs für überschuldete Menschen.

Vor dem Hintergrund der zur Zeit in Berlin vorbereiteten Novellierung der am
1. Januar 1999 in Kraft getretenen Insolvenzordnung bewerten Diakonisches Werk und Verbraucher-Zentrale Hamburg gemeinsam ihre Erfahrungen mit der Insolvenzordnung und der außergerichtlichen Schuldenregulierung. Ergebnis: Insgesamt stellt sich das Verfahren in der Praxis als zu kompliziert und zu langwierig dar. Eine weitere Schwachstelle ist die in der Insolvenzordnung nicht geregelte Frage der Prozeßkostenhilfe. Derzeit entscheidet die Rechtsprechung völlig unterschiedlich über Bewilligung oder Ablehnung von Prozeßkostenhilfe für mittellose Verbraucher, Schuldner werden nach dem Zufallsprinzip vom Verfahrenszugang ausgeschlossen. Dabei können viele der Betroffenen das Verfahren nicht durchlaufen, weil sie die Kosten von mehreren Tausend Mark nicht aufbringen können. Damit ist zugleich jeder außergerichtliche Regulierungsversuch zum Scheitern verurteilt, weil Gläubiger keine Notwendigkeit zur Einigung sehen.

Auf Vorschlag der Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat das Bundesjustizministerium jetzt ein Stundungsmodell vorgelegt. Für Gerichts- und Treuhänderkosten gibt es einen Zahlungsaufschub bis zum Ende der Treuhandphase. Ist der Schuldner am Ende dieser siebenjährigen "Wohlverhaltensperiode" weiter zahlungsunfähig, kann die Stundung um weitere vier Jahre verlängert werden. Berücksichtigt man die Wartezeiten bei den Schuldnerberatungen, die Verfahrensdauer, die eigentliche Treuhandphase und die Stundungszeit für die Verfahrenskosten, können mehr als 13 Jahren vergehen, bis die Entschuldung wirksam wird. Eine entmutigender Zeitraum, der gerade die Ärmsten davon abschreckt, überhaupt einen Versuch zu machen, sich von Schulden zu befreien. Die Schuldnerberatungen fordern deshalb neben der Begrenzung der Treuhandphase auf vier Jahre auch die Beschränkung des Stundungszeitraums für Gerichts- und Treuhänderkosten auf ein Jahr.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Peter Ogon, Leiter Schuldnerberatung im Diakonischen Werk Hamburg,
Telefon 30 620 - 309, und
Hjördis Christiansen, Verbraucher-Zentrale Hamburg,
Telefon 24 83 2-112.

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Gefordert: Gesetzesänderung für anonyme Geburt

Runder Tisch der Diakonie für Schwangere und Mütter in Not

Auf Einladung des Diakonischen Werks Hamburg berieten am Internationalen Frauentag neun Expertinnen bei einem ersten Runden Tisch über Hamburger Hilfen für "Schwangere und Mütter in Not". Neben den Schwangerenberatungsstellen gibt es die Notrufnummer (0800-4560789) und die beiden Babyklappen von SterniPark und seit neustem die anonyme Geburt. Oberärztin Dr. Anja Heeren vom Krankenhaus Elim informierte über die Bereitschaft der Geburtshilfen der freigemeinnützigen Hamburger Krankenhäuser, Frauen auch ohne Namensnennung zur Entbindung aufzunehmen. Dazu gehören: Albertinen, Amalie-Sieveking, Bethesda, Elim und Marienkrankenhaus. Die Kosten trägt die Hanse Merkur-Versicherung. Über die rechtliche Seite wird zur Zeit beraten, noch sind anonyme Geburten illegal.

Die Runde war sich einig, daß die anonyme Geburt eine wichtige Hilfe für Mutter und Kind sei, aber nur der letzte Ausweg sein könnte, denn jedes Kind hat Anspruch darauf, seine Herkunft zu erfahren. Die Frauen forderten deshalb eine Reform des Personenstandsgesetzes, bei der das Wohl des Kindes und der Schutz der Mutter im Vordergrund stehen müßte.

Vereinbart wurde, daß die Kliniken und die Schwangerenberaterinnen eine Zusammenarbeit anstreben, um auch die anonym aufgenommenen Frauen zu begleiten. Auch SterniPark will sich mit den anderen Einrichtungen vernetzen. Das wird dadurch erleichtert, daß die anerkannten Schwangerenberatungsstellen Frauen gleichfalls auf Wunsch anonym beraten.

Weiter forderte der Runde Tisch, daß die Beratungskapazitäten und konkrete Hilfen wie Wohnungen für Schwangere ausgeweitet werden müßten. Es fehlt auch an einer umfassenden Broschüre, die leicht verständlich und in mehreren Sprachen die Hilfen in den Hamburger Stadtteilen beschreibt. Kindertagesstätten und andere Multiplikatoren könnten diese Informationen verbreiten.

Viel Beachtung bei den Fachfrauen fand das Modell der ehrenamtlichen Kontaktpersonen, die beim Sozialdienst Katholischer Frauen schon seit zwanzig Jahren Schwangeren und Müttern zur Seite stehen. Die Teilnehmerinnen wollen die Vernetzung fortführen. Spätestens in einem halben Jahr soll der Runde Tisch mit einer größeren Runde von Hilfseinrichtungen und Multiplikatoren wieder zusammenkommen.

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Nach zwanzig Jahren Wechsel in der Suchtkrankenhilfe der Diakonie

Präventionsarbeit: Ausweichen in Konflikten öffnet Sucht die Tür

Nach zwanzig Jahren in der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft Suchtkrankenhilfe (ELAS) im Diakonischen Werk Hamburg wird Diakon Jan-Peter Wilckens am Freitag, 23. Februar, 15 Uhr, mit einem Gottesdienst und einem Empfang in den Ruhestand verabschiedet.

Zur ELAS gehören heute im ehrenamtliche Bereich 83 Selbsthilfegruppen, die von durchschnittlich zehn Personen besucht werden, sowie 140 ausgebildete ehrenamtliche Suchtkrankenhelfer. Im Laufe der Zeit sind zu den Selbsthilfegruppen ehrenamtliche Beratungsstellen und die Präventionsarbeit hinzugekommen. Es geht darum, schon bei Kindern und Jugendlichen das Bewußtsein für die eigenen stabilisierenden Kräfte zu entwickeln und eine gewisse Hellhörigkeit, wenn sich aus der Tendenz zum Ausweichen in Konfliktsituationen durch Wiederholung eine Gewöhnung im Ausweichen ergibt, das einer Suchtentwicklung die Tür öffnen kann. Dazu hat die ELAS ein Spiel zur Prävention herausgebracht, "PRÄVENTOPOLY".

Besonderes Kennzeichen der ELAS ist das enge Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen. Im hauptamtlichen Bereich gehören zwanzig Einrichtungen dazu: zum Beispiel eine Suchtberaterin im Diakonische Werk Hamburg, das Sozialtherapeutische Zentrum Hummelsbüttel in Trägerschaft der Martha Stiftung oder das Suchtberatungs- und Behandlungszentrum Eidelstedter Platz in Trägerschaft des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Blankenese. Für die hauptamtliche Suchtkrankenhilfe wurde in der ELAS-Satzung kürzlich ein eigener Bereich gebildet.

Die ELAS-Geschäftsstelle befand sich erst am Eilbeker Weg, dem heutigen Sitz der Martha Stiftung, und seit 1995 im neuen Gebäude des Diakonischen Werks Hamburg an der Königstraße in Altona. Wilckens war als Geschäftsführer zusammen mit einem Sekretariat der einzige Hauptamtliche der fast 1000 wechselnden Betroffenen, Angehörigen und Ehrenamtlichen. Neben direkter Beratungsarbeit lag sein Schwerpunkt auf Ausbildung und Koordination. V

orher hatte der Diakon und Sozialpädagoge fast zwanzig Jahre lang in Gemeinden Jugend- und Elternarbeit geleistet, erst 1961-1974 in Maria-Magdalenen Klein Borstel und 1974-1981 in der Kirchengemeinde Schnelsen. Hier stieß er häufig auf eine versteckte Suchtproblematik.

Die diakonische Suchthilfe soll entsprechend dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter den Menschen zur Seite stehen, die unter die Räuber "Sucht" gefallen sind, aber auch vorbeugend etwas tun, dass sie gar nicht erst in diese Lage kommen. So hat zum Beispiel die ELAS Werbung kritisiert, die Sucht verharmlost.

Der seelsorgerliche Aspekt ist dem Diakon besonders wichtig. Das "Suchtdreieck" aus Veranlagung, Sozialisation und Erfahrung mit Suchtmittel, das in einer bestimmten Konstellation zu Sucht führen kann, verbindet er mit dem "Beziehungsdreieck" Ich, Du, Gott/Sinn. Das Suchtmittel deckt sich im subjektiven Erleben mit "Gott/Sinn", wenn hier eine Lücke klafft, sinkt die Abwehrkraft gegenüber der Sucht.

Deshalb sollten die Gemeinden Ort der Heilung sein, was sich auch dadurch ausdrückt, dass die meisten ELAS-Gruppen sich bewußt in Gemeinden treffen.

Wie steht Wilckens persönlich zur Sucht? In der ELAS sei er sehr schnell hellhörig geworden, so Wilckens, für alle Formen "süchtigen", mindestens ausweichenden Verhaltens. Unmittelbar nach seinem ersten offiziellen Auftritt bei der ELAS habe er das Rauchen aufgegeben.

Wilckens freut sich darauf, den Abschied aus dem Berufsleben bewußt mit einem Gottesdienst zu gestalten, das würde mit bestimmen, wie er den neuen Lebensabschnitt gestalten kann. Ort ist St. Petri in der Schillerstraße, die "Hauskirche" des Diakonischen Werks Hamburg. Die Predigt hält Hilfswerksvorstand Pastor Dr. Hartwig v. Schubert.

240 Gäste, vor allem aus der ehren- und hauptamtlichen Suchtkrankenhilfe, haben zugesagt, zum Beispiel die Geschäftsführerin des Gesamtverbands Ev. Suchtkrankenhilfe, Kassel. Grußworte sprechen auch Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, und Konviktmeister Volker Krolzik, Rauhes Haus.

Ab Aschermittwoch will Wilckens nach vierzig von Abend- und Wochenendterminen geprägten Dienstjahren den neuen Freiraum genießen. Immer schon hat er gern fotografiert und zu den Bildern meditative Texte geschrieben, daraus soll nun ein Buch entstehen. In der Gemeinde Maria-Magdalenen Klein Borstel ist er weiter ehrenamtlich aktiv.

Wilckens Nachfolgerin Barbara Glaser beginnt am 1. März.

Weitere Informationen:

ELAS-Vorstandsvorsitzende Ruth Blank-Depireux, Tel. 5712344

Hilfswerksvorstand Pastor Dr. Hartwig v. Schubert, gleichzeitig Vorsitzender Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren, Tel. 306 20 229

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Die Perspektive wechseln - arbeitsmarktpolitischer Bundeskongreß der Diakonie 28. - 30. Mai 2001 in Hamburg

Ort: Junges Hotel, CVJM Hamburg
Veranstalter: Diakonisches Werk Hamburg; Ev. Fachverband für Arbeit und Soziale Integration e.V. (EFAS)
Teilnahmebeitrag: 250 DM



Montag, 28. Mai, ab 14 Uhr

* Eröffnung des Kongresses durch Senatorin Karin Roth und Landespastorin   Annegrethe Stoltenberg
* Referat "Rolle und volkswirtschaftlicher Nutzen des öffentlich geförderten   Beschäftigungssektors" Prof. Dr. Achim Trube
* Referat "Rahmenbedingungen und Perspektiven von Beschäftigungsträgern   im 3. Sektor" Prof. Dr. Rudolph Bauer
  Moderation: Burkhard Plemper (Journalist)

Abendprogramm

Dienstag, 29. Mai, 9 - 16.30 Uhr

Alles, was Menschen geschaffen haben, können sie auch verändern:
durch Rollenwechsel neue Perspektiven finden ...
Stellen Sie sich vor, die Rahmenbedingungen für öffentlich geförderte Arbeit wären plötzlich ganz anders. Was wäre, wenn es zum Beispiel nur noch einen Kostenträger gäbe und alle bisherigen finanziellen Ressourcen zusammengefaßt wären?
In einem Planspiel für einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt der Zukunft wollen wir Grenzen überschreiten und neue Wege suchen.

ab 20 Uhr

Hamburger Abend der Begegnung zwischen Wirtschaft und Beschäftigungsprojekten in der Rathauspassage u.a. mit Senator Dr. Thomas Mirow, Arbeitsamtsdirektor Rolf Steil, Dr. Jürgen Hogeforster (Handwerkskammer Hamburg), Dr. Günther Klemm (Handelskammer Hamburg) und Landespastorin Annegrethe Stoltenberg.
Moderation: Sabine Reinhold (NDR)

Mittwoch, 30. Mai, 9 - 12 Uhr

Diskussion vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Planspieles über "Perspektiven für einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt der Zukunft"

Gesprächsrunden mit
* dem Bundesarbeitsminister (angefragt)
* VertreterInnen von EFAS und BAG Arbeit, der BAG Freie Wohlfahrtspflege   und des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD)
* dem Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeitsmarkt u. Sozialordnung im   Bundestag (angefragt)
* VertreterInnen des DGB, des Städtetages und der BDA

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit beim Diakonischen Werk Hamburg zu erhalten.

