
Fachtagung Palliative Care
19.10.2009 Innehalten vor der Einmaligkeit des Menschen
Hamburg, 19. September 2009 – Kultur und Haltung in der Palliative Care: Im Spannungsfeld zwischen organisatorischer Strukturen und dem Anspruch an sich selbst. Mit diesen und anderen Themen beschäftigte sich die Fachtagung am 19. September 2009 veranstaltet von der Palliative Care Akademie im DFA und dem Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard in den Räumlichkeiten der Albertinen-Akademie.
Rund hundert Teilnehmer aus Pflege und anderen Arbeitsgebieten nahmen die Gelegenheit wahr, mit Hauptreferentin Cornelia Knipping und weiteren Fachleuten ins Gespräch zu kommen.
Die Schweizer Hauptreferentin Cornelia Knipping, eine international anerkannte Expertin zum Thema Palliative Care, forderte die Teilnehmer auf, den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit zu sehen. „Wenn wir an seiner Lebensgeschichte teilhaben, und hören, was für ihn bedeutsam ist, schaffen wir damit ein besseres Verständnis. Dabei dürfen wir uns nicht auf die Defizite konzentrieren, sondern auf die Möglichkeiten, die sich uns bieten, den Patienten bis zuletzt begleitend unterstützen zu können“, so Knipping
Um dies zu gewährleisten, sei es notwendig, Pflegekräfte, Ärzte, Sozialpädagogen und Seelsorger regelmäßig zu informieren und fortzubilden.
„Von Bedeutung sein bis zuletzt – dieses Gefühl wollen wir an die Menschen weitergeben. Äußere Umstände und innere Barrieren machen das oft schwer. Wir wollen helfen, Wege zu finden, das eigene Bewusstsein zu reflektieren und eine eigene Haltung zu entwickeln“, erläutert Stefanie Bohns, Leitung der Palliative Care Akademie im DFA.
In drei Workshops hatten die Teilnehmer Gelegenheit die angesprochenen Themen zu vertiefen.
„Was kann ich tun, wenn nichts mehr geht?“- unter diesem Arbeitstitel regt Perdita Klützke-Naumann, Kursleiterin für Palliative Care im DFA, die Teilnehmer Ihres Worksshops zum Nachdenken an. Neben den Möglichkeiten der Pharmazie wurde das Miteinander mit den Patienten thematisiert. „Empathisch sein, Berührungen zulassen und dabei seine eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren – authentisch sein und sich auf den Patienten einlassen, ist das, was wir tun können, wenn nichts mehr geht“, so Klützke-Naumann.
Corinna Woisin, Leiterin und Carolin Goedeke, Koordinatorin des Malteser Hospiz-Zentrum befassten sich in ihrem Workshop mit der „Ehrenamtlichkeit in professionellen Strukturen“. Was braucht es für ein gut funktionierendes Miteinander? Bei sogenannten „Kugellager-Übungen“ ging es darum, zu berühren und sich berühren zu lassen. „Gute Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung sind Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Miteinander“, so Woisin.
Doch welche Voraussetzungen braucht Teamarbeit? Diese Frage stellten Kristina Merz-Sprandel, Kursleiterin der Palliative Care Akademie, und Christel Ludewig, Koordinatorin für Fort- und Weiterbildung im
DFA ihren Workshopteilnehmern. Haltung und Teamkultur wurden in der Gruppe kontrovers diskutiert. „Wir müssen die Chancen in der Unterschiedlichkeit sehen und Strukturen schaffen, die eine gute Teamkultur ermöglichen“, erläutert Merz-Sprandel.
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