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Störanrufe Jugendlicher behindern Telefonseelsorge

Pausenlos klingelt derzeit das Telefon in der Telefonseelsorge des Diakonischen Werks Hamburg. Die kostenfreie Nummer 0800-1110111, unter der Hilfesuchende rund um die Uhr anrufen können, wird seit Stunden von Störanrufern belagert. Denn seit gestern werden Anrufe aus dem Mobilfunknetz an die Telefonseelsorge in Hamburg weitergeschaltet. Momentan sind rund drei Viertel aller Anrufe nur Bluff.

Pastorin Bettina Seiler, Leiterin der Telefonseelsorge, berichtet von überwiegend jugendlichen Anrufern, die mit ihrem Handy zum eigenen Vergnügen kostenfreie Nummern blockieren. "Das geht von Gruppen kichernder Teenies über scheinbar ernst gemeinte Anrufe bis hin zu obszönen Beschimpfungen." Die rund 100 Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge können über die Telefonattacken nicht lachen. "Gespräche mit Menschen in Krisensituationen sind unsere tägliche Erfahrung - zum Beispiel mit Menschen, die sich umbringen wollen. Darauf sind die Ehrenamtlichen vorbereitet. Was uns belastet, sind die nicht ernst gemeinten Anrufe. Damit wird Zeit verschwendet, die wir viel besser für andere nutzen könnten."

Ob Anrufe aus dem Festnetz oder von einem Handy kommen, kann die Telefonanlage der Telefonseelsorge nicht erkennen. "So eine Unterscheidung ist auch nicht sinnvoll. Denn auch aus dem Mobilfunknetz erreichen uns durchaus bedenkliche Hilferufe." Vor allem die jüngeren Anrufer bringen dabei ganz neue Ängste und Probleme ins Gespräch. "Uns berichten immer mehr Jugendliche, wie sie sich in der virtuellen Welt regelrecht verirrt haben. Beim Chatten bekommen sie zum Beispiel Kontakt zu Menschen mit ausgeprägter Todessehnsucht. Nach solchen Chats über den Tod sind sie dann so durcheinander, dass sie bei uns in der Telefonseelsorge anrufen und um Hilfe bitten."

Die insgesamt 104 Telefonseelsorgen in Deutschland nehmen neben den Gesprächen aus dem regionalen Festnetz abwechselnd auch Anrufe aus dem Mobilfunknetz entgegen. Für insgesamt zwei Wochen teilt sich die Telefonseelsorge Hamburg mit elf anderen Einrichtungen alle Anrufe aus dem D2-Netz. Nach vier Wochen Handy-Pause sind diese Telefonseelsorgen dann wieder für zwei Wochen an der Reihe.

Pastorin Seiler weiß nicht, wie sie die Ehrenamtlichen in den nächsten zwei Wochen zur Arbeit motivieren soll. "Immer wenn die Mobiltelefone auf unsere Telefonseelsorge geschaltet sind, winken viele der Helferinnen und Helfer ab: die Störanrufe sind zu lästig." Weil sich die Zahl der Zahl der Mitarbeiter so schnell nicht erhöhen läßt, hofft Bettina Seiler auf die Unterstützung der Eltern und die Einsicht der mobilen Kids. Besorgte Eltern können übrigens nicht kontrollieren, ob ihre Kinder zu den Anrufern der Telefonseelsorge gehören. Auf den Verbindungsnachweisen der Telefongesellschaften tauchen die kostenlosen 0800er-Nummern nicht auf.

Pastorin Bettina Seiler, Leiterin der Telefonseelsorge, erreichen Sie telefonisch ab 12 Uhr unter 0178 / 56 43 740

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Diakonie zu Sternipark-Werbung: Spirale des Schockeffekts nicht weiter drehen!

"Mit dem Aufkleber für Mülltonnen 'Bitte keine frischen Babys einwerfen' geht Sternipark in seiner Schockwerbung eindeutig zu weit", kritisiert Hartmut Sauer, Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg. Es sei allerdings ein Armutszeugnis, dass man mit immer drastischeren Geschmacklosigkeiten mehr Aufmerksamkeit erreicht als mit positiven Beispielen. Aber Sternipark sollte sich nicht daran beteiligen, die Spirale des Schockeffekts immer weiter zu drehen.

Ingeborg Müller, Frauenfachbereichsleiterin im Diakonischen Werk Hamburg, sieht das eigentliche Problem darin, dass manche Frauen in Not so isoliert sind, dass sie sich von selbst niemand anvertrauen und Angst vor der Reaktion ihres sozialen Umfelds haben - bis dahin, dass sie ihre Schwangerschaft verdrängen und das Kind alleine zur Welt bringen. Das würde sich ändern, wenn Menschen aufmerksamer sind und Schwangere ansprechen, ob sie vielleicht Hilfe brauchen. Dazu stehen Beratungsstellen bereit, zum Beispiel die des Diakonischen Werks Hamburg. Sie ist unter Telefon 306 20 202 von 9 bis 16 Uhr zu erreichen. Auch die rund um die Uhr besetzte Telefonseelsorge 0800-1110111 kann weiterhelfen.

Die Hilfen für Schwangere müssten durch immer umfassendere Hilfen für das Leben mit dem Kind ergänzt werden, zum Beispiel durch ausreichende Kinderbetreuung.

Das Diakonische Werk Hamburg mit den Fachbereichen Frauen und Kindertagesstätten ruft deshalb am 8. März, dem Frauentag, einen runden Tisch zusammen. Er soll Ideen sammeln, wie in Hamburg ein Netzwerk für Schwangere und Mütter in Not geknüpft werden kann.

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Reisen zu den Licht- und Schattenseiten von
St. Petersburg

Das Diakonische Werk Hamburg organisiert vom 23. bis 30 Mai 2001 eine Reise nach St. Petersburg. Sie vermittelt einen Überblick über alle Sehenswürdigkeiten: Eremitage, Katharinenpalast in Puschkin, Peter und Paul-Festung, Isaak-Kathedrale, Park und Schloß Peterhof.

Doch neben Gold und Glanz lernt die Reisegruppe auch die Schattenseiten der Stadt kennen. Sie besucht eine Kinderklinik und Hilfseinrichtungen für Straßenkinder und Obdachlose. Solche Projekte werden von der Diakonie mit Spendenmitteln finanziell unterstützt.

Überhaupt steht die Begegnung mit Menschen in St. Petersburg im Mittelpunkt der Reise. Ein orthodoxer und ein lutherischer Gottesdienst werden mitgefeiert.

Neben der Reiseleitung begleitet die ganze Woche lang eine Dolmetscherin die Gruppe. Der Preis von 1.490 Mark pro Person umfaßt den Flug Hamburg - St. Petersburg - Hamburg, alle Transfers in Rußland und die Übernachtung mit Halbpension in einem 3-Sterne-Hotel mit russisch-europäischer Küche in Doppelzimmern mit Bad/ WC/TV. Einzelzimmer möglich gegen 400 Mark Aufpreis.

Zu den gleichen Konditionen, aber mit einem anderen Programm, organisiert die Diakonie vom 20. bis 27. Juni erstmals eine weitere Reise nach St. Petersburg, besonders geeignet für alle, die schon einmal dort waren.

Information und Anmeldung:
Diakon i. R. Horst Schönrock aus Rosengarten war selbst öfter in
St. Petersburg und hat ehrenamtlich zusammen mit dem CVJM-Reisedienst und dem Reisebüro St. Petersburg Valdetour die Organisation übernommen,

Telefon 04108/8105

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Erdbeben in El Salvador

Hilfe für 15.000 Familien

Rund 15.000 Familien in 39 Gemeinden werden von der Diakonie Katastrophenhilfe und ihren Partnerorganisationen im Erdbebengebiet von El Salvador betreut. Das Landesinnere ist durch die zerstörten Straßen und Brücken abgeschnitten und nur durch Helikopter oder stundenlange Fußmärsche zu erreichen. Um diese Menschen kümmern sich die Helferinnen und Helfer verstärkt. Im Gebiet um die Hauptstadt wurde jetzt zusätzlich zu den zwei Notlagern für 3.300 Menschen noch ein drittes eingerichtet. Hier werden noch einmal weitere 600 Menschen mit Nahrungsmitteln, Matratzen und Medikamenten versorgt. Rund 500.000 Dollar wird allein die Überbrückung der ersten drei Monate kosten.

Die Schäden in der Region um die Hauptstadt sind weitgehend erfasst, aber im Landesinneren ist das Ausmaß noch unklar. Hier ist man auf internationale Hilfe angewiesen: Zum einen reichen die staatlichen Mittel nicht aus. Zum andern befürchten viele der dort tätigen Hilfsorganisationen, dass die staatliche Unterstützung oft nur die Orte erreicht, in denen der Bürgermeister der Regierungspartei angehört.

"Entscheidend für die Überwindung der Katastrophe wird die Eigeninitiative der Betroffenen sein", betont Michael Jordan, Diakonie-Mitarbeiter vor Ort. Dank einer intensiven Ausbildung während der Hilfsmaßnahmen nach dem Wirbelsturm Mitch könnten sich jetzt schon viele Gemeinden auf lokale Krisenkomitees stützen.

Um die Menschen beim Wiederaufbau zu unterstützen, bittet die Diakonie dringend um Spenden für die Katastrophenhilfe auf das folgende Konto:

Diakonie Katastrophenhilfe, Konto-Nr. 88 88 00
bei der EDG
(Evangelische Darlehnsgenossenschaft) Kiel, BLZ 210 602 37,
Stichwort El Salvador.

Weitere Auskünfte erteilt:

Edeltraud Engel,
Leiterin Weltweite Diakonie im Diakonischen Werk Hamburg,
Telefon 30 620 - 224.

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Feuerwerk, Brot statt Böller oder beides?

Das neue Jahr wird traditionell mit einem Feuerwerk in der Silvesternacht begrüßt. Mit der gleichen Regelmäßigkeit verweist Brot für die Welt im Vorfeld der Knallereien auf die Aktion "Brot statt Böller". Dieser Claim - 1981 von einer Bargteheider Kirchengemeinde erfunden - ist mittlerweile so bekannt, dass auch andere Hilfsorganisationen ihn für ihre Aufrufe zum Jahreswechsel nutzen.

Bundesweit wurden im letzten Jahr 230 Millionen Mark für das "Millenni-ums"-Feuerwerk ausgegeben. Auch wenn die Knallereien in diesem Jahr etwas bescheidener ausfallen sollten: In der Silvesternacht werden voraussichtlich rund 200 Millionen Mark verpulvert. Demgegenüber unterstützt Brot für die Welt mit einem jährlichen Spendenaufkommen von 128 Millionen Mark mehr als 2000 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Während in den reichen Ländern für viele in diesen Tagen die größte Sorge der angemessenen Gestaltung des Jahreswechsels gilt, beginnen 1,3 Milliarden Menschen - also fast ein Viertel der Weltbevölke-rung - das Jahr 2001 in absoluter Armut und mit wenig Aussicht auf Veränderung dieser Situation.

Niemand soll auf Silvesterparty und Feuerwerk verzichten. "Wir hoffen aber," sagt Susanne Hesemann, Referentin Brot für die Welt Hamburg, "dass für einige Hamburger der Jahreswechsel auch ein Anlaß ist, an Menschen zu denken, die keinen Grund zum Feiern haben. Die letzte Geldausgabe des Jahres sollte nicht die für Böller und Kracher sein. Statt dessen könnte man zumindest einen kleinen Geldbetrag in nachhaltige Hilfe investieren!" Mit 50 Mark kann zum Beispiel in Bangladesh ein Webstuhl angeschafft werden, der die Versorgung einer ganzen Familie ermöglicht. In Indien reicht einer Bäuerin ein Kleinstkredit von 50 Mark für den Aufbau eines eigenen Lebensmittelladens.

Spendenkonto
Brot für die Welt Hamburg,
Konto-Nr. 23000 bei der EDG, BLZ 210 602 37.

Weitere Auskünfte erteilt
Susanne Hesemann,
Referentin Brot für die Welt Hamburg,
Telefon 0171 / 86 27 245.

oder:

Weitere Auskünfte erteilt
Katharina Weyandt,
Telefon 30 620 - 233 oder 0174 / 66 29 855.
E-Mail: weyandt@diakonie-hamburg.de

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Evangelische Kindertagesstätten starten Kommunikationskampagne

Am Donnerstag, dem 16. November, startet eine groß angelegte Kampagne für evangelische Kindertagesstätten in Hamburg. Ab dann werden in Bussen, U- und S-Bahnen einen Monat lang fast 1000 Plakate zu sehen sein, die humorvoll das christliche Profil der Kitas darstellen. Interessierte Eltern können eine Info-Hotline (040/766 00 99) anrufen oder sich auf einer umfangreichen Homepage (www.eva-kita.de) näher informieren.

Mehr Service beim Suchen

Die Info-Hotline ist ab dem 16. November montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr zu erreichen. Informationen über bestimmte Kitas können abgefragt oder Mappen mit Broschüren einzelner Einrichtungen angefordert werden.

Das Telefon klingelt im "kommunalen callcenter", das vom gemeinnützigen Unternehmen GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH betrieben wird. Das "kommunale callcenter" beschäftigt und qualifiziert zuvor arbeitslose junge Menschen. Neben speziellen Aufträgen bietet es unter Telefon 428 74 74 einen ständigen Auskunftsservice zu Zuständigkeiten von Behörden, Sport, Spiel und Kultur sowie Beratungseinrichtungen in Hamburg.

Die Homepage www.eva-kita.de bietet einen Überblick sämtlicher evangelischer Kitas in Hamburg. Die umfangreiche Datenmenge wird mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Navigationssystems nutzbar gemacht: Nach verschiedenen Suchkriterien, zum Beispiel geographische Nähe, Ganztagsbetreuung oder Behindertenintegration, kann sich der User gezielt eine Auswahl bestimmter Kitas anzeigen lassen.

Eine Kampagne für 173 Kitas

Auftraggeber der Kampagne sind der Evangelische Kindertagesstättenverband und das Diakonische Werk Hamburg unter finanzieller und personeller Beteiligung der sechs Hamburger Kirchenkreise. Sie haben sich zu einer gemeinsamen Kommunikationsoffensive entschlossen, um in der Öffentlichkeit das Profil evangelischer Kitas und den gesellschaftlichen Stellenwert kirchlicher Kita-Arbeit deutlich zu machen. Dieses besondere Profil verbindet die 173 evangelischen Kindertagesstätten unterschiedlicher Träger: der evangelischen Kirchengemeinden sowie evangelischer Vereine und Stiftungen.

Ziel: Eltern werben

Wenn die Kita-Card kommt, werden die Eltern noch stärker als bisher die Auswahl zwischen den unterschiedlichen Betreuungsangeboten treffen. Und schon heute gibt es in einigen Stadtteilen mehr Kita-Plätze als benötigt werden. Mit der Kampagne sollen die Eltern potentieller Kita-Kinder auf das Angebot evangelischer Kitas aufmerksam werden.

Unter dem Motto "Mit Gott groß werden" präsentieren sich die evangelischen Kitas ganz bewußt mit ihrem christlichen Profil. Die Plakatmotive thematisieren auf humorvolle und spielerische Weise drei zentrale Aspekte christlichen Lebens: die kirchlichen Feste, die Geschichten der Bibel und die christlichen Werte.

Die Kampagne wird von der Ottenser PR-Agentur Maßarbeit durchgeführt. Für die Plakate hat das junge Team u. a. Fotos der eigenen Kinder verwendet.

Die Kampagne läuft noch bis Ende nächsten Jahres. Postkarten, Radio-Spots, Mailings und andere Maßnahmen sind geplant, zum Beispiel der Hamburger Kita-Tag - ein Fest für Kinder und Eltern in den sechs Kirchenkreisen am 7. Juli 2001.

Hamburg ist Vorreiter

Noch nie gab es eine solche langfristige Kampagne für evangelische Kitas in Deutschland. Und der evangelische Kita-Verband in Schleswig-Holstein, der zur Zeit eine Qualitätsoffensive betreibt, will sich voraussichtlich der Kampagne anschließen.

Kampagne nach außen - Leitbild und Qualitätsentwicklung nach innen

Diese externe Kampagne knüpft an zwei interne Projekte an: die Entwicklung von Leitbildern für die Arbeit der Kitas sowie eine Strategie zu deren Qualitätsentwicklung.

Die Leitbilder der sechs Kirchenkreise Hamburgs wurden von Erzieherinnen, Pastoren und Pastorinnen und anderen zusammen erarbeitet und dann in einer gemeinsamen Orientierung zusammengefaßt. In diesem Prozeß wurde die Ausrichtung der Kampagne auf das christliche Profil festgelegt. Auf der Homepage sind die Leitbilder nachzulesen. Wie evangelische Kitas ihre Ziele erreichen, beschreibt ein Modell "Integrierter Qualitätsentwicklung", das zur Zeit 19 Kitas als Pilotprojekt durchführen.


Klicken Sie auf einen der folgenden Links, um den Redebeitrag von Bischöfin Maria Jepsen

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Klicken Sie auf einen der folgenden Links, um den Redebeitrag von Propst Konrad Lindemann

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Klicken Sie auf einen der folgenden Links, um den Redebeitrag von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg

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Diakonie baut Schuldnerberatung weiter aus

Info-Abende für überschuldete Menschen

Das Diakonische Werk Hamburg erweitert ab sofort das Beratungsangebot zum privaten Verbraucherkonkurs. Für zunächst zwei Jahre werden die Kapazitäten in der Schuldnerberatung verdoppelt. Die Aufstockung wird ermöglicht durch den Beschluss der Hamburger Bürgerschaft, befristet zusätzliche Finanzmittel für die Schuldnerberatung in Hamburg zur Verfügung zu stellen. Ziel ist die Verkürzung der Wartezeiten für Schuldner, die derzeit sechs Monate beträgt. Mit Hilfe der Aufstockung können pro Jahr zusätzlich rund 200 überschuldete Haushalte von Fachleuten der Diakonie beraten werden. Die meist langwierige Beratung ist für Schuldner kostenlos.

Für überschuldete Privatpersonen, die mehr über die Möglichkeiten des Insolvenzverfahrens wissen möchten, bietet die Diakonie zwei Informationsabende an. Am Mittwoch, 25. Oktober, und am Donnerstag, 9. November, jeweils um 20 Uhr in der Königstraße 54 in Hamburg-Altona. Telefonische Anmeldung bitte unter der Nummer 30620-385.

Für die Schuldnerberatung der Diakonie ist die Förderung aus öffentlichen Mitteln ein Novum. Seit der Gründung im November 1998 wird die Arbeit der Einrichtung ausschließlich mit Hilfe privater Zuwendungen finanziert. Maßgeblich gefördert wird die Beratungsstelle von Prof. Dr. Jan Phillip Reemtsma. Der große Bedarf an Beratung ergibt sich aus der neuen Insolvenzordnung, die am 1. Januar 1999 in Kraft getreten ist. Sie regelt den "Konkurs" von Privatpersonen. Schuldnerinnen und Schuldner sollen mit dem Insolvenzverfahren die Möglichkeit bekommen, sich nach einer siebenjährigen Phase des "Wohlverhaltens" von ihren Restschulden zu befreien.

Weitere Auskünfte zum Thema Schuldnerberatung erteilt Peter Ogon, Leiter der Schuldnerberatung der Diakonie,
Telefon 30620-309.

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Studientag Jugend 2000

Daily soap - daily trouble
Alltagsorientierung und regionale Kooperation in der Jugendhilfe
10. Oktober 2000 in der Evangelischen Akademie Hamburg, Esplanade 15

Die Vorstellung der 13. Shell-Jugendstudie hat ein breites Echo gefunden. Landespastorin Annegrethe Stoltenberg hat den Autor Prof. Dr. Richard Münchmeier eingeladen, um auf einem Studientag unter dem Titel "Daily soap - daily trouble" die Ergebnisse der Studie vorzustellen.Der Studientag will die Ergebnisse in den Kontext neuerer Aufsätze in der Jugendhilfe stellen.

Spätestens seit dem achten Jugendbericht von 1989 und der Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes soll sich die Arbeit der Jugendhilfe an der Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und Familien orientieren. In der Fachdebatte der letzten Jahre konkretisiert sich dieses Prinzip zunehmend im sogenannten "sozialräumlich orientierten Ansatz". In Hamburg wird dies in der Jugendhilfe derzeit verstärkt diskutiert.

Joachim Schröder, Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg spricht ab 13 Uhr über Lebenslagen, Lebenswege und Alltagsbegleitung von Jugendlichen. Helga Treeß, Stiftung Das Rauhe Haus Hamburg, stellt anschließend den Ansatz "Arbeiten im Sozialraum" dar.

Der Studientag bringt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Arbeitsfelder der evangelischen Jugend- und Familienhilfe miteinander ins Gespräch über die Studie und die neueren Ansätze. Ziel ist die Schärfung des jugendpolitischen Profils in Kirche und Diakonie und eine Intensivierung der regionalen Kooperation in der evangelischen Jugendhilfe.

Der Tag endet um 15.30 Uhr mit einem Podiumsgespräch mit den Vorsitzenden der evangelischen Arbeitsgemeinschaften über "Jugendpolitik in Hamburg - Jugendpolitik der Diakonie".
Kosten: 60 Mark
Anmeldungen an: grabarske@diakonie-hamburg.de

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Jahresempfang des Diakonischen Werks Hamburg

Fast 200 Gäste aus Diakonie und Kirche, Gesellschaft und Politik treffen sich am Donnerstag Abend (28. September, 19 Uhr) auf Einladung von Landespastorin Annegrethe Stoltenberg zum Jahresempfang des Diakonischen Werks Hamburg. Auch Bürgerschaftsvizepräsidentin Sonja Deuter und Bischöfin Maria Jepsen werden erwartet.

Die Diakonie ist Gast der Hanse-Merkur. Die Bewirtung übernimmt die Gastronomie der Rathauspassage.

Thema eines Impulsreferates ist Europa, und zwar aus einem für die Sozialarbeit überraschenden Blickwinkel: Der Justitiar des NDR, Dr. Werner Hahn, wird die besondere Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zwischen Brüssel und den Bundesländern aufzeigen. In einem zweiten Schritt werden die Parallelen dieses Streits zur Situation der freien Wohlfahrt deutlich gemacht

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Was brauchen Eltern - was brauchen Kinder?

Ein Diskussionsabend mit der Psychotherapeutin Astrid von Friesen am Weltkindertag (20. September)

Kinder, so die These von Astrid von Friesen, haben eigentlich "konservative Wünsche". Sie bräuchten so grundlegende emotional sättigende und heutzutage keineswegs selbstverständliche Dinge wie gemeinsame Mahlzeiten, Zärtlichkeit, aufmerksame Zuhörer, stabilisierende Rituale, sinnstiftende Werte und Hoffnungen, Urlaube immer am selben Ort, wo sie sich auskennen und Freunde finden. Und was brauchen die Eltern?

Darüber diskutieren die Psychotherapeutin Astrid von Friesen und Mitarbeiterinnen aus der Erziehungs- und Familienberatung der Diakonie mit Eltern und anderen Interessierten am Mittwoch, 20. September 2000, 19 bis 21 Uhr im Diakonischen Werk Hamburg, Königstraße 54 in Altona.

Die Veranstaltung gehört zu einer Kampagne der Hamburger Jugendhilfe und der Bundesregierung anläßlich der Gesetzes-änderung, nach der Kinder ein verbrieftes Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das Gesetz wurde vom Bundestag verabschiedet und geht in diesem Monat in den Bundesrat.

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Freitag, 29. September (Tag des Flüchtlings),
19.30 Uhr, Rathauspassage (S-Bahn-Zugang Rathausmarkt) Musical der Aktion Brückenschlag "Wir sind das Salz dieser Erde" um die Geschichte eines Flüchtlings
Eintritt 8,- (5,-) DM

15. 9. 00 Das Musical "Wir sind das Salz der Erde" der AKTION BRÜCKEN-SCHLAG im Diakonischen Werk Hamburg wurde von zehn Mitspielerinnen und Mitspielern aus Afrika, Lateinamerika, Polen und Deutschland erarbeitet.

Ausgehend von der Fluchtgeschichte eines Afrikaners schildert das Musical den Weg eines Flüchtlings nach Deutschland: die Hoffnungen und die Verzweiflung, die ihn dabei begleiten, und die Begegnungen mit anderen Flüchtlingen und Deutschen.

Den Stoff zum Musical haben an der AKTION BRÜCKENSCHLAG beteiligte Flüchtlinge geliefert. Das Buch schrieb Evelyn Duhnkrack-Hey, Mitarbeiterin der AKTION BRÜCKENSCHLAG, die Musik mit eingängigen Songs stammt von Benjamin Laurin. Regie führten Ricardo Burga und schrieb Evelyn Duhnkrack-Hey.

Informationen bei Evelyn Duhnkrack-Hey oder Hajo Engbers. Tel. 306 20 -227 oder 306 20 -343 (montags und mittwochs).

Mitwirkende:
Adjanta Sibiri: Florentino Bior
Longnon Sibiri: Nadine Menke
Bundesgrenzschutzbeamter, Dimitri: Tobias Schütte
Putzfrau Emmi, Rosi. Regine Mechelke
2. Putzfrau, Andrea: Evelyn Duhnkrack-Hey
Mitbewohner, Vicente: Vicente Pommier
Bundesamtbeamter: Jurand Daskowski/ Tobias Schütte George: Oscar Escalante
Helmut: Uwe Steenbock
Zehnep aus Kurdistan: Susanne T. Fredrich/ Petra Herrenbrodt

Am Piano: Swetlana Zarpentin

AKTION BRÜCKENSCHLAG ist eine Initiative des Diakonischen Werks Hamburg, die seit zwölf Jahren Flüchtlingen und Deutschen die Möglichkeit gibt, sich zu begegnen und gemeinsam neue Erfahrungen zu machen. Motto: Fremde finden Freunde.

Weitere Aufführungen: Mittwoch, 4. Oktober, Kreuzkirche Barmbek                                     Samstag, 25. November, Kulturhaus Eppendorf

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Interkulturelle Woche 2000

Sonntag, 24. September Eröffnungsgottesdienst / Wilhelmsburger Bilder in Nienstedten
Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Nienstedten (Elbchaussee 408) wird dieser Eröffnungsgottesdienst durch den Fachbereich Migration des Diakonischen Werkes Hamburg gestaltet und durchgeführt.
Im Anschluß daran gegen 11.30 Uhr wird im Gemeindehaus im Marxsenweg 18 ein ungewöhnliches Ausstellungsprojekt eröffnet, das bis zum 26. September besucht werden kann.

In der Ausstellung "Salemün aleyküm!!!" läßt die Soziologin Necla Kelec ausländische Jugendliche der dritten Generation aus Hamburg-Wilhelmsburg zu Wort kommen. Sie erzählen über den Stellenwert des Islam und der Religiösität in ihrem Schulalltag. Portraitiert wurden sie von dem Hamburger Fotografen Fritz Barthel.

Dienstag, 26. September "Salemün aleyküm ..." oder "Wir haben die Ehre ..."
Unter diesem Titel spricht die Soziologin Necla Kelec am Dienstag, den 26. September, um 18 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Nienstedten im Marxsenweg 18 über den Wertewandel bei jugendlichen MigrantInnen: Was veranlaßt sie, sich in bestimmten Situationen so zu verhalten, wie sie es tun, oftmals entgegen all unserer Erwartungen? Der Begriff Ehre wird dabei im Mittelpunkt stehen.

Freitag, 29. September / Tag des Flüchtlings
An diesem Tag soll jeder Flüchtling, der dies möchte, bei seinem Gang zur Ausländerbehörde begleitet werden. Die Kirchliche Flüchtlingsarbeit und andere Engagierte wenden sich an Interessierte und rufen sie auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Ausgangspunkt ist das Café Exil (Spaldingstraße 41). Dort wird es am Vormittag ein Büffet geben.

Nachfragen bei: Bettina Clemens, Fachbereich Migration im Diakonischen Werk Hamburg, Tel. 306 20 - 342

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28. November - Wer braucht die Green Card?

Zwischen humanitärer Ausländerpolitik und arbeitsmarktorientierter Einwanderungspolitik mit: Ludwig Greven, Journalist, "Die Woche";
Prof. Dr. Ursula Neumann, Ausländerbeauftragte des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg; N.N. Unternehmensvertreter

Die Veranstaltungen finden jeweills von 16.30 - 18.30 Uhr in der Evangelischen Akademie, Esplanade 15, statt.
Mitveranstalter sind: CVJM Hamburg, Ev. Akademie, Ev. FHS für Sozialpädagogik; Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

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Kritik: "Wildwest in der Jugendhilfe"

Die Freie und Hansestadt Hamburg verstößt im Bereich der Erziehungshilfe mit der Bevorzugung des eigenen Landesbetriebes und der Beschäftigung von Honorarkräften in eklatanter Weise gegen Recht und Gesetz. Diakonie und Caritasverband skandalisieren außerdem den Verstoß der Stadt gegen die eigenen Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsgebote im Umgang mit Steuergeldern. Letztendlich werden die gesetzlosen Maßnahmen der Stadt auf dem Rücken benachteiligter Familien ausgetragen. Das gesetzlich verbriefte Recht der Eltern, zwischen Hilfeeinrichtungen zu wählen, wird ausgehebelt. Erziehungshilfen werden von der Stadt den Eltern gewährt, die bei der Erziehung ihrer Kinder professioneller Unterstützung bedürfen.

Der LEB ist nachgewiesenermaßen in der Leistungserbringung wesentlich teurer als freie Träger, darüber hinaus wird jedes aufgelaufene Defizit auch noch nachträglich durch die Freie und Hansestadt Hamburg ausgeglichen. Die Belegungs- und Defizitsausgleichsgarantie ist geradezu eine Aufforderung an den staatlichen Träger zur Geldverschwendung. Gleichzeitig werden die finanziellen Einbußen der freien Träger immer größer. Die freien Träger sind der Stadt bereits 1999 sehr weit entgegen gekommen und haben 40 Stellen abgebaut. Die jetzt darüber hinausgehende einseitige Bevorzugung des LEB hat in den freien Einrichtungen zu weiteren drastischen Einschnitten und inzwischen auch zu Millionenverlusten geführt. Fast alle freien Träger haben Belegungsrückgänge in Höhe von 15 -20 % zu verzeichnen.

"Die Stadt verstößt mit der Bevorzugung und dem Verlustausgleich des LEB gleich gegen mehrere gesetzliche Regelungen: Die Vorrangstellung der freien Träger bei der Leistungserbringung, das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern, die Bedingungen des gleichberechtigten Wettbewerbes", so Caritasdirektor Norbert Keßler. In einer großen Anfrage der CDU zitiert selbst der Senat das Gesetz, welches festschreibt, dass nachträgliche Ausgleiche nicht zulässig sind.

Die Verfilzung innerhalb der Behörden drückt sich dadurch aus, dass Kostenträgerschaft, Gewährleistung und Durchführung von Erziehungshilfe zum Teil in einer Hand liegen.Die gesetzlich vorgeschriebenen Kontroll- und Vereinbarungsmechanismen werden so - insbesondere bei der Beschäftigung eigener Honorarkräfte - einfach außer Kraft gesetzt.

Da auch gültige Vereinbarungen von der Stadt nicht eingehalten werden, ist die Vertrauensbasis zwischen Verbänden und Stadt nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen. Die Erfahrungen der letzten Monate haben das Vertrauen in die Vereinbarungs- und Vertragstreue der freien Einrichtungen und Verbände in die Behörden auf ein Minimum schrumpfen lassen. Von der im Gesetz geforderten partnerschaftlichen Zusammenarbeit kann keine Rede sein.

"Da das Amt für Jugend in dieser eklatanten Weise gegen Geist und Buchstaben erarbeiteter Vereinbarungen und Verträge verstößt, ist die Vertrauensbasis massiv gestört. Es wird großer Anstrengungen bedürfen, das gerissene Tischtuch wieder zusammen zu nähen", so Hartmut Sauer, Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Hartmut Sauer, Vorstand Diakonisches Werk Hamburg: 040/306 20 265

Norbert Keßler, Direktor Caritsverband Hamburg:
040/280 140 80

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Gegen Rechtsextremismus:

Diakonie-Landespastorin plädiert für Aufbau einer sozialen Gegenkultur – Beispiel Freiwilliges Soziales Jahr

Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, äußert sich zur aktuellen Diskussion um rechte Gewalt: "Den Rechtsextremismus in allen seinen Formen einzudämmen ist eine wichtige Aufgabe für alle. Dazu gehört der Aufbau und die Pflege einer Gegenkultur des Helfens und der sozialen Verantwortung."

Eine Lernwerkstatt dieser anderen Kultur ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Jugendliche und junge Erwachsene arbeiten in diesem sozialen Bildungsjahr in sozialen Einrichtungen, zum Beispiel für alte oder behinderte Menschen, und werden durch Seminare begleitet.

Bei ihrer Arbeit begegnen sie Menschen außerhalb ihres eigenen Lebensbezugs, erleben Krisen und Konflikte und ihre Bewältigung. In den Seminaren können sie solche Erlebnisse – etwa das Sterben alter Menschen - reflektieren. Sie lernen auch, ihren Alltag selbständig zu bewältigen, ihr Leben zu planen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sie werden geschult, soziale Notlagen und ihre Ursachen zu verstehen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

Für das soziale, emotionale und politische Lernen bildet das FSJ eine notwendige Ergänzung zur Schule.

Das Interesse daran ist stark gewachsen: Über 250 Jugendliche bewerben sich verbindlich um die 80 Plätze, die das Diakonische Werk Hamburg als Träger des FSJ anbietet, vor zehn Jahren waren es noch 100 Bewerbungen. In Hamburg gibt es insgesamt 250 Plätze bei verschiedenen Trägern.

Landespastorin Stoltenberg fordert daher eine Ausweitung des FSJ. Die Kapazitäten für individuelle Begleitung sollten verstärkt werden, um die Teilnahme ausländischer Jugendlicher zu erhöhen. Auch mehr junge Männer sollten dafür interessiert werden. Dabei dürften die jungen Menschen nicht als billige Arbeitskräfte mißbraucht werden, etwa um Lücken durch die Zivildienstkürzung zu stopfen.

Um dies zu gewährleisten und die pädagogische Begleitung zu sichern, sollen auch künftig die Freiwilligen nicht bei ihrer einzelnen Einsatzstelle angestellt sein, sondern beim FSJ-Träger, also in diesem Fall dem Diakonischen Werk Hamburg.

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Suchthilfe warnt vor Folgen von Kürzungen

Drogenabhängige, Alkoholkranke und andere Menschen mit Abhängigkeits-erkrankungen müssen künftig auf viele Hilfen in Hamburg verzichten. Bereits im vergangenen Jahr wurde die staatliche Suchtberatungsstelle in Hamburg Horn aufgelöst und mit einer anderen zusammengelegt - Hilfesuchende müssen die Beratung nun im entfernten Barmbek aufsuchen.

Ende des Jahres 1999 wurde die komplette Förderung des Fachbereichs Suchthilfe der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren eingestellt.

Jetzt stehen erneut noch für dieses Haushaltsjahr Streichungen an. Insgesamt hat der Senat für den Bereich Drogen und Sucht allein im Etat der Sozial-behörde für das Jahr 2000 rund 3,7 Mio. Mark weniger vorgesehen bei gleichzeitig steigendem Bedarf an Hilfen. Diese Kürzungen werden von den zuständigen Verwaltungen in den derzeitigen Verhandlungen durchgesetzt - mit gravierenden Folgen für die Abhängigkeitskranken.

Hier einige Beispiele aus dem Bereich der freigemeinnützigen Träger:

"Die Boje" muß Hilfesuchende "aussortieren"

In der Beratungsstelle "Die Boje" in Billstedt werden die finanziellen Zuwendungen im laufenden Kalenderjahr erheblich gekürzt. Dies hat zur Folge, dass sich die Einrichtung zunehmend um andere Finanzierungsquellen bemühen muss. Deshalb müssen die Mitarbeiter jetzt verstärkt ihr Augenmerk auf die Abrechnungsfähigkeit von Hilfesuchenden lenken und schnell entsprechend der Abrechnungsfähigkeit "aussortieren". Den besonderen Schwierigkeiten junger Erwachsener, die oft orientierungslos sind und sich oft (noch) nicht bestimmten Problemgruppen zuordnen lassen, kann die Einrichtung damit nicht mehr ausreichend gerecht werden. Die Hilfesuchenden müssen "schneller, besser und zuverlässiger" ihr Suchtproblem erkennen und angehen - eine Aufgabe, an der viele scheitern und weiter in die Ausweglosigkeit abrutschen. Noch enger als ohnehin schon wird es für die Vielzahl junger Frauen, die unter Eßstörungen leiden. Das spezialisierte Therapieangebot der "Boje" für die hilfesuchenden Frauen wird aufgrund der fehlenden Finanzierungsbereitschaft der Kostenträger dem Rotstift zum Opfer fallen. In der "Boje" in Eimsbüttel klafft nach der Kürzung eine Deckungslücke von rund 13.500 Mark. Diese fehlenden Gelder müssen noch im laufenden Kalenderjahr aus der Abrechnung mit den Rentenversicherungsträgern erwirtschaftet und als Eigenmittel eingesetzt werden.

Die Hummel: Zahl der Hilfesuchenden in fünf Jahren verdoppelt

In den letzten fünf Jahren verdoppelte sich die Zahl der Hilfesuchenden und der Hilfekontakte in der ambulanten Beratungs- und Behandlungsstelle "Die Hummel" in Hamburg-Hummelsbüttel. Verkraftet wurde dies durch eingreifende Rationalisierungen, zusätzliche Ehrenamtliche und deutliche erhöhte Anforderungen an die inzwischen an der Leistungsgrenze arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch die Verlängerung der Warteliste. Insbesondere die Wartezeiten führen schon jetzt dazu, daß viele Menschen den Mut zum Kampf gegen die Sucht verlieren. Zusätzlich Mittel werden nicht zur Verfügung gestellt, um dem wachsenden Hilfebedarf entsprechen zu können.

"Alkoholfreie Selbsthilfe" - weniger Zeit für Abhängige in Haft

Die "Alkoholfreie Selbsthilfe e.V." konnte zwar in 1999 noch mehr Alkoholabhängige in den Hamburger Haftanstalten aufsuchen wie im Vorjahr, den einzelnen Straffälligen aber nur deutlich weniger Zeit widmen. Viele sinken durch ihre Sucht immer tiefer in den Strudel aus Sucht, Gewalt und Verschuldung. Es wurden zwar Hoffnung und Motivation geweckt, ohne daß sich jemand aber anschließend ausreichend um die jungen Menschen kümmern konnte. Zum Jahresende 1999 mußte die Einrichtung mangels hinreichender Förderung durch die Justizbehörde ihre Arbeit in der U-Haftanstalt sogar zeitweise völlig einstellen!

Hamburger Westen unterversorgt

Die "Suchtberatungs- und Behandlungsstätte Eidelstedter Platz" - eine Einrichtung des Diakonischen Werkes Blankenese - konnte die steigenden Wartezeiten von 3 bis 4 Monaten für eine weiterführende Beratung und Behandlung bisher durch vermehrten Einsatz auffangen. In diesem Jahr stehen nun Kürzungen an. Die nötige Ausweitung des Personals wird folglich nicht mehr möglich sein, die Warteliste wird wieder ansteigen. Die bereits von der Bürgerschaft bewilligte weitere Einrichtung im zur Zeit unterversorgten Hamburger Westen ist dringend notwendig. Leider werden die Mittel dafür aber nicht aufgestockt, sondern an anderer Stelle eingespart. Diese Kürzungen wurden von den Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft beschlossen, die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales muß sie umsetzten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der in der Diakonie und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband zusammengeschlossenen Einrichtungen sehen es als ihre Pflicht an, auf die Folgen dieser Beschlüsse öffentlich hinzuweisen. Besonders treffen die Kürzungen Menschen mit Alkoholproblemen. Der Senat geht in seinem letzten Suchtbericht davon aus, dass in Hamburg 7.000 bis 8.000 Drogenabhängige leben. Fachleute sprechen von bis zu 15.000 Drogenabhängigen. Derzeit stehen laut Senat 110 Fachkraftstellen in diesem Bereich zur Verfügung, womit sich rechnerisch jede der 110 Fachkraftstellen um 54 bis 136 Personen kümmert. Demgegenüber geht der Senat von derzeit 32.000 bis 65.000 Alkoholabhängigen in Hamburg aus (dabei sind die ca. 250.000 Personen mit einem riskanten und schädlichem Konsumverhalten noch nicht mitberücksichtigt!). Zur Verfügung stehen in diesem Bereich laut Suchtbericht 60 Fachkraftstellen. Damit muss sich jede der 60 Fachkraftstellen in diesem Bereich um 4.700 bis 5.250 Personen kümmern. Durch die Einsparungen in diesem Jahr, die auch die Alkoholberatungsstellen treffen, wird diese bisher schon unbefriedigende Situation weiter verschärft.

Für Suchthilfe wird geworden, gleichzeitig wird die Hilfe gekürzt

Gleichzeitig wird jetzt in Hamburg in einer großen Kampagne für die Alkoholprävention geworben, die viele zusätzliche Menschen auf die Hilfen verweist. Werden die angekündigten Einsparungen durchgesetzt, dann werden schon in diesem Jahr Ratsuchende, die oft mühsam den Weg in die Beratung fanden, erleben müssen, daß sie künftig nicht weiter betreut werden können. Erfahrungsgemäß treffen die Folgekosten die Gesellschaft dann an anderer Stelle: In Deutschland ist Alkohol das Drogenproblem Nummer eins mit geschätzten 1,6 Millionen Süchtigen, bei 2,65 Mio. liegt aktueller Alkoholmißbrauch vor, 42.000 sterben jährlich an direkten oder indirekten Folgen des Alkohols, 92.000 werden pro Jahr zu Invaliden, 2 Mio. Minderjährige leben mit der Alkoholsucht ihrer Väter oder Mütter - alles zusammen also ein enormer psychischer, sozialer und auch wirtschaftlicher Schaden von jährlich ca. 40 Mill. Mark!

Die Bürgerschaft und die Behörden müssen im Blick auf die aktuellen und künftigen Haushaltsplanungen wissen, daß Einsparungen im Bereich der Suchtprävention und Suchthilfe die Zukunftsperspektiven, wenn nicht sogar Überlebenschancen gerade von jungen Menschen treffen. Dringend notwendig ist zudem eine Neuorientierung aller Verantwortlichen in Bürgerschaft, Behörden, Verbänden und Einrichtungen, weil Suchtphänomene zunehmend über den engeren Bereich der Suchthilfe hinaus etwa im Gesundheitswesen und in der Jugendhilfe zu bewältigen sind.

Weitere Informationen: Rodger Mahnke Tel. 731 49 49 "Die Boje", Frank Liedtke Tel. 571 931 20 "Beratungszentrum Eidelstedter Platz", Jan-Peter Wilckens Tel. 30620-308 Diakonisches Werk Hamburg

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Diakonie zur Enquete-Kommission Jugendkriminalität

Das Diakonische Werk begrüßt die Empfehlungen der Kommission zur jugendstrafrechtlichen Praxis, zu den Leistungen der Jugendhilfe und zur Kultur des Aufwachsens junger Menschen.

Insbesondere unterstreicht das Diakonische Werk den gesetzlichen Auftrag der Jugendhilfe, der in der Förderung und Unterstützung junger Menschen liegt, und tritt insofern Erwartungen entgegen, die der Jugendhilfe eine kriminalpräventive Funktion unterstellen.

Das Diakonische Werk unterstützt die Forderungen der Kommission, Engpässen in der Versorgungsstruktur der Kinder- und Jugendarbeit entgegenzuwirken, den Bereich der "Förderung der Erziehung in der Familie" auszubauen und die Kinder- und Jugendhilfe von zukünftigen Sparmaßnahmen auszunehmen.

Das Diakonische Werk teilt die Vorstellung der Kommission, daß die Jugendhilfe durch bessere Kooperation zwischen Beratung, Jugendtreffs und Erziehungshilfe im Stadtteil effektiver arbeiten kann. Kritisch bewertet das Diakonische Werk die Forderungen, dieses Ziel durch einfache Umschichtungen im Jugendhilfe-Etat zu erreichen.

Das Diakonische Werk schließt sich der Meinung der Kommission an, dass im Umgang mit individuellen, auch hoch problematischen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen individuelle Lösungen in der Jugendhilfe gefunden werden müssen. Wie die Kommission lehnt das Diakonische Werk die Wiedereinführung geschlossener Heime ab. Wenn einige Kommissionsmitgliedern dies fordern, steht dahinter die Vorstellung einer angeblichen Ideologie der Hamburger Jugendhilfe von gestern. Stichworte wie "Gewährenlassen, Freiwilligkeit, Umgehung von Konflikten bestimmen heute weder die Theorie noch die Praxis der Jugendhilfe in Hamburg.

Das Diakonische Werk wird sich vertieft mit dem Bericht der Enquete-Kommission befassen und sich weiter offensiv in die zukünftige jugendpolitische Debatte einbringen.

Für Rückfragen steht Ihnen Martin Apitzsch (Fachbereichsleiter Jugendhilfe) unter der Telefonnummer 306 20 338 zur Verfügung.

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Querschnitt

Christina Junge zeigt einen Querschnitt ihrer Fotos vom 20. Juni - 25. August im Diakonischen Werk Hamburg, Königstraße 54

Für die Ausstellung hat die Hamburgerin Christina Junge eine Auswahl aus den verschiedenen Bereichen ihres Fotoarchivs getroffen. Daher auch der Name der Ausstellung: Querschnitte. Gezeigt werden Motive ihrer Heimatstadt Hamburg und Naturmotive.

Die Naturaufnahmen entstanden auf Reisen im Rahmen ihres Geologie-Paläontologie Studiums und eines Aufenthaltes in Neuseeland. Neben der Naturfotografie zählt die Stimmungsfotografie und die Suche nach abstrakten Formen und Farben zu ihren Interessengebieten.

Info für die Redaktion

Ein Teil des Archivs liegt digital vor und kann im Internet unter www.ARTofNATURE.de angesehen werden

Wen Sie ein Foto nutzen möchten, dann wenden Sie sich bitte direkt an die Fotografin (Tel.:040/38699161, Fax.: 040/38613162)

Preise

3.Preis beim Fotowettbewerb "Michel-Perspektiven" des Hamburger Abendblattes und der Tourismus-Zentrale Hamburg

Ausstellungen

März/April 1999 "Alpha Eins" in Hamburg

September/Oktober 1999 Rathauspassage in Hamburg

Juni-August 2000 Diakonie in Hamburg

September/Oktober 2000 Landesmedienzentrum Hamburg

 

Christina Junge: Querschnitt

Fotoausstellung

Diakonisches Werk Hamburg, Königstraße 54

Tel 306 200,

mo-do 8-18 Uhr, fr 8-17 Uhr

freier Eintritt

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Zivis verlängern freiwillig / Neue Zivis für Individuelle Schwerstbehinderten-betreuung gesucht

Über 80 von 250 Zivildienstleistenden in der Hamburger Diakonie, die im Sommer nach elf Monaten Zivildienst vorzeitig entlassen werden sollen, haben sich bereits einverstanden erklärt, bei gleicher Besoldung wie vorher ihre Dienstzeit auf die ursprünglich geplanten 13 Monate zu verlängern.

Die meisten von ihnen sind in der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung (ISB) beschäftigt. Sie wollen die von ihnen betreuten Menschen nicht ohne Hilfe allein lassen. Diese zusätzliche Dienstzeit wird vom Bund aus dem Kontingent der Zivildienst-Einsatztage bezahlt. Erst wenn sich keine Zivildienstleistenden finden, tritt die kürzlich erzielte Vereinbarung mit der Sozialbehörde in Kraft, Aushilfen zu einem Stundensatz von 30 Mark verpflichten.

Allerdings werden durch diese freiwilligen Verlängerungen nicht alle Lücken gefüllt und Engpässe nur verschoben. Zur Zeit werden dringend neue Zivis für die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung gesucht, die ihren Dienst möglichst sofort aufnehmen können. Anfragen bei der Verwaltungsstelle Zivildienst, Telefon 306 20 235.

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Einigung zwischen Diakonie und Sozialbehörde: Versorgungslücke in der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung wird geschlossen

Das Diakonische Werk Hamburg hat in den vergangenen Wochen die drohende Versorgungslücke durch die Kürzungen im Zivildienst gerade für die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung problematisiert. Nach Absprachen mit der Sozialbehörde (BAGS) ist eine Lösung gefunden worden. Die Pflegebetriebe dürfen hiernach Ersatzpersonal einstellen, sofern keine Zivis zur Verfügung stehen. Die Finanzierung des Stundensatzes von 30 Mark übernimmt die Sozialbehörde. Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt das pragmatische und flexible Handeln der Sozialbehörde in Hamburg. Gerade die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung, die fast ausschließlich auf Zivildienstleistende stützt, ist durch die Kürzungen in ihrer Existenz gefährdet.

Ohne Zivis wird's teurer

Das Diakonische Werk Hamburg warnt vor weiteren Kürzungen im Zivildienst. Eine kürzere Zivildienstzeit ist gerade da, wo Zivildienstleistende einen direkten Dienst am Menschen erbringen - das gilt für 75 % aller Zivis - für den Betroffenen nicht zumutbar. Nachdem die Anzahl der Zivildienstleistenden der Diakonie in Hamburg von 940 Zivis in 1999 auf 740 in 2000 gekürzt wurde, ist ein weiterer Abbau nicht aufzufangen. Die Zivildienstleistenden trugen in den letzten Jahrzehnten zum Ausbau sozialer Arbeit bei. Sie haben wertvolle zusätzliche Dienste übernommen und so zum Beispiel im Pflegebereich die professionellen Pflegekräfte entlastet. Ein weiterer Abbau würde zur Folge haben, dass hauptamtliche Kräfte diese Arbeit übernehmen müssten und dementsprechend von den Kostenträgern finanziert werden müssten. Ohne die zusätzlichen Hände der Zivildienstleistenden würde die Hektik noch größer, die menschliche Wärme noch knapper und die Pflege noch teurer.

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Zivildienst-Notstand: Diakonie fordert pragmatische Lösung

Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung für den Bereich Zivildienst haben auch für die Zivildienststellen im Bereich der Hamburger Diakonie einschneidende Konsequenzen. Konnten im Jahresdurchschnitt 1999 noch 940 Zivildienstleistende eingeplant werden, so sind für 2000 nur 740 Zivildienstleistende vorgesehen. Parallel ist die Dienstzeit der Zivildienstleistenden von 13 auf 11 Monate gekürzt worden.

Allein in der nur von Zivildienstleistenden getragenen Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung (ISB) fehlen der Diakonie vierzig bis fünfzig Zivildienstleistende. Diese Dauerbetreuung erlaubt keine Lücken.

Das Diakonische Werk Hamburg hat auf diesen Notstand bereits mehrfach hingewiesen. Es gab wiederholt Gespräche mit Vertretern der Sozialbehörde. Und es gibt einen konkreten Antrag, der zum einen die Anpassung der Stundensätze im Zivildienst zum Inhalt hat und zum anderen eine Lösung für den am stärksten betroffenen Bereich der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung. Nach dieser Lösung sollen Ersatzkräfte eingestellt werden, die über normale Arbeitsverträge und entsprechende Tarifvergütungen bezahlt werden.

Diesen Antrag hatte die Behörde jedoch Ende März zurückgewiesen - mit der Begründung, dass keine Regelung für den Einsatz anderer Mitarbeiter nötig sei, wenn keine Zivildienstleistenden vorhanden sein sollten.

Das Diakonische Werk Hamburg hat die Senatorin Karin Roth in der letzten Woche aufgefordert, insbesondere für die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung eine pragmatische Lösung zu erwirken.

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Viel Wirbel um die Zivis

Sparmaßnahmen der Bundesregieung

Auf die Hamburger Diakonie kommen schwere Zeiten zu: Durch den Regierungsbeschluss,im Bereich Zivildienst kräftig zu sparen, verliert die Diakonie in der Hansestadt in diesem Jahr 200 Zivildienstleistende. Für die Mitgliedseinrichtungen entstehen empfindliche Lücken.

Wer in diesen Tagen Dieter Schreiber in seinem Büro besucht, der hört schon vom Flur aus sein Telefon klingeln.Seitdem die Bundesregierung mit ihren Sparmaßnahmen im Bereich Zivildienst begonnen hat,laufen in der Verwaltungsstelle Zivildienst der Diakonie die Drähte heiß. Mitgliedseinrichtungen der Diakonie wollen wissen,wie viele Zivildienstleistende ihnen in Zukunft zustehen, Zivis haben Fragen zum Zeitpunkt ihrer Entlassung,junge Männer suchen verzweifelt nach einer Zivildienststelle.Viele haben den Überblick darüber verloren,wie die Sparmaßnahmen der Bundes- regierung konkret aussehen und inwiefern sie die Hamburger Diakonie betreffen. „Fakt ist,“ erzählt Schreiber,,dass für das Haushaltsjahr 2000 nur 740 Zivildienstleistende für die Einrichtungen der Hamburger Diakonie vorgesehen sind.“ Im Jahr 1999 konnte die Diakonie noch etwa 940 Zivis einplanen. Bundesweit sollen in Zukunft statt 140.000 nur noch 110.000 ZDL eingesetzt werden. Der Verwaltungsstelle Zivildienst in Hamburg stehen schwere Aufgaben bevor: Es gilt 200 Zivildienststellen einzusparen.Um zu verhindern,dass der Stellenabbau zufällig und unstrukturiert erfolgt, hat der Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes festgelegt,welche Zivildienstplätze vorrangig belegt werden sollen. „Plätze in der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung, den Tagespflegestätten,der Alten- und Behindertenpflege sollen an erster Stelle stehen. Das Gleiche gilt für Einrichtungen, denen nur ein Zivildienstplatz zur Verfügung steht “, macht Dieter Schreiber deutlich. Die Konsequenz dieses Beschlusses sei, dass Zivildienstplätze wie Hausmeister, Handwerker, Gärtner sowie Versorgungs- und Verwaltungstätigkeiten nachrangig belegt werden. Schon jetzt werde bemerkbar,so Schreiber, dass diese Einsparungen längst nicht ausreichten. Jede Dienststelle müsse sich die Frage stellen, ob der Zivildienstleistende noch erforderlich sei. Ein weiteres Problem für die Dienststellen sei die Kürzung der Dienstzeit von 13 auf 11 Monate. „Erstmals wird es in der Geschichte des Zivildienstes so sein,dass ein Leerlauf während eines Jahres entstehen wird “, erläutert Schreiber .Schulabgänger, die erfahrungsgemäß die größte Anzahl an Zivis stellten, würden den Zivildienst erst im zweiten Halbjahr beginnen. „Hier entsteht nun das Problem. Ein ZDL, der im Juli seinen Dienst beginnt, wird dann im Mai des darauf folgenden Jahres entlassen. Sein Nachfolger wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Dienst erst im Juli anfangen.Es entsteht also ein Leerlauf “,sagt Dieter Schreiber. Das Thema Zivildienst treibt auch Manfred Junge, Leiter der Diakonie- und Sozialstation Ottensen-Bahrenfeld, Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir haben zurzeit fünf Zivis, die in der ambulanten Betreuung von Senioren tätig sind. Leider müssen wir annehmen, dass es in einem Jahr nur noch zwei bis drei sind.“ Die Wehrdienstverweigerer verrichten einen wichtigen Dienst in der Diakoniestation. Sie fahren zu Senioren, kaufen für sie ein, bringen Essen. Durch die Kürzungen im Zivildienst droht in der Diakonie- und Sozialstation eine schmerzhafte Lücke zu entstehen. „Wir können diese Lücke nur schließen, wenn uns die Finanzierungsmöglichkeiten dafür gegeben sind,“ gibt Manfred Junge zu bedenken. „Eine professionelle Arbeitskraft würde pro Stunde über 25 Mark kosten, während ein Zivildienstleistender unter 15 Mark kostet.“ Bliebe eine kräftige Finanzspritze aus, sei klar, wer die eigentlichen Verlierer sind: „Letzten Endes ist es der Patient, der nicht mehr so intensiv wie bisher betreut werden kann “, so Manfred Junge. Probleme wie diese sind in der Tagesbetreuung Ottensen nicht unbekannt. In der Diakonieeinrichtung werden Pflegebedürftige, deren Angehörige sich tagsüber nicht um sie kümmern können, betreut. Aber auch professionelle ambulante Hilfe ist Aufgabe der teilstationären Pflegestätte. Maria Krajczynska, stellvertretende Leiterin der Einrichtung, will sich lieber nicht vorstellen, was in Zukunft mit „ihren “ Zivis passiert: „Drei Zivildienstleistende sind hier im Einsatz. Sie betreuen die alten Menschen ,halten die Küche sauber, machen Fahrdienste. Wir können nicht auf sie verzichten.“ Wie bei den Kollegen in der Ambulanten Pflege würde der Einsatz von professionellen Arbeitskräften zu einem finanziellen Problem werden. Bis ins Mark treffen die Kürzungen im Zivildienstbereich auch das Albertinen Diakoniewerk in Hamburg-Schnelsen. Personalchef Joachim Pelika ist über die Ausmaße dieser Veränderungen besorgt: „Wir beschäftigen derzeit 35 Zivildienstleistende. Sie sind in den verschiedensten Bereichen tätig und spielen eine wichtige Rolle bei uns.Von den Kürzungen werden wohl 15 Plätze betroffen sein.“ Die Lücken seien nur durch Neueinstellungen zu kitten,so Pelika.Da jedoch auch der finanzielle Rahmen äußerst eng sei, müssten Zivis in Zukunft die Aufgaben ihrer Vorgänger übernehmen: „Eine Umverteilung der Aufgabenbereiche ist unumgänglich. Besonders die Hol- und Bringedienste müssen, da sie von den Kürzungen betroffen sind, von Zivis aus anderen Bereichen übernommen werden “, so Pelika. Fällt den Zivildienststellen der Blick in die Zukunft schwer, so gibt es dennoch eine Gruppe, die in diesen Tagen gute Laune hat: die Zivildienstleistenden selbst. Sie sind die ersten,die in den Genuss kommen, nicht mehr 13,sondern nur 11 Monate ihren Dienst verrichten zu müssen. Thorsten Kosellek (20), ZDL in der Tagespflege Ottensen, freut sich auf die gewonnene Zeit :„So bleibt mir noch etwas Zeit, um mich vor dem Studium ein wenig zu erholen.“ Arne Tobias Geppert (20) ,ZDL in der Urologie des Albertinen Krankenshauses, kann sich ebenfalls nicht über die Verkürzung seiner Dienstzeit beklagen: „Endlich werde ich Zeit für lange Ferien haben.“ Zumindest einer der Zivis denkt in der allgemeinen Heiterkeit an seinen Arbeitgeber. Fabian Karsch (20), der als Zivi in der Ambulanten Pflege der Diakoniestation Ottensen-Bahrenfeld-Othmarschen tätig ist, blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft: „Klar,dass ich mich über zwei Monate Freizeit freue. Jedoch weiß ich nicht, was nach den ganzen Kürzungen aus unserer S ation werden soll.“ In den Medien wird schon das Aus des Zivildienstes prognostiziert. Die Wehrdienstzeit ist ebenfalls in der Diskussion. Man erwartet, dass der Dienst an der Waffe auf fünf Monate beschränkt werden soll. Das würde sich wiederum auf den Zivildienst auswirken. Auf die Diakonie kommen also noch weitere Veränderungen zu.

Text: Volker ter Haseborg

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Wird die Arbeitslosenhilfe abgeschafft?

Am Dienstag, 23.Mai 2000, 16.30 - 18.30 Uhr, wird in der Evangelischen Akademie (Esplanade 15) über die Arbeitslosenhilfe diskutiert. Die soziale Sicherung der Arbeitslosen kommt in Deutschland aus verschiedenen Kassen: Sozialversicherung, Bund und Kommunen. Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe richten sich nach "Bedürftigkeit. Die rot-grüne Regierung denkt an Abschaffung des Doppelsystems von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Die Arbeitslosen haben Angst, nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes gleich in die Sozialhilfe verschoben zu werden. Oder ist die Unterstützung aus einer Hand doch wünschenswert?

Es diskutieren:

Dr. Helmut Hartmann, ehemaliger Leiter des Landessozialamts Hamburg und Mitglied einer Kommission der Bertelsmann-Stiftung zur Neuordnung der sozialen Sicherungssysteme

Dirk Hauer, sozialpolitischer Referent der Gruppe Regenbogen in der Hamburger Bürgerschaft

Moderation: Burkhard Plemper (Journalist)

Die Diskussion gehört zur Reihe "Es ist genug für alle da", die vom Diakonischen Werk Hamburg, der Evangelischen Akademie, der Evangelischen Fachhochschule des Rauhen Hauses, dem CVJM Hamburg und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert wird.

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Neuer Mitternachtsbus: Einladung zum Foto- und Besichtigungstermin: Donnerstag, 20. April, 13 Uhr Brunnen Mönckebergstraße / Spitaler Straße

Direkt vor seinem ersten Einsatz kann der neue Mitternachtsbus am Donnerstag, 20. April um 13 Uhr am Brunnen Mönckebergstraße, Ecke Spitaler Straße besichtigt und fotografiert werden. Wie das alte Fahrzeug ist auch der neue Bus mit bunten Comics von Bernd Stein beklebt, um schon von weitem erkennbar zu sein. Anschaffungs- und Umbaukosten in Höhe von 51.000 Mark wurden aus kleinen und großen Spenden finanziert. 25.000 Mark gab ein Hamburger Reeder, 23.000 Mark das Hamburger Spendenparlament.

Der Mitternachtsbus fährt in den Abendstunden die Plätze in Hamburg an, an denen Obdachlose übernachten. Auf diesem Wege werden rund 100 Menschen regelmäßig ver-sorgt. Die jeweils drei bis vier ehrenamtlichen Helfer brin-gen den Wohnungslosen Getränke, Lebensmittel und Klei-dung, bauen Kontakte auf und vermitteln die Betroffenen in weiterführende Hilfeeinrichtungen. Seit 1996 ist der Bus im Winterhalbjahr allabendlich unterwegs, in der wärmeren Jahreszeit an jedem zweiten Abend. Nach den Osterfeiertagen endet die Zeit des täglichen Einsatzes.

Der Mitternachtsbus ist ein Projekt des Diakonischen Wer-kes Hamburg, das derzeit von rund 50 Ehrenamtlichen betreut und organisiert wird. Die Einrichtung einer halben Stelle für die Koordination und Organisation des Projekts ist geplant. Alle laufenden Kosten müssen mit Hilfe von Spenden gedeckt werden. Allein für die Versorgung der Obdachlosen und die Betriebskosten des Fahrzeugs werden jährlich etwa 50.000 Mark benötigt.

Spendenkonto-Nr. 1268/125 083 bei der HASPA, BLZ 200 505 50.

Rückfragen bitte an Hans-Ulrich Jacob,

Team Ehrenamtliche Mitternachtsbus,

telefonisch unter 551 3360 oder am 20. April vor Ort.

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Hamburger Spendenparlament vergibt 3 Millionste Spendenmark

Parlamentarier hatten über 20 Anträge zu entscheiden

Das Hamburger Spendenparlament hat auf seiner 14. Sitzung am Montag, 10. April die Drei-Millionen-Mark-Grenze seit seinem Bestehen überschritten. Im Auditorium Maximum stimmten die Mitglieder des Parlaments über 20 Förderanträge ab. Alle Anträge wurden angenommen und mit Spenden von einem Gesamtvolumen von rund 270.000 Mark unterstützt. Unter den geförderten Projekten befinden sich soziale Einrichtungen aus ganz Hamburg.

Das Hamburger Spendenparlament

Das Hamburger Spendenparlament fördert Hamburger Projekte, die sich gegen Armut, Obdachlosigkeit und Isolation wenden. Mitglied des Hamburger Spendenparlaments kann jeder werden, der mindestens 120 Mark im Jahr spendet.

Auf den Sitzungen des Hamburger Spendenparlaments werden die Anträge von Vertretern der Projekte und von der Finanzkommission des Spendenparlaments vorgestellt. Die Finanzkommission prüft im Vorwege alle Projekte und macht dem Parlament einen Förderungsvorschlag. Aufgrund dieser Informationen entscheiden die Parlamentarier, ob und mit welcher Summe die unterschiedlichen Initiativen der Stadt in nächster Zeit gefördert werden. Die Finanzkommission wird nach der Verteilung der Gelder auch deren zweckmäßige Verwendung prüfen. Diese Art des Spendens hat sich als sehr erfolgreich erwiesen.

Seit seiner Gründung im November 1995 ist das Hamburger Spendenparlament stetig gewachsen. Heute hat das Hamburger Spendenparlament über 3200 Mitglieder. Bislang wurden über 200 Projekte mit über 3 Millionen Mark gefördert.

Interessierte wenden sich an das Büro des Spendenparlaments unter der Telefonnummer 306 20 -319.

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Nach dem Kairo-Gipfel: Arme afrikanische Staaten brauchen nachhaltige Unterstützung und Soforthilfe

In Äthiopien droht schwere Hungersnot

Während im südlichen Afrika die Folgen der sintflutartigen Regenfälle bewältigt werden müssen, droht am Horn von Afrika wegen extremer Trockenheit erneut eine Hungerkatastrophe. Mehr als 15 Millionen Menschen sind gefährdet - vor allem in Äthiopien. Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden für Hilfsaßnahmen im östlichen Afrika. Bereits im vergangenen Jahr hat die Diakonie Katastrophenhilfe 900.000 Mark für Äthiopien zur Verfügung gestellt, im Januar diesen Jahres dann noch einmal 300.000 Mark. Davon werden unterernährte Kinder und Familien versorgt sowie Saatgut und Werkzeug verteilt.

Auf dem Gipfel in Kairo scheiterte die Forderung der Afrikaner nach einem generellen Schuldenerlass am Widerstand der europäischen Staatschefs. Immerhin erklärten sich Deutschland, Frankreich, Italien und Holland zu Gesprächen auf bilateraler Ebene bereit. Der Gipfel hat gezeigt, dass die Probleme der afrikanischen Länder nicht pauschal betrachtet werden können. Zwar können zehn Staaten ein Wirtschaftswachstum von mehr als sechs Prozent verzeichnen. Aber immer noch gehören 39 afrikanische Staaten zu den ärmsten Ländern der Erde. Diese Staaten brauchen die nachhaltige, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Europäern. Daneben muß die schnelle Hilfe in Notsituationen gewährleistet werden. Während des Gipfels wurde auch über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Hungersnot im östlichen Afrika gesprochen. Die beschlossenen Maßnahmen werden nicht ausreichen, die Krise abzuwenden. Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet deshalb um private Unterstützung, damit frühzeitige Hilfsmaßnahmen finanziert werden können.

Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit sehr geringen Niederschlägen und dementsprechenden Ernteeinbußen sind auch die Regenfälle der diesjährigen "Kleinen Regenzeit" ausgeblieben. Buschfeuer haben allein in Äthiopien bereits rund 100.000 Hektar Land vernichtet, Brunnen im Süden der Region sind ausgetrocknet, Vieh zu Hunderttausenden verendet. Es wird befürchtet, dass mehr als 15 Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia, Sudan, Somalia, Uganda und Eritrea in diesem Jahr hungern müssen, vielen von ihnen droht der Hungertod. Nur Hilfsmaßnahmen, die rechtzeitig anlaufen, erreichen die Betroffenen. Wenn die Menschen erst einmal auf der Suche nach Wasser und Nahrung ihre Dörfer verlassen haben, nützen ihnen Versorgungszentren nicht mehr.

Für weitere Hilfsmaßnahmen wird dringend um Spenden gebeten.

Diakonie Katastrophenhilfe Konto 88 88 00, EDG Kiel , BLZ 210 602 37 Stichwort: Horn von Afrika

Weitere Auskünfte erteilt Edeltraud Engel,

Leiterin Weltweite Diakonie, Telefon 30 620 - 224.

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Stellungnahme zu dem Abendblattartikel "Diakoniegelder für Handel mit NS-Motiven mißbraucht"

Das DW Hessen-Nassau distanziert sich in einer Erklärung gegenüber dem Abendblatt von dem Postkartenmaterial und prüft rechtliche Schritte. Es bedauert, daß das Ansehen der Diakonie damit in Mitleidenschaft gezogen wurde.

1. Die Firma ProService GmbH ist ein Dienstleister, der für das Diakonische Werk Hamburg die Gehaltsabrechnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausführt. Außerdem werden Gehaltsabrechnungen für verschiedene Mitgliedseinrichtungen in unserem Verband durch die ProService GmbH ausgeführt. Das Diakonische Werk Hamburg hat aber zu keinem Zeitpunkt dieser Firma Gelder zur Verfügung gestellt: Die Nettogehälter und die Sozialabgaben sind zu getrennten Zeiten jeweils zeitnah zu den Überweisungen an die Mitarbeiter überwiesen worden.

2. Die Spekulationsgeschäfte des früheren Geschäftsführers der Pro Service GmbH, Herrn Wolfgang Wagner, haben im letzten Jahr zur Entlassung des Geschäftsführers geführt und zur Umstrukturierung der gesamten Pro Service GmbH. Die Spekulationsgeschäfte wurden nach uns vorliegenden Informationen sofort unterbunden. Zur Sicherheit der Geschäftsvorgänge hat das Diakonische Werk Hessen-Nassau eine Absicherungserklärung abgegeben.

3. Das Diakonische Werk Hamburg hat keinen Einfluss auf die Geschäftsgebaren der Firma ProService GmbH. Die Diakonie Hamburg ist von der Diakonie Hessen-Nassau zu trennen, es gibt keine Verflechtungen der Rechtsstrukturen.

4. Es ist aus unserer Sicht zu verurteilen, daß mit treuhänderisch überlassenen Mitteln Spekulationsgeschäfte betrieben werden. Es handelt sich hierbei aus unserer Sicht um einen Missbrauch von Diakoniegeldern. Der jetzt aufgedeckte Handel mit NS-Motiven ist uns aus der heutigen Presse bekannt geworden. Wir werden weitere Aufklärungen seitens der Pro Service GmbH einfordern. Die weitere Zusammenarbeit mit der ProService GmbH ist vor diesem Hintergrund kritisch zu überprüfen.

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"Babyklappe": eine Lösung für Mütter in Not?

Für Annegrethe Stoltenberg, Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, ist die "Babyklappe" grundsätzlich eine Einrichtung, die Leben retten hilft. Es sei aber fraglich, ob mit einem solchen Angebot nicht die Hemmschwelle herabgesetzt wird, ein ungewolltes Kind auszusetzen. Für die Diakonie stehen eindeutig die Prävention und die Hilfe für Mutter und Kind gemeinsam im Vordergrund. Die Mitarbeiterinnen der Frauenberatung helfen schwangeren Mädchen und Frauen, bei finanziellen Problemen kann eine Förderung aus den Mitteln der Bundesstiftung "Mutter und Kind" beantragt werden.

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Diakonie startet bundesweites Internetspiel

Das Jahr 2000 ist für die Diakonie das Jahr der Jugend. Sie startet eine bundesweite Kampagne zum Dialog mit jungen Menschen. Unter dem Motto "www.mission-possible.de" wird ab 1. April 2000 eine Adresse im Internet zur Kontaktaufnahme genutzt. Dort bietet die Diakonie neben Informationen über Angebote für Jugendliche auch ein eigens entwickeltes Spiel an. Im virtuellen Raum des Internets können Jugendliche soziale Wirklichkeit erleben, in diese Welt spielerisch eingreifen und sie verändern. Es gibt von dort "Links" zurück in die Realität: Jugendliche können in Diakonie-Einrichtungen an Projekten teilnehmen oder einfach nur einen Besuch machen. Darüber hinaus gibt es Chatrooms, eine Kontaktstelle, um mit der Diakonie Verbindung aufzunehmen, sowie Newsgroups, also ständig erneuerte Informationen.

Ziel ist es, so das Konzept der Kampagne, soziales Handeln und Lernen unter den 14- bis 20-Jährigen zu fördern. Das Motto steht im Gegensatz zum Kinofilm "Mission impossible" und macht deutlich, dass jeder Mensch für die Gesellschaft wichtig ist und gebraucht wird: Es gibt keinen "unmöglichen" Auftrag. Soziale Wirklichkeit gestalten ist möglich. Die Diakonie sieht dies als ihre zentrale Aufgabe und möchte dazu die Jugendlichen als Partner gewinnen. Die Anlehnung an den Begriff "Mission" macht außerdem deutlich, dass die Diakonie als christliches Werk aus der "Inneren Mission" entstand.

Viele junge Menschen arbeiten in oder engagieren sich für die Diakonie, etwa als Zivildienstleistende oder Freiwillige Soziale Helferinnen. Dies soll durch die Kampagne gewürdigt werden. Gleichzeitig aber hat die Diakonie zu lernen. Sie weiß wenig über Vorstellungen, wie junge Menschen soziale Wirklichkeit gestalten wollen, welche Form des Engagement für sie geeignet ist, welche Unterstützung sie sich von ihr erwarten. Ziele der Kampagne sind deshalb: "Jugend gestaltet sozial". Die Diakonie will in Dialog treten mit Jugendlichen und ihre soziale Wirklichkeit erfahren. Diakonie will ihnen Lust machen, sich mit sozialen Themen auseinanderzusetzen. Die Diakonie will schließlich auch über die Auseinandersetzung mit sozialen Themen Kunden und Entscheidern von morgen den sozialen Dienstleister Diakonie bekannt machen.

Der Slogan der Kampagne knüpft an einen bekannten Film an. Das Medium Film hat bei Jugendlichen eine zentrale Bedeutung. Deshalb will man sich bei der Kampagne an diesem Medium orientieren. Ein Internetauftritt ist nur so gut, wie er auch genutzt wird. Durch Mittel wie der Kinowelt entlehnte Plakate oder Kinospots wird auf den Internetauftritt und auf das Anliegen der Diakonie hingewiesen. Die Kampagne will Spaß und Lebensfreude ausstrahlen - aber auch (Jugend)Probleme ernsthaft beim Namen nennen. Weitere Begleitmedien sind unter anderem eine Broschüre über Jugendengagement in der Diakonie, Materialien für Unterricht und Gemeindearbeit. Voraussichtlich wird die Kampagne im September mit einer Veranstaltung auf der Expo 2000 in Hannover beendet.

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Senatorin verharmlost Pflegenotstand

Das Diakonische Werk fordert mehr Hände in der Pflege

26. 1. 2000 Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt die Forderung der Senatorin im Hamburger Abendblatt nach einem erhöhten Einsatz von Fachkräften in der stationären Pflege. Schon jetzt erfüllen fast alle Heime der Diakonie eine Fachkraftquote von über 50 Prozent. Wir fordern jedoch, daß dieser Personaleinsatz in den Pflegesätzen berücksichtigt wird.

Die Pflegeheime in Hamburg leiden erheblich unter der Fluktuation der Pflegekräfte wegen der schlechten Arbeitsbedingungen. Der Vergleich der Senatorin mit den Hamburger Krankenhäusern stimmt nicht. Nach einer Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung steigt ein Viertel der exa-minierten Altenpflegekräfte bereits im ersten Jahr aus dem gerade erlernten Beruf aus. Als Belastungsfaktor Nr. 1 wird "fehlende Zeit" genannt.

Die Verbesserung der Arbeitsorganisation ist in der Diakonie eine Selbstverständlichkeit.

In den Pflegesätzen wurden noch nicht einmal die Tarifsteigerung und die Teuerungsrate vollständig berücksichtigt, dies führt zu einem erheblichen Spar- und Kürzungsdruck. Das Hauptproblem in der täglichen Pflege liegt in den zu kurzen Betreuungszeiten. Die Diakonie fordert daher eine Verbesserung der Betreuungsschlüssel.

Das von der Senatorin genannte 1,5-Mio Impulsprogramm für Modell-projekte hat den Schwerpunkt in der ambulanten Pflege und nicht, wie sie sagt, bei den Heimen. Angesichts der Situation in den Heimen ist dieser Verweis problematisch.

Der Weg des Bundeslands Hamburg mit einem Programm für 750 schwerstdemente Bewohner ist zu begrüßen, reicht jedoch bei weitem nicht aus. Die verbleibenden über 6.000 dementen Bewohner der Hamburger Alten- und Pflegeheimen brauchen in einem zweiten Schritt eine verbesserte Betreuung. Der Versor-gungs-bedarf psychisch verwirrter alter Menschen wird in der Pflegeversicherung nicht ausreichend berücksichtigt. Die Pflege-kräfte können nur unter größten Anstrengungen eine fach- und sachgerechte Pflege gewährleisten. Eine Verbesserung dieser Situation ist im Interesse der Pflegebedürftigen und der Betreuten dringend angezeigt, zumal die demografische Entwick-lung diesen Trend weiter verschärfen wird.

Geforderte Personalerhöhung kostet täglich 4 Mark mehr

Bessere Pflege wird mehr kosten. Dies ist vor dem Hinter-grund der Situation in den Heimen jedoch akzeptabel. Der von der Senatorin bemühte Vergleich mit umliegenden Bundesländern hinkt, da hier eine schlechte Situation mit der anderen schlechten Situation verglichen wird. Wir sind der Ansicht, daß die durch den Gesetzgeber ermöglichten Einsparungen für das jeweilige Bundesland in das System der Pflegeversicherung zurückfließen müßten. Die Senatorin zitiert in diesem Zusammenhang die Intention des Gesetzgebers falsch.

Die Kosten für eine Standardverbesserung müssen aus unserer Sicht aus den Sozialhilfeentlastungen durch die Pflegeversicherung seitens der Stadt finanziert werden. Die Forderung der Hamburger Pflegeverbände nach einer Verbesserung der Betreuungszeiten in Höhe von etwa zwei Personalstellen für ein Heim mit hundert Plätzen würden umgerechnet den täglichen Pflegesatz um etwa. 4 Mark belasten.

Pflegenotstand auch in der ambulanten Pflege

Die Senatorin geht in ihren Ausführungen mit keiner Silbe auf die fatale Situation in der ambulanten Pflege ein. Das Leistungs-komplex-system geht nur unzureichend auf die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen ein, insbesondere Demente sind hiervon betroffen. Die Entgelte wurden seit 1996 nicht mehr erhöht, was zu einer "Rennpflege" und weiteren Demotivation von Pflegekräften führt. Von den Betriebskrankenkassen sollen sogar in der häuslichen Krankenpflege die Entgelte abgesenkt werden.

Wir fordern von der Sozialbehörde, daß sie ihre Blockadehaltung endlich aufgibt und für vernünftige Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege sorgt. Dies kann erreicht werden, indem die Entgelte für Leistungen der Pflegeversicherung deutlich erhöht werden und die Sozialbehörde endlich Vereinbarungen über die sozialen Betreuung von pflegebedürftigen und alten Menschen mit uns abschließt.

Es hat sich gezeigt, daß dies in anderen Bundesländern möglich ist. Hier sind Vergütungen mit einem Punktwert von 7,8 Pfennigen bis 8,4 Pfennigen vereinbart worden, in Hamburg liegt der Punktwert bei 7,0 Pfennig. Zum Beispiel in Berlin wurde zwischen der Sozial-behörde und den Verbänden eine Vereinbarung zur sozialen Betreuung unterschrieben.

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Pflegenotstand ist kein "Vorlesenotstand"

Ehrenamtlicher Einsatz darf nicht missbraucht werden

18. 1. 2000 Das Diakonische Werk Hamburg lehnt den Vorschlag, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose zur Beseitigung des Pflegenotstandes heranzuziehen, mit großem Nachdruck ab. Die Not der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte resultiert in erster Linie aus dem extremen Zeitdruck, unter dem heute qualifizierte Pflege von den Mitarbeitern geleistet werden muss. Dieser Zeitdruck wird in keiner Weise verringert, wenn ein Sozialhilfeempfänger oder ein Arbeitsloser zum Vorlesen oder Einkaufen kommt.

Der Pflegenotstand läßt sich nicht auf eine Art "Vorlesenotstand" reduzieren. Es ist für die Diakonie inakzeptabel, wenn Verantwortungs-träger ehrenamtliches Engagement missbrauchen, um sozialpolitischen Handlungsbedarf zu verschleiern.

Der Hinweis auf den Teilkasko-Charakter der Pflegeversicherung entlässt niemanden aus der Pflicht, nach angemessenen Lösungen für Bereitstellung von mehr Zeit für die fachlich erforderliche Pflege zu suchen. In der Autoversicherung heißt Teilkasko auch nicht, dass notwendige Reparaturen von Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen oder ehrenamtlichen Heimwerkern erbracht werden sollen.

Pflegekassen, Sozialhilfeträger und Politiker müssen sich ihrer Verantwortung für die Krise in der Pflege stellen. Nur ergänzend zur notwendigen Pflege können Freiwillige und Ehrenamtliche ihren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter leisten.

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Das Team Pflege im Diakonischen Werk Hamburg, Teamsprecherin Katrin Kell, nimmt Stellung zum Thema "Pflegenotstand"

07.01.2000 Die Anforderungen an Pflegerinnen und Pfleger stiegen in den letzten Jahren und steigen weiter. Die Schere zwischen dem Pflegebedarf der Bewohner und den Möglichkeiten der Einrichtungen, diesen zu befriedigen, öffnet sich stetig. Durch großes Engagement der Mitarbeiter wird versucht, den Bewohnern der Pflegeheime und den Patienten der ambulanten Pflege ihrem Bedarf entsprechende Leistungen zu geben. Die Berufsflucht spricht jedoch Bände. In Hamburg arbeitet man im stationären Bereich noch immer mit Stellenschlüsseln aus der Zeit vor 1995 (vor Pflegeversicherung). Die Kostenträger bestreiten zwar die Veränderungen in der Bewohnerstruktur nicht, die notwendigen Mittel für den Erhalt der Versorgungsqualität in Hamburg oder gar deren Verbesserung werden jedoch verweigert. In der häuslichen Krankenpflege wird sogar versucht, Vergütungen ohne Begründungen abzusenken - zu Lasten der Pflegequalität, also zu Lasten der Patienten. Es ist kein Erkenntnisproblem mehr, der Kollaps steht bevor.

Unsere Forderungen für das Jahr 2000

Stationäre Pflege

  • Verbesserung des Personalschlüssels in der Pflege: Seit Einführung der Pflegeversicherung hat sich der durchschnittliche pflegerische Aufwand pro Bewohner vermehrt. Dafür wird mehr Personal gebraucht. Eine durchschnittliche Einrichtung mit 100 Plätzen braucht nach unserer Berechnung zwei zusätzliche Personalstellen in der Pflege.
  • Kriterien zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit (§ 14 Abs. 4 SGB XI) muß für demente Bewohner angepaßt werden.
  • Besondere Berücksichtigung der Pflege und Betreuung der dementen Heimbewohner im Personalschlüssel.
  • Fachkraftquote 50 % des HeimGesetzes muß erhalten bleiben und mittelfristig erhöht werden.
  • Personal- und Sachkostensteigerungen sind in den Vergütungen zu berücksichtigen.

Ambulante Pflege

  • Auch in der ambulanten Pflege wird die Versorgung von Dementen, Schwerkranken und Sterbenden in dem derzeitigen System immer problematischer. Wir brauchen endlich Möglichkeiten, flexibel mit konkreten Prophylaxen und Maßnahmen der pflegerischen Versorgung umgehen zu können.
  • Zur strukturellen Anpassung im Rahmen der Pflege und Betreuung der alten und kranken Menschen in Hamburg bedarf es einer kurzfristigen und deutlichen Anhebung der Vergütung sowie ergänzender Vereinbarungen mit dem Sozialhilfeträger zur sozialen Betreuung.
  • Die für die Durchführung der ambulanten Pflege gewählte Form der Leistungskomplexe hat sich nicht bewährt. Eine Änderung dieses Systems ist erforderlich.
  • Kein Leistungsabbau in der häuslichen Krankenpflege. Sicherung leistungsgerechter Entgelte.

Hier einige Hintergrundinformationen:

Höhere Belastungen für die Alten- und Pflegeheime durch:

Demenz

  • Bereits heute sind nach einer Erhebung von Infratest Sozialforschung mehr als 50 Prozent der BewohnerInnen in Heimen "häufig" oder "gelegentlich" desorientiert. Es wird davon ausgegangen, dass in den stationären Altenhilfeeinrichtungen der Anteil dementiell Erkrankter in den nächsten zehn Jahren auf mindestens 75 Prozent steigen wird. Der Versorgungsbedarf psychisch verwirrter alter Menschen wird in der Pflegeversicherung (Sozialgesetzbuch SGB XI) nicht ausreichend berücksichtigt.
  • D. h. Demente werden nicht entsprechend ihres Hilfebedarfes eingestuft und dies führt dazu, daß Betreuungsleistungen, die ein Dementer braucht, nicht finanziert werden. Die Einstufung des Heimbewohners in eine zu niedrige Pflegeklasse führt zu einem viel zu geringen Pflegesatz, der nicht leistungsgerecht für Demente ist.

Verweildauer hat abgenommen, Eintrittsalter ist höher, Multimorbidität nimmt zu

  • Bewohner kommen mit stärkeren gesundheitlichen Einschränkungen und höherem Alter in die Alten- und Pflegeheime, gefördert und unterstützt wird dies durch die Vorrangigkeit der Ambulanten Pflege.
  • Für die Einrichtungen bedeutet dies stärkere Belastung mit einen höheren Personalbedarf

Höhere personelle Anforderung durch die Anforderungen des SGB XI und begleitende gesetzliche Anforderungen, z. B.

  • Ca. ein Fünftel aller Heimplätze werden jährlich neu besetzt. Das Aufnahmeverfahren, die Klärung der Kostenübernahme und anderer Verwaltungsaufwand sind gestiegen.
  • Die kürzere Verweildauer in den Krankenhäusern führt bei Umzug in ein Alten- und Pflegeheim vermehrt zu einem Bedarf der personalintensiven Behandlungspflege (Spritzen, Verbände u. ä. ) .
  • In § 80 SGB XI zur Qualitätssicherung werden eine umfangreichere Pflegedokumentation, Qualitätszirkel und anderes gefordert. Diese qualitätssichernden Maßnahmen werden in der Finanzierung nicht extra berücksichtigt und gehen daher zu Lasten der direkten Pflege.

Alle diese Anforderungen sind für die Einrichtungen hinzugekommen und müssen jetzt erfüllt werden, ohne dass die Kosten hierfür in den Vergütungen berücksichtigt werden.

Was tun die Einrichtungen für Qualitätssicherung?

  • Nahezu alle Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie Hamburg sind der Qualitätsgemeinschaft beigetreten, die seit 30.10.1997 besteht,
  • d. h. die Mitglieder verpflichten sich auf die Leitsätze zur diakonischen Pflegequalität und streben das Qualitätssiegel Diakonie Pflege an.
  • Das Qualitätshandbuch wurde von den Einrichtungen der Altenhilfe erarbeitet und wird im März 2000 in der Mitgliederversammlung der Qualitätsgemeinschaft verabschiedet.
  • Alle Einrichtungen führen Qualitätssicherung gemäß § 80 SGB XI durch.

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